Förderung gestrichen
Don Bosco Amstetten vor Aus – Bürgermeister beruft Sondersitzung ein

Amstettens Vizebürgermeister Gerhard Riegler und Helfried Blutsch (beide SPÖ): "In dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass diese wichtige Einrichtung für unsere Jugendlichen bestehen bleibt." | Foto: SPÖ
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  • Amstettens Vizebürgermeister Gerhard Riegler und Helfried Blutsch (beide SPÖ): "In dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass diese wichtige Einrichtung für unsere Jugendlichen bestehen bleibt."
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Die Zukunft des Don Bosco Jugendzentrums in Amstetten steht auf der Kippe: Nach der Streichung der Landesförderung durch das Land NÖ und FPÖ-Landesrat Martin Antauer droht der traditionsreichen Einrichtung das Aus. Die Entscheidung sorgt parteiübergreifend für Kritik. 

STADT AMSTETTEN. Eigentlich wollte man heuer das 60 jährige Bestehen des Jugendzentrums „JA Don Bosco“ mit Pauken und Trompeten feiern. Nun wird es wahrscheinlich zum traurigen Zusperrfest. „In Zeiten der Knappheit müssten neue Prioritäten gesetzt werden. Wenn man aber das bisherige wenige Geld für die direkte Arbeit mit den Kindern nun auch noch wegnimmt, ist das nichts anderes, als ein Schuss ins eigene Knie. Ich sorge mich um die Zukunft des Landes, wenn das Land der Jugend die Zukunft nimmt.“, zeigt sich Don Bosco Sozialwerk-Geschäftsführerin Regina Schmid entsetzt

"Links-woke Workshops"

„Wir ziehen selbstverständlich Projekte vor, die der Integration dienen, wie etwa sinnvolle Sprachschulungen und nicht irgendeinen links-woken Wahnsinn, der völlig an den Lebensrealitäten der Niederösterreicher vorbei geht“, stellt FPÖ-Landesrat Martin Antauer klar und verweist dabei auf einen „LGBTIQ+“-Workshop oder ein „Pride Flaggen Quiz“ im Jugendzentrum Amstetten Don-Bosco.
„Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Steuerzahler bereit ist, solche Workshops und Veranstaltungen zu finanzieren“, so Antauer weiter und unterstreicht nochmals die Notwendigkeit von budgetären Einsparungen.

FPÖ-Antauer: „Wir schützen Steuerzahler vor links-wokem Wahnsinn“ | Foto: FPÖ Niederösterreich.
  • FPÖ-Antauer: „Wir schützen Steuerzahler vor links-wokem Wahnsinn“
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„Spiele und Sitzkreise mit Regenbogenfahnen können gerne privat finanziert werden, aber nicht vom Steuerzahler. Wir unterstützen sinnvolle Sprachschulungen, die unsere Kultur, unsere Werte und Sprache ins Zentrum rücken aber keine links-woken Workshops“, schließt Antauer.

ÖVP-Bürgermeister beruft Sondergemeinderatssitzung ein

Seit 60 Jahren ist das Jugend- und Kinderzentrum Don Bosco für Kinder und Jugendlichen von 8 bis 18 Jahren eine Institution in der Sozial- und Jugendarbeit in Amstetten. Aufgrund der Einstellung der Landesförderung steht die Einrichtung nun vor dem Aus. Aus diesem Grund beruft Bürgermeister Christian Haberhauer eine Sondersitzung des Gemeinderats ein, um umgehend eine Resolution an den zuständigen Landesrat Martin Antauer zu verabschieden. „Wir wollen damit zeigen, dass die Amstettnerinnen und Amstettner und insbesondere der Gemeinderat geschlossen hinter dem Kinder- und Jugendzentrum stehen. Es soll eindringlich darauf hingewiesen werden, wie wichtig die Einrichtung, im Zusammenspiel mit den stadteigenen Jugendangeboten, für das soziale Netzwerk der Stadt ist.“ Die Sondersitzung wird voraussichtlich Anfang Mai stattfinden.

