30.03.2016, 13:11 Uhr

Wie kommt das Kraut in den Hund?

Alles andere als eine Eintagsfliege: Ingrid Palank mit ihrem umfassenden Kräuterwissen.

Nicht nur für den Menschen sind Kräuter gewachsen – Ingrid Palank versorgt auch Pferd, Hund und Katze mit gesunden Leckerlis.

Zufälle spielen im Leben der Kräuterpädagogin aus St. Oswald eine große Rolle. Ihren Erfolg allein darauf zurückzuführen, würde ihr jedoch nicht gerecht.

Nesterlbau

Als nach der Lehre zur Drogistin ihre Tochter zur Welt kam, schien der Weg klar vor Ingrid Palank zu liegen. Dass der Vater ihrer Tochter nur vier Jahre später verstarb, stellte die junge Mutter vor eine große Herausforderung. „Abhängig sein wollte ich nie, aber so ganz allein für ein Kind zu sorgen, ist doch nochmal etwas anderes“, spielte ihr an dieser Stelle der erste Zufall in die Hände. Als sie bei einer Freundin zu Besuch war, brach in deren Haus ein Brand aus. Der Wohnungsbesitzer hatte eine hohe Position in einer Versicherung inne. Ein Wort ergab das andere – und am Ende hatte die engagierte Jungmutter einen guten Job. Damit konnte sie schon bald die erste eigene Wohnung finanzieren. Was sich als nicht ganz einfach erwies: „Anfang der 90er-Jahre standen alleinerziehende Mütter bei Banken nicht gerade hoch im Kurs!“
Aus diesem privaten „jetzt hab ich es geschafft“-Gefühl heraus wuchs konstant der berufliche Ehrgeiz. Sie wechselte das Unternehmen, gewann erneut alle Preise. Als sie dennoch vor versammelter Mannschaft „schauen wir einmal, ob sie das im nächsten Jahr nochmal schafft“ hören musste, kam das große Umdenken. „Ich hatte hinlänglich bewiesen, dass ich keine Eintagsfliege bin“, verließ die gebürtige Grazerin das Unternehmen, um nicht eines Tages mit einem Herzinfarkt hinausgetragen zu werden. Der folgende Bürojob erwies sich zwar als stressfreier, aber der Charme des Innendienstes hielt sich in Grenzen.

Kräuterkunde

Ein weiterer Zufall spielte ihr genau zu dem Zeitpunkt eine Annonce „Apotheken bilden aus“ in die Hände. Mit gerade 50 Jahren beschloss sie, zu den Wurzeln zurückzukehren, setzte sich gegen hunderte Bewerber durch und ließ sich zur pharmazeutisch-kaufmännischen Assistentin ausbilden. „Parallel hab ich Kräuterpädagogik gelernt, was mir sehr zugute kam, als ich nicht übernommen werden konnten“, nutzte sie ihre Projektarbeit als Start für die nächste Karriere, gründete die Steirische Kräutermanufaktur und meldete – ob der enormen Nachfrage von Apotheken und Bioläden – das Gewerbe der Futtermittelerzeugung an. Mittlerweile veranstaltet sie heiß begehrte Kräuter-Workshops und -wanderungen, produziert wohltuende Kräuter-Tees für Menschen und, in Absprache mit Veterinärmedizinern, Kräuterleckerlis für Vierbeiner: „Damit die wertvollen Inhaltstoffe in passender Dosierung in die Hunde, Katzen und Pferde kommen!“
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