31.03.2016, 20:50 Uhr

Gleisdorf wächst über sich hinaus

Der Gleisdorfer Gemeinderat bei der aktuellen Sitzung im Servicecenter.

Der Zuzug in Gleisdorf ist enorm. Damit ergeben sich viele Aufgaben für die Stadt.

Sowohl die Kindergärten als auch die Volksschule platzen in Zukunft aus allen Nähten.

Platzbedarf im Kindergarten

Derzeit betrage die Auslastung der Kindergärten knapp über 90%, im nächsten Jahr seien es 100%. Darüber hinaus gebe es eine Warteliste: 72 Kinder seien darauf angemeldet, die aber noch nicht versorgt wurden, antwortete Bgm. Stark in der Fragestunde. „Wir haben einen gewaltigen Bedarf, den das Land noch nicht anerkennt. Das Land Steiermark müsse diesem Bedarf zustimmen, erst dann könne man Plätze schaffen.

Erweiterung der Volksschule Gleisdorf

Vier Klassen pro Schulstufe brauche man bis zum Schuljahr 2019/2020 in der Volksschule, dafür braucht es einen Um- und Zubau, der auch Raum für die geforderte Inklusion bringt. Nach derzeitigem Stand soll die Volksschule Gleisdorf um fünf Klassenräume erweitert werden, Räumlichkeiten der ehemaligen VS Jahngasse bedürfen zudem einer Modernisierung. Nach Schätzungen müssten rund sechs Millionen Euro in dieses Projekt fließen. Mit der aktuellen Gemeinderatsitzung wurde dafür einstimmig der Startschuss gegeben. Gleichzeitig wird ab April auch eine Gruppe von Fachleuten an einer Gesamtstrategie der schulischen Entwicklung zu arbeiten. Denn es könnte auch sein, dass die zusätzlichen Klassen auf viele Jahre gesehen noch zu wenig sind.

Mitfinanzierung der VS Wetzawinkel

Beschlossen wurde auch die Mitfinanzierung des Um-, Zu- und Neubaus der VS Wetzawinkel mit ca. 18%. Der Anteil beträgt rund 756.000 Euro, auf fünf Jahre verteilt, wobei Bedarfszuschüsse von bis zu 50% möglich sind.

Bezirksgericht wird Asylquartier

Für zwei Jahre wird das ehemalige Bezirksgericht von Gleisdorf 80 asylsuchende Menschen beherbergen, danach wird daraus ein Haus für betreubares Wohnen. In nächster Zeit werden die bereits jetzt in Gleisdorf wohnenden Asylwerber in das neue Quartier umziehen, dann werde aufgestockt – wobei man Wert darauf lege, dass nicht nur Männer Unterkunft fänden, sondern dass es eine Durchmischung geben müsse.
Die FPÖ stellte in der Gemeinderatssitzung einen Dringlichkeitsantrag gegen dieses Quartier, stand in der Sitzung aber auf verlorenem Posten. Der Bezirk Weiz müsse eine Quote von 1300 Flüchtlingen erfüllen, derzeit seien nur 30 % erfüllt, informierte Bgm. Stark. Mit dem Bezirksgericht stünde für zwei Jahre ein Bundesquartier zur Verfügung, das von der Caritas betrieben werde. Vor Ort werde ein 24-Stunden-Dienst des Betreibers eingeräumt, was eine Verbesserung beinhalte. Bgm. Stark lobte in diesem Zusammenhang die Freiwilligenarbeit der Asylplattform bei der Integration: „Nur mit den Freiwilligen geht es!“
Der Gemeinderat fasste einen Grundsatzbeschluss zur Menschlichkeit, die Mitglieder der FPÖ enthielten sich der Stimmen.

Rüsthausumbau der Feuerwehr Labuch

Die FF Labuch erfährt stetige Zuwächse, was eine Erweiterung des Rüsthauses notwendig macht. Aktuell hat man 90 Mitglieder, wobei derzeit nicht alle in den Mannschaftsräumen untergebracht werden können. Auch fehlen Sanitärräume für die weiblichen Mitglieder. Der Gleisdorfer Gemeinderat beschloss die Finanzierung von 500.000 Euro als Wertschätzung für die Freiwilligenarbeit.

Neuer Raumplan für Gleisdorf

Zum neuen Raumplaner für Gleisdorf wurde in der Gemeinderatssitzung für die nächsten zwei Jahre Architekt Günter Reissner mit Büro in Graz bestellt. Er wird mit einem örtlichen Entwicklungskonzept und der Ausschreibung eines neuen Raumplanes betraut.

30-er Beschränkungen

Der Höhenweg in der Katastralgemeinde Labuch erhält eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h. Für das Ortsgebiet von Urscha wird eine 30er-Zone geplant.

Rechnungsabschluss 2015

Einstimmig angenommen wurde der Rechnungsabschluss 2015. Alle im außerordentlichen Haushalt enthaltenen Vorhaben wurden ohne Darlehen finanziert. Karl Hierzer (Grüne) mahnte einmal mehr zu sparen, die Einnahmen durch die Feistritzwerke könnten weniger werden, die Ausgaben für den Sozialhilfeverband würden immer mehr. Auch Finanzstadträtin Tamara Niederbacher schlug in dieselbe Kerbe. Man sollte sogar versuchen, einen Überschuss zu produzieren. Einstimmig zeigte man sich froh, dass dieses Budget als Fusionsgemeinde so gut funktioniert hat. Vbm. Reinhard Hofer setzt auf weitere gute Zusammenarbeit in Wohlwollen! Überprüft wurde der Rechnungsabschluss auch im Prüfungsausschuss, der keine Mängel gefunden hat.

Punktuelle Themen im Gemeinderat:

- Die Arbeitslosenquote war mit 8,4% Ende Februar so hoch wie nie. Man hofft auf Besserung im Frühjahr.
- Die Gemeinderäte Cornelia Krautstingl und Christian Kober wurden zu Europagemeinderäten nominiert.
- Beschlossen wurde eine neue Wasserleitungsordnung. Hausbrunnen können weiterhin bestehen. Es gibt keine Anschlusspflicht. Für landwirtschaftliche Flächen werden Pauschalbeiträge festgesetzt.
- Wie viele andere Gemeinden auch gibt Gleisdorf ein öffentliches Statement gegen die Art und Weise ab, wie die Gespräche zum Freihandelsabkommen geführt werden. Der derzeitige Verhandlungsstand sei nicht zustimmungsfähig. Gleisdorf erklärte sich damit zur TIPP/CETA/TiSA-freien Gemeinde.
- Der Gemeinderat beschloss im Rahmen der 8-Städte-Kooperation die Teilnahme am Projekt „City Cooperation II“. Das geförderte Projekt soll u. a. helfen, Stadtkerne zu erhalten und die Wirtschaft zu stärken.
- Beschlossen wurde die Ausschüttung von 70.000 Euro als Sportförderung 2015 für Vereine, aufgeteilt nach einem bestimmten Schlüssel.
- Public Viewing bei der Fußball-WM: Zwischen dem Haus der Musik und dem Forum Kloster wird vom 10. Juni bis 10. Juli ein Public Viewing anlässlich der Fußball EM 2016 gratis stattfinden, betrieben von einem Gastro-Betrieb, gefördert von der Stadtgemeinde und dem TIP-Tourismus. An zwei spielfreien Tagen werden dann vor Ort auch die alljährlichen Music-Fridays in diesem Zelt stattfinden.
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