Zwei Laaber "spielen" Restaurant

Laabs Underground Restaurant begeistert mit Kreationen aus heimischen Produkten.
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  • Laabs Underground Restaurant begeistert mit Kreationen aus heimischen Produkten.
  • hochgeladen von Petra Höllbacher

BRAUNAU (höll). Was haben New York, London, Paris, Berlin und Braunau gemeinsam? In jeder dieser Städte gibt es sogenannte Underground Restaurants. Es sind Restaurants, die es eigentlich garnicht gibt. Denn hier serviert der Koch das Abendessen in seinem eigenen Wohnzimmer.

Über soziale Netzwerke laden Amateurköche zu sich nach Hause ein und bekochen wildfremde Feinschmecker. Wann und wo das Dinner stattfindet, erfahren die Gäste erst kurz vor dem eigentlichen Abendessen.

Guerilla Cooking ist in den Metropolen dieser Welt bereits etabliert. In Österreich findet man kaum Underground Restaurants. Eines der wenigen ist die Laabstation. Via Facebook laden die Laaber Guerilla-Köche zum Abendessen ein. Es ist bereits das fünfte Dinner für die Amateurköche, die (verständlicherweise) namentlich nicht erwähnt werden möchten. Diesesmal dreht sich alles um "Wald und Wiese".

Geheimniskrämerei
Schon die Menüfolge lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen: Steinpilz-Tatar, Wiesenlamm und Schwarzbeer-Pannacotta. Mmmmh! Dazu serviert das Kochduo Weine vom Weingut Költringer aus Gurten. Die Glücklichen, die einen der wenigen Plätze ergattern konnten, erfahren kurz vor dem Dinner die Adresse. Alles streng geheim und irgendwie kommt es einem vor, als würde man etwas Verbotenes tun.

Illegal sind derartige Supper Clubs nicht. Denn: Es wird im privaten Rahmen gekocht und keine Rechnung gestellt. Die Gäste zahlen, was ihnen Essen und Getränke wert sind.

Buntes Publikum
Um 20 Uhr trudeln langsam alle elf Gäste ein. Viele sind alleine gekommen. Auch das eine oder andere Pärchen findet sich unter den Gästen. An zwei herbstlich dekoriertenTischen sitzen die Feinschmecker bunt gemischt beisammen. Sofort entstehen spannende Gespräche. Die Stimmung ist von Beginn an gelöst. Die Guerilla-Köche, ein Paar zwischen 30 und 40 Jahren, servieren Sekt und selbstgemachte Salsa mit frischem Brot.

Dann kann es auch schon losgehen mit dem eigentlichen Dinner. Es gibt Steinpilz-Tatar mit Kräuterkartoffelpüree. Kreativ, lecker und aus heimischen Produkten. Im Hauptgang servieren die beiden Wiesenlamm aus Ach mit Gemüse aus Omas Garten. Und zur Nachseise gibt es Schwarzbeer-Pannacotte.
"Wir servieren Eigenkreationen und legen großen Wert darauf, dass die Produkte regional und saisonal sind", berichten die beiden Köche. Sie kennen die Bauern und gehen aus mal selbst in den Wald, um Zutaten zu sammeln.

Doch warum bekocht man Fremde? "Wir kochen einfach gerne und freuen uns, wenn es den Leuten schmeckt. Wir hatten von den Supper Clubs in London gehört und wollten einfach wissen, wie Braunau auf soetwas reagiert." Anfangs seien vor allem Bekannte gekommen. Das hat sich geändert: "Die Leute kommen aus einem Umkreis von etwa 60 Kilometern zu uns."

Ein Nervenkitzel ist es für die Amateurköche jedes Mal: "Ich bin immer nervös. Es ist total spannend, wie die Leute aufeinander und das Essen reagieren. Ich hoffe halt immer, dass die Stimmung gut ist - und das war sie bisher auch immer", erklärt die Köchin. Gruppen bekochen die beiden nie: "Wir nehmen nur Reservierungen von Paaren oder Einzelpersonen an. Uns ist das Miteinander der Gäste wichtig. Wir wollen hier einen Raum für Begegnung schaffen."

Bezahlt wird, was Menü und Getränke jedem einzelnen Wert sind. "Es ging sich bisher immer aus, dass wir die Kosten für den Einkauf damit decken konnten. Es ist aber natürlich ein Risiko." Das die Köche der Laabstation hoffen, dass bald noch mehr dieser Underground Restaurants in der Region entstehen: "Wir würden uns nämlich auch einmal gerne verwöhnen lassen."

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