09.08.2016, 15:00 Uhr

Grazer ÖVP fordert: Die Religion muss wieder auf den Meldezettel

"Religionsbekenntnis auf den Meldezettel", fordert der Grazer VP-Gemeinderat Thomas Rajakovics. (Foto: Fischer/Stadt Graz)

Außerdem macht sich Gemeinderat Thomas Rajakovics für einen islamischen Lehrstuhl an der Grazer Uni stark.

In Österreich gibt es nur eine Religionsgemeinschaft, die auf Knopfdruck sagen kann, wie groß die Anzahl ihrer "Schäfchen" ist: die katholische Kirche, die aufgrund der Beitragszahler in der Lage ist, hier Auskunft zu geben.
Im Umkehrschluss bedeutet dies: Alle anderen Religionsgemeinschaften können die Zahl ihrer Anhänger nur schätzen. Am verlässlichsten ist hier die evangelische Gemeinde, die über einen guten Überblick verfügt. Weit ungenauer ist da schon eine Religion, die derzeit im Blickpunkt der Aufmerksamkeit steht: der Islam.

Wie viele Muslime gibt es in Graz?

Allein für Graz pendeln die Zahlen zwischen (geschätzten) 25.000 bis hin zu 45.000 Mitgliedern.
"Für die Stadt ist es daher auch ganz schwierig hier Maßnahmen zu setzen", erläutert Gemeinderat Thomas Rajakovics, im Büro von Bürgermeister Siegfried Nagl zuständig für Integration. Daher seine Forderung: "Das Religionsbekenntnis muss wieder verpflichtend auf dem Meldezettel vermerkt werden. Nur wenn wir wissen, um wie viele Personen es geht, ist es für uns möglich, in diesem Bereich sinnvoll zu planen."

Islamischer Lehrstuhl in Graz

Dies gilt aus Sicht von Rajakovics ganz besonders für den Bildungsbereich: Hier gibt es offensichtlich Nachholbedarf, immer wieder ist – hinter vorgehaltener Hand – die Rede davon, dass an Grazer Schulen schlecht ausgebildete Religionslehrer den Islam unterrichten. Dies will Rajakovics so nicht bestätigen, aber eines ist aus seiner Sicht klar: "Wer an einer österreichischen Schule unterrichtet, muss sich auch unseren Ausbildungsstandards stellen. Deshalb ist man seiten der Stadt höchst bemüht, an der theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Uni einen Lehrstuhl für islamische Theologie einzurichten. Vorteil: Es gäbe eine gemeinsame, fundierte und qualitativ hochwertige Ausbildung für alle Religionslehrer – davon profitieren auch jene rund 20 Prozent der Grazer Volksschüler, die den islamischen Religionsunterricht besuchen. Das Grazer Ansinnen wurde bereits mit Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Integrationsminister Sebastian Kurz besprochen, eine Antwort steht noch aus.
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Karin Polanz aus Bruck an der Mur | 10.08.2016 | 13:20   Melden
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