Held auf der Yogamatte: Ex-Show-Fallschirmspringer Robert Glaser aus Koppl ist nun Yogalehrer

Ein Held wollte er sein, und er erreichte dieses Ziel buchstäblich im freien Fall: Robert Glaser hatte es geschafft, in das aus lediglich sechs Fallschirmspringern bestehende Show-Team von Red Bull aufgenommen zu werden. „Das war eine sehr intensive Zeit“, erzählt er rückblickend, und hat sofort einige Heldengeschichten parat, die das Herz wohl nicht nur von Adrenalin-Junkies höher schlagen lassen. Etwa vom Auftritt im Rahmen der Eröffnung des Olympiastadions in Berlin: „Da sind wir direkt nach dem Auftritt von Pink ins Stadion gesprungen, ein Nachtsprung, mit 80.000 Zuschauern – ein Wahnsinn!“ Er berichtet auch vom Sprung vor das Goldene Dachl in Innsbruck, ebenfalls ein Nachtsprung, auf kleinstem Raum mit 5000 Zuschauern. „Für so etwas bekommt man auf dem herkömmlichen Weg niemals eine Genehmigung“, erklärt Glaser, ein Traum also für jeden risikofreudigen Fallschirmspringer, der sich in diesem elitären Team verwirklichen ließ.

HSNS-Leistungszentrum für Fallschirmspringer
Zuvor war der in der Josefiau Aufgewachsene zehn Jahre beim Österreichischen Bundesheer: Nach dem Grundwehrdienst verpflichtete er sich weiter, da er nicht so recht wusste, welchen Beruf er anstreben sollte. „Ich wollte immer nur Sport machen“, sagt er, doch da er sich für Fußball nicht sonderlich begeistern konnte und diese Möglichkeit daher wegfiel, war er etwas ratlos. Beim Bundesheer war Glaser dann Ausbildner für Jagdkampf, Jäger und Sperrjäger, bis er sich dazu entschloss, Fallschirmspringer zu werden. Als im Leistungszentrum der Heeressport- und Nahkampfschule (HSNS) in Wiener Neustadt eine entsprechende Stelle frei wurde, bewarb er sich prompt. Beim Vorstellungsgespräch wirkte er so überzeugend, dass erst hinterher aufkam, dass sein erster Sprung noch vor ihm lag… „Ich war einfach fest davon überzeugt, dass das das Richtige für mich ist“, begründet er sein damals keckes Vorgehen.

14 Jahre Fallschirmsport
Nach einigen Jahren im HSNS-Leistungszentrum holte Robert Glaser die Matura im zweiten Bildungsweg nach und versuchte sich in der Immobilien- und Finanzbranche. Vom Fallschirmspringen konnte er allerdings vorerst nicht lassen und trainierte für nationale und internationale Wettkämpfe, bis er schließlich im Red-Bull-Team landete. Es folgten Reisen quer durch Europa und teils waghalsige Events. „Angst war immer dabei“, gibt er unumwunden zu, schließlich passierten ja auch immer wieder Unfälle. Der Grund für die Beendigung des Fallschirmsports 2004 – nach insgesamt 14 Jahren und mehr als 4500 Sprüngen – war das allerdings nicht. Vielmehr fühlte er sich wie getrieben vom Bedürfnis, ein Held zu sein, und stellte sein Tun zunehmend in Frage. „Mittlerweile“, so sagt er gelassen, „ist Heldentum nicht mehr notwendig für mich. Ich musste aber an meinem Selbstwertgefühl arbeiten.“

Geholfen hat ihm dabei Yoga, womit er vor rund 15 Jahren zum ersten Mal in Berührung kam. Bald begann sich Glaser insbesondere für Kundalini-Yoga zu interessieren, das im Unterschied zu anderen Yoga-Formen wesentlich mehr mit Meditation und Philosophie zu tun hat. Und das sei wichtig, denn „mit Philosophie dahinter wirkt es viel besser“, ist Glaser überzeugt. Vor zwei Jahren absolvierte er die Ausbildung zum Yogalehrer und machte somit seine Leidenschaft zum Beruf.

Yoga gegen Burn-out
Viele Menschen „stehen nicht mehr mit beiden Beinen im Leben“, weiß Robert Glaser. Kundalini-Yoga sei ein Ausweg, denn damit könne man lernen, sich wieder „auf die wichtigen Dinge des Lebens“ zu besinnen und den Verstand zu kontrollieren. Er beschreibt die Wirkung von Kundalini-Yoga insgesamt als „meditativ, dynamisch, belebend und heilend“. Bei Glaser selbst jedenfalls scheint es funktioniert zu haben.

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