Das sagt die SPÖ Amstetten

Die SPÖ Amstetten zeigt sich alarmiert über die aktuelle Entwicklung rund um das Don Bosco Jugendzentrum. Aufgrund der Streichung der laufenden Förderung durch das Land Niederösterreich und FPÖ-Landesrat Martin Antauer steht die Einrichtung vor dem Aus. Bleibt die Förderung seitens des Landes aus, droht dem Jugendzentrum die Schließung.

„Im Don Bosco Jugendzentrum wird hervorragende Arbeit geleistet. Es war für viele Generationen von Jugendlichen in unserer Stadt eine wichtige Anlaufstelle und ein beliebter Treffpunkt. Gerade deshalb ist es komplett unverständlich und kurzsichtig, dass seitens des Landes die Förderung gestrichen wird und die Betroffenen vor vollendete Tatsachen gestellt werden", so Amstettens SPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Riegler.

"FPÖ hat kein Herz für Jugendliche"

Riegler kritisiert, dass von FPÖ-Antauer die falschen Prioritäten gesetzt werden. Ansonsten könne man sich nicht erklären, warum für eine derart wichtige Einrichtung auf einmal kein Geld mehr da sein soll. „Für unnötige Posten oder blaue Prestigeprojekte ist im Land Niederösterreich genug Geld da, aber einer wichtigen und erfolgreichen sozialen Einrichtung streicht FPÖ-Landesrat Antauer eiskalt die Unterstützung. Da stellt sich schon die Frage: Sieht so die soziale Politik für die Menschen in Österreich aus, von der die FPÖ immer spricht? Scheinbar hat die FPÖ kein Herz für unsere Jugendlichen und sozialen Einrichtungen, sondern nur für die eigenen Parteifreunde.“

Für die SPÖ Amstetten ist klar, dass das Don Bosco Jugendzentrum erhalten werden muss.
„Für mich ist in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass diese wichtige Einrichtung für unsere Jugendlichen bestehen bleibt. Schließlich versteht niemand, warum die Jugendlichen und vielen engagierten Menschen im Don Bosco Jugendzentrum jetzt die Leidtragenden der FPÖ-Politik in Niederösterreich sein sollen“, so Riegler abschließend.

Das sagen die Grünen Amstetten

Der Grüne Landtagsabgeordnete Dominic Hörlezeder übt scharfe Kritik an der schwarz-blauen Landesregierung und dem Festhalten am Förderstopp für das Don-Bosco-Jugendzentrum in Amstetten. Anstatt sich an den durchschaubaren Provokationen von FPÖ-Landesrat Martin Antauer abzuarbeiten, rückt Hörlezeder die fatale politische Tragweite dieser Entscheidung in den Fokus – und nimmt dabei vor allem die ÖVP in die Pflicht.

Dominic Hörlezeder (Grüne): „ÖVP schaut tatenlos zu, wie die FPÖ christliche Jugendarbeit in Amstetten zertrümmert“ | Foto: Grüne
  • Dominic Hörlezeder (Grüne): „ÖVP schaut tatenlos zu, wie die FPÖ christliche Jugendarbeit in Amstetten zertrümmert“
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„Es entbehrt nicht einer gewissen Bitterkeit: Da leistet ein katholischer Orden seit über sechs Jahrzehnten genau jene stabilisierende, bodenständige Sozialarbeit, die sich bürgerliche Politiker in Sonntagsreden immer wünschen – und die FPÖ dreht dieser Einrichtung aus reinem parteipolitischem Kalkül den Geldhahn zu. Das ist mutwillige Zerstörung von sozialem Zusammenhalt. Das ist mutwillige Zerstörung von Zukunftschancen“, kritisiert Hörlezeder.

Grüne: Kritik an der Volkspartei

Das Don-Bosco-Heim, so der Abgeordnete, sei ein essenzieller Rettungsanker. „Wenn Kinder und Jugendliche dort nach der Schule Hilfe bei den Hausaufgaben bekommen, wenn ihnen zugehört wird und sie einen sicheren Platz finden, der ihnen Halt und Orientierung gibt, dann ist das schlichtweg gelebte Nächstenliebe. Wer hier die Abrissbirne ansetzt, reißt den Schwächsten in unserer Gesellschaft den Boden unter den Füßen weg.“

