Jahr der Bäuerin
Eine Biologin aus Oberösterreich fand in Himmelberg ihre Landliebe
- Von klein auf am Erdbeerfeld.
- Foto: AgrarMarktAustria
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Im Jahr 2021 haben Susanne Popp-Kohlweiß und ihr Mann Ingulf den Beerengarten von ihrer Schwiegermutter übernommen. Die Biologin aus Oberösterreich hat in Himmelberg eine neue Heimat gefunden.
HIMMELBERG. "Mein Mann, unsere ersten beiden Söhne und ich sind 2021 von Salzburg nach Himmelberg gezogen. Ich bin zwar selbst auf einem Bergbauernhof im Süden Oberösterreichs aufgewachsen, aber zwischen meiner Kindheit und dem Umzug nach Kärnten habe ich nur in Städten gewohnt und als Biologin in der Wissenschaft und im Naturschutz gearbeitet", sagt Susanne Popp-Kohlweiß.
"Es war nicht viel Überzeugungsarbeit nötig"
"Meine Schwiegermutter Friederike Kohlweiß hat den Beerengarten schon ca. 30 Jahre in Feldkirchen geführt. Während der Corona-Krise wurde die Berufssituation für meinen Mann als Schwertkampftrainer unsicherer, und durch die Geburt unseres zweiten Sohnes wollten wir uns ein Eigenheim im Grünen leisten können. Die Immobilien in Salzburg waren damals schon schrecklich teuer und ich wollte, dass unsere Kinder am Land aufwachsen können. Einige Jahre davor hatte ich in den Sommerferien schon am Erdbeerfeld mitgearbeitet, wusste also, wie viel Arbeit das ist. Dennoch habe ich diese Zeit sehr genossen. Als meine Schwiegermutter ankündigte, den Betrieb übergeben zu wollen, war ich relativ schnell überzeugt."
Anstrengende Leidenschaft
Die schwere körperliche Arbeit stört die zierliche Dreifachmama nicht. "Ich mag es tatsächlich sehr gern, mich körperlich anzustrengen und am Abend todmüde zu sein. Mein Mann und ich haben beide einen sehr sportlichen Hintergrund und sind froh, keinen klassischen Bürojob zu haben. Ich sehe es auch an meinen Schwiegereltern, wie fit sie die körperliche Arbeit bis ins Alter gehalten hat", sagt die Bäuerin und fügt an, "vermutlich steckt es tief in der menschlichen DNA eine gewisse Genugtuung daraus zu ziehen, etwas zu säen oder zu pflanzen, und dann zu sehen, wie es gedeiht. Ich finde es befriedigend, nach Stunden körperlicher Arbeit auch Ergebnisse zu sehen. Zum Beispiel, wenn die Ribisel-Sträucher geschnitten sind oder ein paar Erdbeerreihen wieder frei von Unkraut sind. Unsere Erdbeerkunden sind auch großteils wirklich liebe Leute und ich freue mich meistens sehr über den Kundenkontakt."
Viel Arbeit & hoher Spaßfaktor
So leitet die Landwirtin mit ihrem Mann Ingulf und viel schwiegermütterlicher Unterstützung den Betrieb. "Unser Hauptbetriebszweig sind die Erdbeeren zum Selberpflücken, aber es gibt auch Ribisel, Jostabeeren, Blumen zum Selberschneiden und im Spätsommer und Herbst allerlei Gemüse und Zierkürbisse. Wir haben das große Glück, dass wir alle unsere Erzeugnisse direkt vermarkten können und nicht vom Großhandel abhängig sind. Die Lage unserer Felder ist dafür ideal. Die Fläche haben von Eckhart bzw. seiner Tochter Felicitas Senitza in Poitschach direkt an der Straße gepachtet und können so die Aufmerksamkeit vieler Vorbeifahrender auf uns ziehen. Von den Grundbesitzern können wir auch einen hervorragenden Traktorfahrer mitsamt Traktor "ausborgen", der als Vollprofi die großen Maschinenarbeiten sehr rasch und umsichtig erledigt." Entspannung findet Popp-Kohlweiß in der Umgebung. "Die Felder in Poitschach sind von Himmelberg über den Poitschacher Graben entlang der Tiebel mit dem Fahrrad oder zu Fuß super verbunden. Dort ist es schattig und der kalte Bach lädt zum Reinspringen ein. Wenn es irgendwie geht und wir kein Werkzeug oder Kinder transportieren müssen, wählen wir diese Route."
Im Winter kehrt Ruhe ein
Während der Erdbeerernte ist Susanne Popp-Kohlweiß manchmal schon um 5 Uhr zum Pflücken am Feld oder kommt nach 19 Uhr nach Hause, wenn das Erdbeerfeld schließt. Anrufe sind oft noch bis spätabends zu beantworten. "Außerhalb der Erdbeer-Erntezeit bin ich aber eher nur vormittags, wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind, mit der Pflege unserer Kulturen beschäftigt. Mitte November bis Mitte Februar gibt es zum Glück im Freiland nichts zu tun, da hat man dann Zeit zum Planen und Bilanzieren."
Die Vereinbarkeit von Familie bzw. Kinderbetreuung und Beruf bezeichnet die Bäuerin als große Vorteil. "Wir können uns die Zeit oft frei einteilen oder die drei Burschen mit aufs Feld nehmen. Außerdem schätze ich sehr, dass unsere ganze Familie mehr oder weniger in den Betrieb eingebunden ist und auch die Kinder – ein kleines bisschen – mitarbeiten. Zu Arbeitsspitzen helfen dann auch Freunde, Verwandte und Nachbarn mit. Da entsteht ein wirklich schönes Netzwerk. Es ist auch irgendwie beruhigend zu wissen, dass wir uns im Notfall teilweise selbst mit unseren Lebensmitteln versorgen könnten."
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Zahlen & Fakten
Auf rund 3 Hektar werden Erdbeeren gepflanzt. Rund 0,5 Hektar sind für Strauchbeeren – Ribisel und Jostabeeren reserviert, auf 0,2 Hektar wachsen Blumen und auf 0,2 Hektar werden Wassermelonen, Kürbis, Süßkartoffeln, Ziermais und vieles mehr angebaut.
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