Weihnachten, Interview
Gedanken zur Weihnacht & Religion

Diakon Johann Silberhumer genießt die Zeit um Weihnachten, obwohl sie sehr arbeitsintensiv ist.
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  • Foto: net-Zoooom/panthermedia.net
  • hochgeladen von Tamara Zopf

Die stille Zeit regt bei vielen zum Nachdenken an. Man geht in sich und lässt das Jahr Revue passieren.

Johann Silberhumer, Religionslehrer und Diakon in Braunau, spricht über seine Eindrücke zum heiligen Fest.

BezirksRundschau: Viele wissen gar nicht mehr worum es bei Weihnachten wirklich geht. Woran liegt das?
J. Silberhumer: Meiner Meinung nach liegt das auch am Verlust von Religiosität und dem Verlust an der Beziehung zur Kirche. Der Kommerz steht bei diesem Fest auch sehr im Vordergrund. Dass gegenseitiges Beschenken zu Weihnachten als Zeichen christlicher Nächstenliebe verstanden werden sollte, wird weniger gesehen. Wir sollen aber nicht vergessen, dass das Leuchten der Kinderaugen aber sehr wohl auch als Liebe zu unseren Kindern verstanden werden kann.

Wie hat sich das Fest im Laufe der Jahre verändert?
Am meisten an der Anzahl der Geschenke. Unser Reichtum und die Vielfalt an Konsumgütern in unserer Zeit, sowie die geringere Anzahl von Kindern ist nicht zu vergleichen mit früheren Jahrzehnten. Der religiöse Ursprung tritt mehr und mehr in den Hintergrund, althergebrachte Bräuche und Traditionen verlieren somit immer mehr an Bedeutung.

Wie beurteilen Sie die heutige gesellschaftliche Rolle von Weihnachten?
Weihnachten wird immer mehr zu einem Fest der Familie, indem man sich gegenseitig beschenkt und den Zusammenhalt verstärkt. Außerdem darf die berufliche „Auszeit“, zugunsten dieses Familienfestes, nicht unterschätzt werden. Zu Weihnachten und Ostern sind die Gottesdienste darüber hinaus die meistbesuchten im Jahr. Man will seine religiösen Wurzeln betonen, indem die Gottesdienste, vor allem die Kindermette und Weihnachtsmette besucht werden. Die Wirtschaftsbereiche, die von Weihnachten leben, möchten auch ihren Teil vom „weihnachtlichen Kommerz-Kuchen“ haben.

Welche Bräuche sind dabei eingeschlafen & welche erleben gerade ein Revival?
Bräuche wie Räuchern, Anklöckeln, Barbarazweige zum Blühen bringen, Herbergsuchen, Luciafest und vieles mehr beginnen abzubröckeln. Dagegen erfreut sich in unserer Pfarre die Rorate wieder neuer Beliebtheit. Weihnachtsmärkte in allen Variationen als Kommerz oder als Unterstützung von Vereinen und Pfarren werden immer mehr und sind somit als „neuer Brauch“ zu sehen.

Wie feiern Sie selbst das Weihnachtsfest?
Zuhause laufen schon längst nach Wunsch meiner Frau in unserem Radio diverse Weihnachtslieder. Am Vortag wird der Christbaum geschmückt, ein letztes Mal werden die Kerzen am Adventkranz angezündet und gebetet. Am Abend selbst gibt’s Schweinsbratwürstel mit Sauerkraut, dazu werden meine Schwiegermutter aus dem Seniorenheim und Verwandte eingeladen. Um 17:00 Uhr werden zur Andacht an alle Verstorbenen besinnliche Texte am Friedhof auch von mir vorgelesen, musikalisch umrahmt von der Stadtkapelle Braunau. Selbstverständlich lasse ich auch die Christmette nicht aus.

Welches ist Ihr persönliches Weihnachtslied?
Natürlich „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „So This Is Xmas“ von John Lennon. Das singen wir in unserem Chor „Da Capo Non Fine“. Der Song geht mir dann lang nicht aus den Ohren.

Autor:

Tamara Zopf aus Ried

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