18.04.2016, 14:20 Uhr

B70: Baustart 2018, wenn der Fahrplan hält

LR Jörg Leichtfried traf sich mit den SP-Bürgermeister und Spitzenfunktionären inklusive BH Hannes Peißl beim Herold.

Die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) für die B70 erfolgt noch im ersten Halbjahr 2016. Auch der Vorlagebericht für den Landesrechnungshof wird noch heuer abgegeben.

Wenn der Verkehrslandesrat in die Lipizzanerheimat kommt, dann wird ihm fast zwangsläufig von allen Seiten eine Frage gestellt: Wenn wird die B70 endlich fertiggestellt? So ging es auch Jörg Leichtfried, der am Montag, dem 18. April, seinen Antrittsbesuch als Landesrat im Bezirk Voitsberg absolvierte. Seine Antwort: "Wir haben das Verfahren zuletzt etwas beschleunigt, sodass die Umweltverträglichkeitserklärung noch im ersten Halbjahr 2016 fertig wird. Heuer soll auch noch der Vorlagebericht für den Landesrechnungshof abgeschlossen sein. Mit dem Start der Umweltverträglichkeitsprüfung ist mit 2017 zu rechnen. Man kann davon ausgehen, dass bei günstigem Verfahrensverlauf ein Jahr Zeit verstreicht, dann wäre ein Baustart im Jahr 2018 denkbar." Allerdings kann der Lückenschluss der B70 nicht aus dem vorhandenen Straßenbudget berappt werden, da ist ein Sonderbudget notwendig und darüber müssen die Landesregierung und der Landtag befinden. Und etwaige Einsprüche sind in diesem Zeit-Fahrplan nicht miteinberechnet.

Acht Ressorts
Leichtfried möchte sein Verkehrsressort aber nicht als reines Straßen-Programm verstanden wissen. "Natürlich sind die Zahlen dramatisch, denn wir bräuchten 50 Millionen Euro pro Jahr, um die Verschlechterung unserer Straßen zu stoppen. Da wir das nicht haben, erstellten wir ein Prioritätenkonzept mit dem Thema Sicherheit an oberster Stelle. Dahinter kommen die Hauptverbindungen, dann die Sanierung der restlichen Bereiche und schließlich Neuerungen", so Leichtfried, der rund 5.000 km Straßen, 36 Tunnel und 3.600 Brücken zu betreuen hat. Ein großes Problem sei der Schwerverkehr, denn "ein Lkw zerstört soviel Straße wie 40.000 bis 60.000 Pkw, daher hat Transit auf Nebenverbindungen nichts verloren."
Für Leichtfried ist das Thema Straße "nicht alles", er will viel mehr den öffentlichen Schienenverkehr stärken und ausbauen. Die Grundvoraussetzungen dafür sind Tempo, Vertaktung, Erreichbarkeit und Komfort. Gerade bei der Erreichbar setzt Leichtfried im ländlichen Raum mit Mikroverkehrssystemen (Taxis, Kleinbusse im Verbundsystem) an, dazu kommt die Kombination von E-Bike und Fahrrädern mit der S-Bahn. Außerdem vertritt Leichtfried hier das Konzept der Verkehrssicherheit und hat hier Schweden als Vorbild.
Insgesamt sind Leichtfried acht Ressorts unterstellt, darunter auch das Umweltressort. Hier kämpft er gegen erhöhte NOx-Werte, die hat die EU ein Verfahren eingeleitet. "Die besten Strategien gegen diese hohen Werte sind Tempo-Reduktionen auf den Autobahnen", ist Leichtfried überzeugt.
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