Finanzbericht offenbart
Wohin das Steuergeld in Eisenstadt fließt – alle Details
- Bürgermeister Thomas Steiner mit Grünen-Klubobfrau Samara Sánches Pöll (l.), 2. Vizebürgermeisterin Charlotte Thoth-Kanyak und Finanzstadtrat Michael Freismuth (r.)
- Foto: Eisenstadt
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Eisenstadt veröffentlicht zum achten Mal seinen Transparenzbericht und legt Einnahmen, Ausgaben sowie den Einsatz öffentlicher Mittel umfassend offen. Der Bericht zeigt die finanziellen Schwerpunkte der Stadt und dokumentiert Investitionen, Vergaben, Förderungen und Personal. Gleichzeitig macht er nachvollziehbar, wie Steuergeld eingesetzt wird und stärkt damit die Transparenz der Stadtverwaltung.
EISENSTADT. Die Landeshauptstadt Eisenstadt hat zum achten Mal ihren Transparenzbericht veröffentlicht und legt damit umfassend offen, wie öffentliche Mittel eingesetzt werden. Der Bericht einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben, Personal, Vergaben, Förderungen, Subventionen sowie Transferzahlungen. Bürgermeister Thomas Steiner unterstreicht die Bedeutung des Berichts: "Transparenz ist für uns kein Schlagwort, sondern gelebte Verantwortung. Wer Steuergeld verwaltet, muss nachvollziehbar zeigen, wie Entscheidungen getroffen werden und wohin die Mittel fließen. Genau dieses Verhalten wollen wir mit dem Transparenzbericht weiter stärken."
Eine der finanziell stärksten Städten
Mit einem Vermögen von rund 173,4 Millionen Euro, Einnahmen aus eigenen Steuern von mehr als 17,1 Millionen Euro sowie 21,6 Millionen Euro an Ertragsanteilen des Bundes zählt Eisenstadt trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin zu den finanziell starken Städten Österreichs. Gleichzeitig steigen die finanziellen Belastungen für Gemeinden deutlich. So beliefen sich die Transferzahlungen an das Land Burgenland inklusive Landesumlage im Jahr 2025 auf 18,24 Millionen Euro. Von den 21,6 Millionen Euro an Ertragsanteilen verbleiben der Stadt damit effektiv lediglich 3,36 Millionen Euro.
Ungeachtet dieser Entwicklung investiert die Stadt weiterhin konsequent in Zukunftsprojekte. Zu den Schwerpunkten zählten unter anderem die Stadtvilla Eisenstadt, der Ankauf eines Grundstücks für den neuen Kindergarten- und Schulstandort, die Umstellung der Stadtbusflotte auf Elektrobetrieb, einschließlich der dafür erforderlichen Ladeinfrastruktur sowie umfangreiche Investitionen in den Kanalbau und die kommunale Infrastruktur.
Über 20 Mio. Euro an Vergaben - 90 Prozent bleiben in Region
Ein weiterer Schwerpunkt des Transparenzberichts liegt auf dem öffentlichen Vergabewesen. Im Jahr 2025 beschlossen Senat und Gemeinderat Vergaben in Höhe von rund 20,37 Millionen Euro. Davon gingen 90,48 Prozent des Vergabevolumens an Unternehmen aus Eisenstadt oder dem Burgenland. "Jeder Auftrag, der regional vergeben werden kann, stärkt unsere heimischen Betriebe, sichert Arbeitsplätze und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung in unserer Region bleibt. Transparenz und Regionalität schließen einander nicht aus - sie ergänzen sich hervorragend", erklärt Bürgermeister Steiner.
- Eisenstadt veröffentlicht zum achten Mal seinen Transparenzbericht und legt Einnahmen, Ausgaben sowie den Einsatz öffentlicher Mittel umfassend offen
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Bildung und Soziales bleiben größte Ausgabenschwerpunkte
Der Rechnungsabschluss verdeutlicht die Ausgabenschwerpunkte der Stadt. Mit 15,27 Millionen Euro entfiel der größte Anteil auf den Bereich Unterricht, Erziehung, Sport und Wissenschaft. Weitere 14,64 Millionen Euro wurden für Soziale Wohlfahrt und Wohnbauförderung aufgewendet. Für Kunst, Kultur und Kultus stellte die Stadt rund 3,55 Millionen Euro bereit. Auch die Darstellung des sogenannten "Steuereuros" macht die Priorität deutlich: Von 1.000 Euro an Steuereinnahmen fließen statistisch 281 Euro in den Sozialbereich, knapp 180 Euro in die kommunale Daseinsvorsorge, rund 208 Euro in Bildung, Kinderbetreuung und Sport sowie 161 Euro in Verwaltung und Politik.
