04.07.2016, 07:04 Uhr

Feuerwehren im Bereich Hartberg im Großeinsatz

Am Samstagabend, 2. Juli, wurde der Bereich Hartberg zum wiederholten Male in diesem Sommer von schweren Unwettern heimgesucht. Vermurte und unterspülte Straßen, überflutete Keller, verstopfte Kanäle und Bäche, welche über die Ufer traten, waren die Folge. Ein Großaufgebot der Feuerwehren des Bereichsfeuerwehrverbandes Hartberg war daher in den Abend- und Nachtstunden des 02.07.2016 erforderlich.
Die nördliche Oststeiermark, speziell der Bereich Hartberg, wurde binnen kürzester Zeit wieder von ergiebigen Regenschauern heimgesucht. An der Messstelle Rohrbach wurde ein Niederschlag von knapp 100 l/m² in nur wenigen Stunden verzeichnet. Auch im Pöllauer Tal wurden ähnliche Regenschauer gemessen. Die dadurch entstandenen Wassermassen bahnten sich in weiterer Folge ihren Weg ins Unterland - Bilder der Verwüstung waren die Folge. Flüsse wiesen Hochwässer auf und traten kleinräumig über die Ufer. Die Lafnitz führte unter anderem 10 jährliches Hochwasser (HQ10), die Pöllauer Saifen und der Lungitzbach wurden zu reißenden Strömen. Straßen wurden vermurt bzw. unterschwemmt und Keller überflutet. Eine Vielzahl unterschiedlichster Schadenslagen musste daraufhin von den Freiwilligen Feuerwehren des Bereiches Hartberg bewältigt werden.
Hangrutschungen und überflutete Landesstraße in Pöllau
Als eine der ersten Feuerwehren wurde die FF Pöllau um kurz nach 20:00 Uhr zu zahlreichen Unwettereinsätzen gerufen. Vorwiegend mussten überflutete Keller von den Wasser- und Schlammassen befreit werden. Weiters kam es zu massiven Hangrutschungen im Pöllauer Tal. Ebenfalls wurden Straßen unterschwemmt und unpassierbar gemacht. Die Landesstraße Richtung Hartberg musste, aufgrund der über die Ufer getretenen Pöllauer Saifen, gesperrt werden. „Die Fahrbahn stand 30 cm unter Wasser. Sogar ein auf der Straße fahrendes Auto wurde von den Wassermassen in den Straßengraben geschwemmt!“, berichtet der zuständige Kommandant der FF Pöllau Hauptbrandinspektor Stefan Prinz.
Feuerwehren Rohrbach und Eichberg wieder gefordert
Wie bereits vor einer Woche wurden die Feuerwehren Rohrbach/L. und Eichberg wieder zu zahlreichen Schadenslagen gerufen. Unter anderem musste die unterspülte Landesstraße Richtung Eichberg (Höhe Fachleutezentrum Eichberg) gesichert werden. Eine Straßensperre (Eichbergweg I) vom Gasthaus Kohl bis zur Kreuzung Wiedner (Lebing) wurde abermals errichtet. Hier wurden die Straßengräben von den Wassermassen derart massiv ausgeschwemmt, dass Leitungen nunmehr offen liegen. In Rohrbach bildete sich aufgrund des ergiebigen Niederschlages im Bereich von Wohnhäusern ein 150 m großer See mit einer Tiefe von bis zu 1 m.
Gemeinde Lafnitz besonders von Unwetter betroffen
Die heftigen Unwetter in Rohrbach und Eichberg sorgten für Überflutungen in Lafnitz, Oberlungitz und Wagendorf. Im Bereich des Freibades Lafnitz kam es zu massiven Überschwemmungen der Straße Richtung Rohrbach. In Wagendorf trat der Lungitzbach über die Ufer und überschwemmte zahlreiche Keller. Neben Geröll und Schlamm auf den Straßen und Kellern baute sich an einer Brücke eine rund 1,5 m hohe Verklausung an angeschwemmtem Treibholz auf. Weiters mussten die Einsatzkräfte Nutztiere, welche in einem überfluteten Stall eingeschlossen waren, befreien. Zu einem Gefahrstoffeinsatz kam es ebenso in Wagendorf. Durch das Hochwasser gerieten geringe Mengen an Schmierstoffen auf ein angrenzendes Grundstück eines landwirtschaftlichen Betriebes. Der Schaden konnte allerdings aufgrund des raschen und koordinierten Einsatzes der Feuerwehr sehr gering gehalten werden. Am Sonntag wurde, in Rücksprache mit dem Ölalarmdienst, die oberste Schicht der kontaminierten Erde ordnungsgemäß abgetragen und beseitigt.
Flächendeckende Hilfeleistung durch hunderte Helfer
Im Süden des Bereichs musste die Freiwillige Feuerwehr Kaindorf zu einer Fahrzeugbergung der besonderen Art ausrücken. Nach heftigen Regenfällen trat die Pöllauer Saifen im Bereich Seeweg über die Ufer. Ein PKW kam von der Gemeindestraße ab und blieb im überfluteten Straßengraben hängen. Die freiwilligen Helfer bargen das Fahrzeug und führten die Reinigung des Innenraums mittels eines Nasssaugers durch.
Die Tätigkeiten der freiwilligen Helfer erstreckten sich bis in die frühen Morgenstunden des Folgetages. Am Vormittag wurden weitere Aufräumarbeiten in den überschwemmten Gebieten durchgeführt.
Insgesamt wurden im Bereichsfeuerwehrverband Hartberg 13 Feuerwehren mit 40 Einsatzfahrzeugen und über 250 Mitgliedern zu hunderten Einsätzen gerufen. Der Schaden an Sachwerten konnte aufgrund des flächendeckenden und professionellen Einsatzes der Feuerwehren möglichst gering gehalten werden. Verletzt wurde aufgrund des Unwetters bzw. im Zuge der Einsatztätigkeiten niemand!

Bericht: DDI Hans Peter Feichtinger
Fotos: Pressedienst BFVHB
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