Gesundheit und Klimakrise
Landesklinkum Mauer - So setzt die Hitze der Psyche zu
- Christan Korbel, Ärztlicher Leiter im Landesklinikum Mauer und Meterologe Markus Wadsack.
- hochgeladen von Eva Dietl-Schuller
Markus Wadsak und Christian Korbel erklärten im LK Mauer, wie die Klimakrise die Gesundheit belastet.
MAUER. "Falls Sie es noch nicht gehört haben, es wird wärmer", so Christan Korbel, Ärztlicher Leiter im Landesklinikum Mauer zum Thema "Psyche und Klima". Denn Hitzewellen sind längst nicht mehr nur eine Belastung für den Körper – sie wirken sich auch auf die psychische Gesundheit aus. Steigende Temperaturen können Stress verstärken, Aggressionen fördern und psychische Krisen verschärfen.
Steigende Aggressionen
Im Landesklinikum Mauer warnen Experten deshalb vor den Folgen des Klimawandels für Patienten und das Gesundheitssystem. „Der Klimawandel ist kein Luxusthema. Die Folgekosten des Klimawandels werden auch das Gesundheitssystem treffen“, betont Christian Korbel anlässlich der Fachveranstaltung „Klima & Psyche“ mit dem Meteorologen Markus Wadsack im Landesklinikum.
Mehr stationäre Aufnahmen
Das Landesklinikum bekomme die Auswirkungen bereits zu spüren. Während Hitzeperioden steige die Zahl der stationären Aufnahmen in der Psychiatrie. Gleichzeitig gebe es Hinweise auf eine höhere Suizidrate. Mit zunehmenden Hitzewellen sei künftig mit noch mehr Patienten zu rechnen. Hohe Temperaturen beeinflussen die Psyche auf mehreren Ebenen. Menschen werden gereizter und aggressiver, was Konflikte verschärfen kann. „Wenn Aggression steigt, steigt sie auch gegen die eigene Person“, erklärt Korbel mit Blick auf das Suizidrisiko.
Hitzebelastung und Medikamente
Hinzu kommt, dass manche Medikamente die Hitzebelastung verstärken können. Beruhigungsmittel etwa dämpfen das Hitze- und Durstempfinden, wodurch die Gefahr einer Dehydrierung steigt. Auch die Lagerung von Medikamenten wird schwieriger: Manche Präparate müssen gekühlt werden, andere dürfen nur bei Zimmertemperatur gelagert werden. Steigen die Raumtemperaturen deutlich über die üblichen 22 Grad, kann das ihre Wirksamkeit beeinträchtigen.
Herausforderungen für Mitarbeiter
Nicht nur Patienten, auch Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen leiden unter der Hitze. Korbel sieht deshalb neue Herausforderungen für den Arbeitsalltag. Dass Österreich besonders stark betroffen ist, unterstreicht Meteorologe Markus Wadsak. Hitzewellen kämen früher, dauerten länger und fielen extremer aus. „Ja, es war früher auch heiß. Damals waren es 30 Grad, jetzt sind es weit mehr“, sagt Wadsak. Die Folgen seien schon heute sichtbar: steigende hitzebedingte Sterblichkeit und wachsende Belastungen für das Gesundheitssystem. Korbel weist darauf hin, dass das Gesundheitswesen selbst Mitverursacher des Klimawandels ist – etwa durch energieintensive Gebäude, Lieferketten oder den hohen Verbrauch von Einwegmaterialien. Umso wichtiger seien Investitionen in Prävention, Anpassungsmaßnahmen und Klimaschutz.
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