"Gerade diese Zahlen zeigen sehr deutlich, dass der Großteil der öffentlichen Mittel unmittelbar den Menschen zugutekommt - sei es in Schulen, Kindergärten, sozialen Leistungen oder der kommunalen Infrastruktur. Genau dort setzen wir unsere Prioritäten", so Steiner.
311 Mitarbeitende sorgen für funktionierende Stadt
Der Transparenzbericht informiert auch über den Personalstand der Stadt. Mit Stichtag 31. Dezember 2025 beschäftigte Eisenstadt 311 Mitarbeitende in Rathaus, Kindergärten, Tagesheimen, Wirtschaftsbetrieben und Stadtvilla. Der Frauenanteil beträgt 69,8 Prozent, im Rathaus sind Führungspositionen bereits paritätisch besetzt. "Hinter jeder Leistung der Stadt stehen engagierte Mitarbeitende, die täglich dafür sorgen, dass unsere Stadt funktioniert. Der Transparenzbericht zeigt daher nicht nur Zahlen, sondern macht auch sichtbar, welche personellen Ressourcen für die vielfältigen Aufgaben einer modernen Landeshauptstadt erforderlich sind", betont Bürgermeister Thomas Steiner.
- er Bericht zeigt die finanziellen Schwerpunkte der Stadt und dokumentiert Investitionen, Vergaben, Förderungen und Personal.
- Foto: pexels / Birgit Böllinger
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Der Transparenzbericht dokumentiert darüber hinaus sämtliche Förderungen und Subventionen. Direkte Förderungen an Privatpersonen beliefen sich auf rund 228.000 Euro. Den größten Anteil machte erneut der Innenstadtbonus mit 134.400 Euro aus. Weitere Förderungen entfielen auf Heizkostenzuschüsse (19.800 Euro), Schulstartboni (14.960 Euro), die Senioren-Tagesbetreuung (12.500 Euro), das VOR-Klimaticket (11.700 Euro) sowie Förderungen für Photovoltaikanlagen, E-Bikes, E-Autos und weitere nachhaltige Mobilitätsmaßnahmen. Zusätzlich unterstützte die Stadt zahlreiche Vereine, Kulturinitiativen, Sportorganisationen und Bildungseinrichtungen sowie gesetzlich vorgesehene Transferzahlungen an das Land, Verbände und andere Körperschaften.
Transparenz als Voraussetzung für Vertrauen
"Transparenz schafft Vertrauen. Wenn nachvollziehbar ist, wofür öffentliche Mittel eingesetzt werden, stärkt das die Akzeptanz politischer Entscheidungen. Der Transparenzbericht ist daher ein wichtiges Instrument für eine moderne und bürgernahe Stadtverwaltung", betont Finanzstadtrat Michael Freismuth. Auch SPÖ-Obfrau und 2. Vizebürgermeisterin Charlotte Toth-Kanyak hebt die Bedeutung der Offenlegung hervor: "Transparenz ist eine Voraussetzung für Vertrauen in die Politik. Wer offenlegt, wie öffentliche Mittel eingesetzt werden, stärkt nicht nur die demokratische Kontrolle, sondern auch das Verständnis für notwendige Investitionen in Klimaschutz, Bildung und Lebensqualität."
"Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten erwarten sich die Menschen zu Recht einen verantwortungsvollen, transparenten und nachhaltigen Umgang mit öffentlichen Geldern. Durch den Transparenzbericht ist für alle gut ersichtlich, wie öffentliche Gelder eingesetzt werden und wie politische Entscheidungen zustande kommen", stellt auch Grünen Klubobfrau Samara Sánchez Pöll fest.
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