10.08.2016, 13:02 Uhr

Der Ballungsraum wächst weiter

Nicht nur Graz wächst jährlich, auch das Umland rund um die Landeshauptstadt wird immer beliebter. (Foto: geopho.com)

Der Speckgürtel um Graz gedeiht. Drei Gemeinden sprechen über die Nachfrage in ihrem Einzugsgebiet.

Die Stadt in Reichweite und doch mitten in der Natur – das schätzen die Bürgerinnen und Bürger der Umlandgemeinden von Graz, und so wächst der Speckgürtel rund um die Landeshauptstadt stetig. Nach aktuellem Stand wohnen derzeit 148.830 Personen in Graz-Umgebung.
"Vor 20, 30 Jahren ging der Trend dahin, dass vor allem Grazer ins Umland gezogen sind. Heute treibt es besonders Leute aus Regionen, die eine schwache Infrastruktur haben, in den Ballungsraum rund um Graz", meint Harald Mulle, Bürgermeister von Gratwein-Straßengel. "Unsere Gemeinde hat in den letzten Jahren eine stetige Zuwanderung verzeichnet." Verantwortlich dafür macht er vor allem eine gute öffentliche Verkehrsanbindung, eine gelungene Infrastruktur und attraktive Betreuungseinrichtungen für den Nachwuchs.

Hohe Lebensqualität
Dem kann sein Stattegger Amtskollege Karl Zimmermann nur zustimmen. "Unsere Gemeinde ist nahe an der Stadt gelegen und hat viel Natur zu bieten. Da kann man schon von einer hohen Wohnqualität sprechen", so der Bürgermeister von Stattegg.
Er hält den Zuzug von durchschnittlich 25 Hauptwohnsitzen pro Jahr in seiner Gemeinde allerdings für überschaubar. "Das passt gut so, dadurch können wir die Kindergarten- und Schulplätze weiter garantieren." Auch Gratkorn zählt zu den Zuzugsgemeinden. "Die Zahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Wir zählen momentan 7.836 Hauptwohnsitze", sagt Gemeindeamtsleiterin Martina Mixner. Einige Bauprojekte stünden bevor: "Mehrparteienhäuser sind bei Familien aus Gratkorn, aber auch bei Grazer Jungfamilien gefragt, da die Anbindung an die Landeshauptstadt sehr gut ist."
Den Bedarf decken – so lautet auch das Motto in Gratwein-Straßengel. "Aber wir wollen keine Zersiedelung, das heißt, es wird eher verdichtet statt verbaut", meint Bürgermeister Mulle.

Eingemeindungen
Mit der Nähe zur Stadt stellt sich auch die Frage möglicher Eingemeindungen des Grazer Speckgürtels. "Wir haben eine gute Kooperation mit der Stadt und den Umlandgemeinden, aber eine Eingemeindung ist kein Thema", meint etwa Statteggs Bürgermeister Zimmermann. Ähnlich wird dies auch in Gratkorn und Gratwein gesehen. So steht in Gratkorn weder eine Eingemeindung noch eine Gemeindefusion im Raum. Ebenso wenig rechnet man in Gratwein-Straßengel mit einem Anschluss an die Stadt.
"Wir müssen allerdings aufpassen, dass wir nicht zu schnell wachsen, sodass unsere Infrastruktur weiterhin mithalten kann. Den Menschen gefällt am Umland, das sie in der Natur wohnen und doch schnell im Stadtzentrum sind", erklärt Harald Mulle die Nachfrage nach dem Speckgürtel. Und so wird dieser vermutlich noch weiter wachsen.
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