26.09.2014, 12:07 Uhr

Jugendliche vor Schuldenfalle schützen

Manfred Neubauer, Karin Renner, Florian Hofstetter (v. l.). (Foto: SPÖ Niederösterreich)

Broschüre „Jugend und Geld“ wird vom Land, der Schuldnerberatung und der Arbeiterkammer vorgestellt.

Junge Menschen geben oft mehr Geld aus als sie einnehmen. Dadurch tappen sie leicht in die Schuldenfalle. Damit das nicht passiert, haben das Land NÖ gemeinsam mit der Schuldnerberatung Nieder­österreich und der niederösterreichischen Arbeiterkammer die Broschüre „Jugend und Geld“ als Orientierungshilfe für Jugendliche und ihre Eltern entwickelt.

„Mit Geld vernünftig umzugehen, bedeutet eine große Verantwortung, denen sich viele junge Konsumentinnen und Konsumenten oft nicht im angebrachten Ausmaß bewusst sind“, sagt Niederösterreichs Konsumentenschutz-Landesrätin LHStv. Karin Renner. Der unbekümmerte Griff in die elektronische Geldbörse er­leichtert dabei nicht nur den Konsum, er verschärft vielfach auch den Verschuldungsgrad vieler junger Menschen. Eine immer größere Zahl von Jugendlichen und jungen Erwach­senen leidet bereits unter Schulden. Sie können ihre Handy­rechnungen nicht mehr zahlen oder das Minus auf dem Konto nicht mehr ausgleichen.
Die von der AKNÖ und der Schuldnerberatung NÖ ver­fasste Broschüre macht Jugendliche auf ihre Rechte und Pflich­ten aufmerksam. Sie behandelt Themen wie bargeldloses Zahlen, Kredit, Leasing, Bürgschaft, Handy, Apps und auch das zu­nehmende Konsumverhalten im Internet. Damit ist sie ein wichtiges Werkzeug und eine wertvolle Unterstützung für junge Konsumentinnen und Konsumenten. „Informierte Menschen tappen viel seltener in die Schuldenfalle und sind bei Problemen meist schneller in der Lage, die richtigen Handlungen zu setzen“, so Renner.

Schuldenreport: 1.200 Personen unter 20 bei Beratung

Wieviele Jugendliche von Schulden betroffen sind, kann die Schuldnerberatung nur erahnen. Laut dem Schuldenreport 2014 haben im Vorjahr bereits 1.200 Personen unter zwanzig Jahren mit durchschnittlich 28.000 Euro Schulden die Hilfe der Schuldnerberatung in Anspruch genommen. „In Niederösterreich sind bereits knapp 15 Prozent jener, die uns kontaktieren, Jugendliche unter 25 Jahre. Das sind aber nur jene Fälle, die sich bei uns Hilfe und Beratung holen“, sagt Florian Hofstetter von der NÖ Schuldnerberatung. Als häufigster Grund für eine Verschuldung werden die Arbeitslosigkeit und der damit einhergehende Einkommensverlust genannt, bei Jugendlichen spielt besonders auch das Konsumverhalten eine Rolle. „Wir versuchen neben der Hilfe zur Entschuldung auch Präventionsarbeit zu leisten. So haben wir im ersten Halbjahr knapp über 100 Vorträge an Niederösterreichs Schulen gehalten“, so Hofstetter.

Früh Bewusstsein schaffen

„Bei unseren Beratungen zeigt sich deutlich, dass Jugendliche besonders viel Geld für Telekommunikation ausgeben“, erklärt Manfred Neubauer, Konsumentenschützer in der NÖ Arbeiterkammer. Die Handywertkarte ist zum Nischenprodukt geworden, der überwiegende Großteil der Jugendlichen besitzt ein Smartphone. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten durch Daten-Roaming oder unachtsamen Gebrauch von Apps. Damit sind die Ausgaben für Telekommunikation unter den Top 5 Produkten nach Kleidung, Ausgehen, Verpflegung und Kosmetik. Wichtig ist es, hier so früh wie möglich Bewusstsein zu schaffen, junge Menschen über sorgsamen Umgang mit Geld aufzuklären und sie auch auf die Tücken der Konsumwelt aufmerksam zu machen.
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