In der Kinder- und Jugendhilfe
Burgenland stärkt Kompetenz in Autismus-Spektrum-Begleitung
- Laute Geräusche, die unerträglich erscheinen, unvorhergesehene Veränderungen im Tagesablauf, die zu massivem Stress führen – für Kinder im Autismus-Spektrum und ihre Familien ist der Alltag häufig von besonderen Herausforderungen geprägt.
- Foto: djedzura/panthermedia (Symbolbild)
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Mit einem spezialisierten Lehrgang stärkt das Burgenland seine Autismus-Spektrum-Kompetenz in der Kinder- und Jugendhilfe. Künftig haben je zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der aufsuchenden Familienarbeit die Möglichkeit, sich in diesem Bereich weiterzubilden.
BURGENLAND. Laute Geräusche, unvorhergesehene Veränderungen im Tagesablauf – für Kinder im Autismus-Spektrum können bereits Kleinigkeiten zu massivem Stress führen und unerträglich erscheinen. Es sind soziale Situationen, die oft missverstanden werden. Der Alltag für die Kinder, aber auch ihre Familien, ist demnach häufig von besonderen Herausforderungen geprägt.
Land zahlt Autismus-Spektrum-Lehrgang
Die steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung und die zunehmende Komplexität der Fälle erfordern sowohl Einfühlungsvermögen als auch fundiertes Fachwissen. Eine neue spezialisierte Schulung zum Thema Autismus-Spektrum-Störung soll die Handlungssicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der aufsuchenden Familienarbeit erhöhen und eine bedarfsgerechte, sensible und kompetente Unterstützung sicherstellen. Das Land Burgenland übernimmt künftig für je zwei Mitarbeitende pro Bezirkshauptmannschaft die vollständigen Kosten für den 40-stündigen Lehrgang.
Aufsuchende Familienarbeit bedeutet, dass pädagogische Fachkräfte die Familien in ihrem häuslichen Umfeld aufsuchen. Der Fokus liegt darauf, Kinder in ihrer Entwicklung zu schützen und zu fördern, elterliche Erziehungskompetenzen zu stärken und familiäre Krisen frühzeitig zu entschärfen, um weiterführende oder fremdunterbringende Maßnahmen möglichst zu vermeiden.
„Familien mit Kindern im Autismus-Spektrum brauchen nicht nur Verständnis, sondern vor allem fachlich kompetente Begleitung. Mit dieser Schulungsinitiative geben wir unseren Fachkräften das notwendige Rüstzeug, um diese Familien dort abzuholen, wo sie stehen – und ihnen in herausfordernden Situationen wirklich helfen zu können“, unterstreicht Soziallandesrat Leonhard Schneemann die Notwendigkeit dieser Initiative.
- „Gerade im Umgang mit Familien mit Kindern im Autismus-Spektrum sind Fachwissen, Verständnis und eine klare Haltung entscheidend", betont der zuständige Landesrat Leonhard Schneemann.
- Foto: Büro Schneemann
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Vier Module für mehr Handlungssicherheit
Der Lehrgang umfasst vier Module mit insgesamt 40 Unterrichtseinheiten. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden praxisnahe medizinische, psychologische und pädagogische Grundlagen zum Autismus-Spektrum vermittelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umgang mit herausforderndem Verhalten, konkreter Fallarbeit aus der Praxis sowie der professionellen Zusammenarbeit mit betroffenen Familien. Auch die Perspektive von Betroffenen selbst wird einbezogen.
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