12.10.2014, 16:22 Uhr

Großbrand in Polln bei Petzenkirchen: Rund 1.200 von 2.800 Schafen gerettet

(Foto: FF Pöchlarn)
PETZENKIRCHEN/BERGLAND. Am Samstagabend geriet aus noch unbekannter Ursache in Polln in der Gemeinde Petzenkirchen-Bergland auf einem großen landwirtwschaftlichen Betrieb ein rund 1.000 Quadratmeter großer Schafstall, der rund 2.800 Schafe und Lämmer beherbergte, in Vollbrand.

Das Wasser wurde knapp
Binnen kürzester Zeit waren 285 Einsatzkräfte und 51 Fahrzeuge von 14 Feuerwehren vor Ort und begannen mit den schwierigen Löscharbeiten.
"Das Hauptproblem war, ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen, da der Bauernhof in Polln auf einer leichten Anhöhe liegt," schildert der Sprecher der Einsatzleitung Dominik Meierhofer. Aus diesem Grund habe man zunächst mit mehreren Tankfahrzeugen einen Pendelverkehr eingerichtet, an dem sogar ein leerer Milchtransporter beteiligt war. Damit nicht genug wurden von einem nahegelegenen Mühlbach zwei Versorgungsleitungen mit insgesamt vier Pumpen bis zum Hof gelegt. "In Summe haben wir dafür rund 2,4 Kilometer Schlauch benötigt," schildert Meierhofer die schwierige Situation.

Tiere auf zwei Ebenen untergebracht
Ging man zunächst noch davon aus, dass alle 2.800 Schafe und Lämmer in den Flammen den Tod gefunden hätten, so zeigte sich später, dass immerhin 1.200 der auf zwei Ebenen untergebrachten Tiere noch am Leben waren.
"Die Schafe mussten kontrolliert aus dem unteren Stallbereich herausgelotst werden, deshalb wurde ein Schäfer zur Hilfe geholt, dem die Tiere und die Örtlichkeit bekannt waren und der sie blockweise mit seinen Hunden in Sicherheit brachte," war laut Meierhofer größte Vorsicht angebracht, da der Stall stark einsturzgefährdet war.

Amtstierarzt gab Entwarnung
Noch in den Nachtstunden machte sich auch Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner vor Ort ein Bild und veranlasste umgehend eine gründliche Untersuchung der überlebenden Tiere durch den zuständigen Amtstierarzt. "Es bestand natürlich die Befürchtung, dass die geretteten Tiere eine Rauchgasvergiftung haben könnten," sagt Meierhofer. Dieser Verdacht bestätigte sich glücklicherweise nicht: Die Lämmer sind wohlauf. Durch permanente Kühlung konnten auch zwei große Futtersilos gerettet werden, die ebenfalls massiv von den Flammen bedroht waren.

Landwirtschaft leidgeprüft
Das landwirtschaftliche Anwesen in Polln wurde nach 2008 bereits zum zweiten Mal von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht. Schon damals waren rund 500 Schafe hilflos verendet.
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