Besonders hart ins Gericht geht Hörlezeder mit der Rolle der Volkspartei. „Das ohrenbetäubende Schweigen der ÖVP in dieser Causa entlarvt sie. Wo bleiben die großen Worte der Landeshauptfrau über christlich-soziale Werte, wenn ihr Koalitionspartner in Amstetten eine kirchliche Vorzeigeeinrichtung an die Wand fährt? Es ist ein politisches Armutszeugnis, dass die ÖVP ihre eigenen historischen Grundsätze offenbar klaglos für den schwarz-blauen Machterhalt opfert.“

Hörlezeder fordert eine Rückkehr zur sachlichen Vernunft und die sofortige Wiedereinsetzung der Fördermittel. „Wir brauchen in der Jugendarbeit Verlässlichkeit und keinen Populismus auf dem Rücken unserer Kinder. Die Landesregierung muss diesen katastrophalen Fehler umgehend korrigieren, damit die Betreuerinnen und Betreuer ihre unverzichtbare Arbeit für Amstetten fortsetzen können.“

KPÖ Amstetten: Jugendzentrum JA Don Bosco erhalten!

Das Jugendzentrum JA Don Bosco in Amstetten muss seine Pforten schließen, weil das Land die Förderungen streicht. Im laufenden Jahr geht es dabei um 50.000€.  „Bei Luxusgagen von Politikern wird nicht gekürzt, bei der Jugend aber schon,“ meint KPÖ Landessprecher Max Zirngast und fügt hinzu: „Die aktuelle Teuerung nach den Vielfachkrisen der letzten Jahr wird die gesellschaftlichen Probleme noch verschärfen. Es braucht Räume, gerade für junge Menschen, wo Solidarität gelebt werden kann.“

Auch Anton Huber von der KPÖ Amstetten ist besorgt über diese Entscheidung des Landes und findet die Entscheidung unverständlich: „Die Politik redet davon, dass alle sparen müssen. Aber für Waffen ist Geld da, für Einrichtungen wie das Jugendzentrum nicht. Wir sollten als Gesellschaft in Bildung, Gesundheit und Soziales investieren, nicht in Aufrüstung.“
Aus Sicht der KPÖ muss das Jugendzentrum JA Don Bosco erhalten bleiben. Die Landesregierung sollte schleunigst umdenken und sich bewusst machen, welche gesellschaftlichen Auswirkungen solche Entscheidungen haben.

NEOS: Kritik an LR Antauer wegen Förder-Aus

Deutliche Kritik üben NEOS an der Streichung der Landesförderung für das Jugendzentrum in Amstetten. Besonders irritiert zeigt sich Landesparteivorsitzende Indra Collini über die Begründung des zuständigen Landesrats Martin Antauer. „Für die Vergabe von Fördergeldern muss es objektive, nachvollziehbare und transparente Kriterien geben. Das veraltete Weltbild eines Landesrats, das im letzten Jahrhundert stecken geblieben ist und mit der Lebensrealität junger Menschen heute nichts zu tun hat, gehört nicht dazu“, so Collini.

Die NEOS-Politikerin sieht Antauer in der Pflicht, seine Prioritätensetzung bei Förderentscheidungen zu überdenken und transparent zu machen. „Natürlich ist es notwendig, in Zeiten erhöhten Sparzwangs genau hinzusehen, wohin öffentliche Mittel fließen. ÖVP und FPÖ müssen aber schon auch an den richtigen Schrauben drehen. Es gibt zahlreiche andere Bereiche, wo sparen dringend notwendig wäre – etwa bei der Parteienförderung, wo Millionen zu finden wären. Aber wenn es um die eigenen Privilegien geht, klammern sich ÖVP und FPÖ mit beiden Händen ans Geld der Steuerzahlenden.“

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Amstettens Vizebürgermeister Gerhard Riegler und Helfried Blutsch (beide SPÖ): "In dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass diese wichtige Einrichtung für unsere Jugendlichen bestehen bleibt." | Foto: SPÖ
Dominic Hörlezeder (Grüne): „ÖVP schaut tatenlos zu, wie die FPÖ christliche Jugendarbeit in Amstetten zertrümmert“ | Foto: Grüne
FPÖ-Antauer: „Wir schützen Steuerzahler vor links-wokem Wahnsinn“ | Foto: FPÖ Niederösterreich.
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