15.04.2016, 12:58 Uhr

Traumberuf Instrumentenbauer

Johannes Plenk in seinem Element: "Instrumentenbauer ist ein Traumjob."

Derzeit arbeitet Johannes Plenk gerade an einem Saxophon aus den 1930er-Jahren. Das Holzblasinstrument - zu denen gehört das Saxophon nämlich - muss für einen Liebhaber restauriert werden.

Alleine zwei Wochen dauerte es, ehe Plenk die richtigen Ersatzteile fand und eine Möglichkeit zum Polieren des sandgestrahlten, versilberten Korpus austüftelte. "Genau dafür wird man Instrumentenbauer", sagt Plenk. Der schönste Moment sei es, wenn der Kunde ins Geschäft nach Söding kommt und die ersten Töne aus dem restaurierten oder reparierten Instrument holt.

Massenware

Probleme durch günstige Massenware sieht Plenk nicht, auch wenn diese Instrumente eine gute Qualität haben und handwerklich nicht zu konkurrenzfähigen Preisen hergestellt werden könnten. Denn repariert werden müssen die Instrumente immer noch. Selbst Blasinstrumente aus Kunststoff sieht er positiv, mit derart günstigen und leichten - und qualitativ dennoch ordentlich - Instrumenten kann heute sogar schon ein Vierjähriger mit dem Trompete spielen beginnen.
Außerdem hat der Instrumentenbauer einen Vorteil gegenüber Produktionsfirmen: "Fast alles was es auf der Welt gibt ist bereits durch meine Hände gegangen", lacht Plenk, dessen jahrelanges Know-how mittlerweile in ganz Österreich gefragt ist.
"Man muss Ideen haben und darf nicht jammern", meint der 53-Jährige, "Leicht war es nie, es ist nur anders."
Ideen hat er. So bietet er etwa Pflegeworkshops an, betreibt einen Onlineshop und arbeitet auch stark mit Facebook, wo er Reparatur-Tagebücher führt.

Ausbildung

1978 begann Johannes Plenk als Instrumentenbauer-Lehrling in Graz. Seine Ausbildnerfirma hat er inzwischen überlebt. Die Firma Franz Hutter gibt es heute nicht mehr. Im Sommer wird er selbst mit der Lehrlingsausbildung beginnen. "Der Innungsmeister hat mich ermutigt einen Lehrling aufzunehmen um den Beruf nicht aussterben zu lassen." Gleichzeitig scheint Plenk froh zu sein, Unterstützung zu bekommen, denn Arbeit gibt es genug. Eigentlich wäre ein Geselle schön, meint er, aber es gibt einfach keine. Entweder sie bleiben in ihren Firmen, machen sich selbstständig oder - und das ist in diesem Metier durchaus üblich - wechseln fertig ausgebildet in einen anderen Beruf.
Und das obwohl es ein Traumberuf ist, wie Plenk, der sich auf Holzblasinstrumente spezialisierte, klar stellt. Vor allem für Musiker. Ein guter Musiker zu sein ist aber ohnehin die Voraussetzung für den Job.

Vertrauen

Seit 2006 ist Johannes Plenk selbstständig, erst entwickelte er für eine große österreichische Firma Klarinetten, pendelte zwischen Frankfurt, China und Köflach, ehe er PH Music gründete. Ehrlichkeit und Vertrauen sieht er als Basis seiner Arbeit. "Das Vertrauen eines Orchestermusikers zu gewinnen, ist wie eine Auszeichnung", lacht Plenk. Gleichzeitig ist es mit Sicherheit auch die Verlässlichkeit, die seine Kunden schätzen. "Ich bin auch schon zu Konzerten gefahren und habe vor den Auftritten Instrumente repariert", erzählt er.
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