Patschen aus Rasch: Ein altes Handwerk

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ST. VEIT (penz). "Als ich noch klein war, hab ich schon Raschpatschen getragen", erinnert sich Herta Tiefenthaler an ihre Kindheit zurück. Danach gerieten sie in Vergessenheit, bis Tiefenthaler vor Jahren einen Kurs übers Patschenfilzen besuchte. "Da hab ich mich wieder erinnert", freut sich die St. Veiterin, die gemeinsam mit Sonja Spießberger das alte Handwerk nun wieder neu entfacht. Die Raschpatschen sind nicht nur gemütlich zu tragen, sie wärmen auch die Füße und haben ganz nebenbei gesundheitsfördernde Auswirkungen: Sie regen die Durchblutung an, massieren die Reflexzonen und sind gut gegen Schweißfüße.

Kurse heiß begehrt

Wie man Raschpatschen macht, zeigt Tiefenthaler in einem Kurs, der ein Mal jährlich stattfindet. "Für den Novemberkurs haben sich bereits doppelt so viele angemeldet, als wir aufnehmen können. Deswegen möchten wir nächstes Jahr einen zweiten Kurs dazu anbieten." Und so wird's gemacht: Ein vier Meter langes, getrocknetes Raschbündel flicht man zu einem langen Zopf, der anschließend auf einen Baumwollstoff genäht wird. Dieser wird von Holzleisten gestützt. Solche, wie sie früher die Schuhmacher hatten. Für die Rutschfestigkeit sorgt ein aufgenähtes Lederstück an der Unterseite. Die Raschbündel an das Baumwolltuch zu nähen, ist oft eine blutige Angelegenheit. Sonja Spießberger kann aus Erfahrung sagen: "Man muss schon aufpassen, dass man sich an den trockenen Halmen die Finger nicht schneidet." Zehn bis 14 Stunden Arbeit stecken in einem Paar Schuhe – wenn man geübt ist. Das erklärt auch ihren Preis: Für ein Paar in der Größe 45 zahlt man schon mal 110 Euro. 37er kosten 88 Euro.

Nicht auf Heizung trocknen

Das Rasch wächst im Juli, August und September im Wald. Am besten gedeiht es an feuchten Stellen und im Schatten. Für die Patschen wird das Rasch in Bündel abgeschnitten und getrocknet. Danach kann es verarbeitet werden. "Die Schuhe sollten nicht bei der Heizung getrocknet werden, da werden sie spröde."

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