08.10.2014, 23:42 Uhr

Reform in zwei Varianten

Christa Vladyka sieht die überwiegenden Vorteile klar beim Modell des ÖGB/AK. (Foto: Bezirksblätter NÖ)

Während die ÖVP das Steuermodell des ÖAAB präferiert, fordert die SPÖ naturgemäß das Modell des ÖGB.

BEZIRK (bm). In einem sind sich die Koalitionspartner einig: Wir brauchen eine Steuerreform. Doch ab da scheiden sich die Geister. Während die ÖVP das Steuermodell des Österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Bund (ÖAAB) präferiert steht die SPÖ ganz hinter dem Modell des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Arbeiterkammer (AK).

36.000 Lohnsteuer-Zahler

Im Bezirk Bruck an der Leitha zahlen rund 36.000 Personen Lohnsteuer. Klar ist, das sind auch 36.000 Wahlstimmen. Und diese sind jetzt heiß umkämpft. Bundesrat und Wolfsthals Bürgermeister Gerhard Schödinger von der ÖVP und Landtagsabgeordnete Christa Vladyka von der SPÖ erläutern "ihre" Steuermodelle.

ÖVP rührt Werbetrommel

"Wir wollen uns mit unserem Modell, vor allem mit unserem Gleittarif, einbringen und kräftig die Werbetrommel rühren. Denn klar ist, dass der Mittelstand, also die Lohnsteuerzahler in den derzeit mittleren Steuerstufen, von unserem Modell im Besonderen profitieren würden - das sind in unserem Bezirk immerhin 21.000 Bürger", informiert Gerhard Schödinger. So sollen im Unterschied zum derzeitigen System und auch zum Modell von ÖGB und AK durch diesen Gleittarif alle ungerechten Steuerstufen komplett wegfallen. "Wir rechnen quasi auf den Euro genau. So steigt ab einem Jahresgehalt von 12.000 Euro die Lohnsteuer kontinuierlich, von 0% beginnend, an", erklärt Schödinger.

SPÖ hält dagegen

Christa Vladyka von der SPÖ hält dagenen und erläutert: "Der ÖAAB will keine Negativsteuer und somit keine Entlastung der Ärmsten, die unter 11.000 Euro verdienen. Auch die kleinen Pensionsbezieher werden nicht berücksichtigt! Unser Modell vom ÖGB und AK sieht hingegen eine Entlastung für die sozial Schwächsten von 450 Euro pro Jahr vor, die über den Steuerausgleich zurückgeholt werden können - Stichwort 'Negativsteuer'. Der ÖAAB tendiert mit seinem Gleittarif vielmehr in Richtung 'Flat Tax'! Das bedeutet, gut situierte Personen entlasten und auf die Ärmsten vergessen - das unterscheidet uns als SPÖ eben wesentlich!"

Zahlen und Beispiele

Beim Modell des ÖAAB mit einer Staffelung der Sozialversicherungsbeiträge soll ein Arbeitnehmer mit einem Bruttolohn von 1.500 Euro eine jährliche Entlastung von rund 530 Euro erfahren. Beim Modell des ÖGB/AK, das die Lohnsteuer staffelt, wirkt sich dies mit rund 598 Euro aus. Freilich, das Budget für diese Reform von sechs Milliarden Euro bleibt bei beiden Modellen gleich, die Frage ist, wieviele Arbeitnehmer und ab welchem Einkommen davon profitieren.
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