18.03.2016, 00:30 Uhr

RZB-Generaldirektor Rothensteiner: "Raiffeisen geht es besser, als viele glauben"

Walter Rothensteiner: "Die Raiffeisenbanken sind gesund und verdienen gutes Geld." (Foto: Arnold Burghardt)

Der oberste Raiffeisen-Banker Walter Rothensteiner sagt uns, wie es um seinen Konzern steht.

ÖSTERREICH. Es gibt weltweit nicht viele Bank-Manager, die seit 21 Jahren an der Spitze stehen. Walter Rothensteiner ist einer von ihnen. Seit 1995 leitet er die Raiffeisen Zentralbank (RZB, das Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe), wobei sein Vertrag noch bis 2020 läuft. Amtsmüde wirkt Rothensteiner bei unserem Gespräch jedenfalls nicht. Nun: Wie geht es Raiffeisen? "Ganz gut. Vor allem besser, als viele glauben", sagt Rothensteiner.

Seit dem Vorjahr wieder auf Kurs

"Wenn bei uns wie 2014 durch Rubel-Abwertung, Ukraine-Krieg und Ungarn-Krise, eine halbe Milliarde minus rauskommt, dann redet jeder davon, wie schlecht es uns geht." Dabei ist man laut Rothensteiner seit Vorjahr wieder auf Kurs. "Die Raiffeisenbanken sind gesund und verdienen gutes Geld."

Walter Rothensteiner
Foto: Arnold Burghardt

Und entgegen so mancher Gerüchte würde es auch keinen Geheimplan für Filialschließungen oder einen Jobabbau geben. Insgesamt zählt Raiffeisen in Österreich rund 2.000 Banken und Bankstellen.

Am Land heißt es manchmal noch "Samstags offen"

Jede Raiffeisenbank muss natürlich profitabel arbeiten. Wie, das ist bei Raiffeisen Sache der lokalen Ebene. Rothensteiner: "Jeder Raiffeisenbanken-Direktor muss sich genau überlegen, was seine Kunden vor Ort brauchen. Deshalb haben wir am Land auch Filialen, die am Samstagvormittag offen haben, was es sonst nicht gibt."

Kein Diktat aus irgendeiner Zentrale

Dass solche Extras und generell das dreistufige Raiffeisenbanken-Modell (lokale Bank, Landesbank, RZB) teuer sind, liegt auf der Hand. Von revolutionären Zusammenlegungen hält Rothensteiner dennoch wenig.

"Bei uns wird es dazu kein Diktat aus einer Zentrale in irgendeiner europäischen Großstadt geben. In Deutschland zum Beispiel hat der Prozess von drei- auf zweistufig 30 Jahre gedauert. Dass man bei Raiffeisen über eine Optimierung der Strukturen disktutiert, ist kein Geheimnis, aber Schnellschüsse wird es sicher nicht geben. Ist auch nicht notwendig!"

Rothensteiner: "Das Bargeld muss bleiben!"

Entschieden zurück weist Rothensteiner Spekulationen, wonach Raiffeisen seinen Anteil am Versicherungsriesen Uniqa (rund 31 Prozent) verkaufen wolle. "Das wäre Unsinn." Und was sagt er zur Debatte um die Abschaffung des Bargelds? "Die ganze Diskussion ist völliger Unsinn. Das ist eine übertriebene Bevormundung der Bevölkerung."

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Karl Maurer aus Krems | 23.03.2016 | 11:40   Melden
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