06.11.2016, 15:29 Uhr

Musiker singen bei Benefizkonzert für Simbacher Flutopfer

Schlagerstar Gus Backus tritt mit Sohn Jeffrey auf

SIMBACH (gei). Alle anwesenden Gäste werden diesen Abend im Nightlifesaal des LOKschuppens so schnell nicht vergessen. Sechs Musiker aus ganz Bayern und Berlin stellten sich in den Dienst der guten Sache und verzichteten auf ihre Gagen, um den Simbacher Flutopfern zu helfen. Initiiert hatten das Musikspektakel Stadtrat Stefan Lehner und Jeffrey Backus, der seit vielen Jahren eine enge Bindung zu Simbach pflegt. "Ich kenne von den Faschingsbällen der West-Side-Cowboys viele Personen hier in Simbach und habe mir gleich nach der Flutkatastrophe überlegt, in welcher Form ich helfen könnte", erklärte Backus zu Beginn des Konzerts. Noch kurz vor der Flut fuhr er über die Grenze und konnte einige Tage später sehen, wie durch das Wasser alles zerstört wurde, "darunter auch viele Häuser von guten Freunden von mir", bedauerte er.

Als besonderer Höhepunkt des Abends galt der Auftritt von Schlagerstar Gus Backus, der zusammen mit Sohn Jeffrey mit viel Applaus auf der LOKschuppen-Bühne von den Fans begrüßt wurde. Zunächst schilderte Gus Backus seine musikalischen Anfänge in Deutschland in den 1950er-Jahren: "Ich hatte zu Beginn in Deutschland mit meinen Platten keine Erfolge. Ich war damals in Wiesbaden bei der United States Army als GI stationiert." Dies sollte sich aber schlagartig ändern, nachdem ihm 1960 der Durchbruch mit dem Titel "Brauner Bär und weiße Taube" gelang. Natürlich durfte auch dieser bekannte Titel bei dem Auftritt im LOKschuppen im Repertoire von Backus nicht fehlen.

Mit von der Partie war auch Franz Lippert mit seiner Tochter Ramona. Seine Band ist in der Countrymusikszene eine feste Größe und europaweite Auftritte gehören für die Band des Countrymusikers längst zur Normalität. "Ich wollte schon lange helfen und wir sind heute gern nach Simbach gekommen", so Lippert.

Eine Ehrensache war der Auftritt auch für Carina May, geborene Hager, aus München. Ihr Vater lebte lange Jahre in der Gartenstraße, ehe es ihn in die Landeshauptstadt München zog. "Allerdings habe ich noch viele Verwandte in Simbach und deshalb war der Auftritt hier im LOKschuppen schon etwas Besonderes für mich. Meine Großtante war ja selbst von der Flut sehr stark betroffen", so May. Die hauptberufliche Musikerin brillierte am Abend nicht nur mit ihrer klaren und einzigartigen Stimme, sondern kam auch mit ihren bayerischen Titeln beim Publikum bestens an. Laut Weltenbummlerin May wird es nach einer Nashville-Tour auch bald musikalisch Neues von ihr zu hören geben.

Seit drei Jahren sind Jeffrey Backus und Jesse Cole aus Berlin befreundet. Musikalisch liegen die beiden voll auf einer Wellenlänge, was an dem Abend auch zu hören war. Der Gast kam extra nach einer siebenstündigen Fahrt aus Berlin angereist, um beim Benefizkonzert dabei zu sein.

Seit Jahrzehnten ist der Komponist des Liedes "Haberfeldtreiber", Hanse Schoierer aus dem Allgäu, schon musikalisch unterwegs. Auch für ihn war es eine Selbstverständlichkeit den Geschädigten unter die Arme zu greifen.

Erfreut zeigte sich auch Frank Bradl von Radio Feelgood. Für das Benefizkonzert gab es nämlich eine Liveübertragung, die bereits nach zwei Stunden von über 10.000 Internetradio-Usern angehört wurde. "Über diesen Erfolg freuen wir uns natürlich schon sehr," erklärte Bradl. Einen Nachschlag von dem über vierstündigen Konzert gibt es im Internet unter: www.feelgoodradio.net

Was wäre der Abend ohne eine entsprechende Moderation gewesen. Hier konnte Backus auch einen Profi verpflichten. Nämlich den langjährigen Freund und Manager von Jürgen Drews, Fred Weidler, der gekonnt durch den kurzweiligen Abend führte. Die Höhe der Spendensumme wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Einen Wermutstropfen gab`s aber doch. Mitorganisator und Stadtrat Stefan Lehner bedauerte das Fernbleiben vieler Simbacher am Abend: "So ein toller Konzertabend hätte viel mehr Besucher verdient gehabt, besonders darum, weil es um die Simbacher Flutopfer ging." Unter den Gästen waren auch zweiter Bürgermeister Thomas Klumbies und Stadtrat Alfred Feldmeier.

Fotos: Walter Geiring
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