Neue Tempo-20-Zone im Grödiger Zentrum?

Auch die Grenzkontrollen haben laut Bürgermeister Richard Hemetsberger ihren Anteil an der Verkehrsmisere in Grödig.
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  • Auch die Grenzkontrollen haben laut Bürgermeister Richard Hemetsberger ihren Anteil an der Verkehrsmisere in Grödig.
  • Foto: Neumayr/MMV
  • hochgeladen von Manuel Bukovics

GRÖDIG (buk). Von einem "Riesenproblem" spricht Grödigs Bürgermeister Richard Hemetsberger, wenn es um das Thema Verkehr in seiner Marktgemeinde geht. Hauptgrund seien das gestiegene Verkehrsaufkommen durch die rege Bautätigkeit in den Nachbarorten wie Rif und der Umgehungsverkehr von der Autobahn – vor allem seit den Grenzkontrollen. Bei letzterem lotsen Navigationsgeräte bei Stau auf der Autobahn zahlreiche Fahrzeuge mitten durch Grödig und weiter nach Großgmain.

"Kämpfen seit Jahren

"Wir kämpfen seit Jahren um verkehrsbeschränkende Maßnahmen", sagt Hemetsberger. So fordert er in Glanegg und auf der Strecke durch Fürstenbrunn bis zum Latschenwirt außerhalb des Ortsgebietes eine 40-km/h-Regelung. Dadurch würden – so die Idee dahinter – die Navis diese Route nicht mehr als günstige Alternative anbieten. "Wichtigster Faktor hier ist dann natürlich auch die Überwachung. Wir haben vor, Radarboxen installieren zu lassen", so Hemetsberger.

Direkt im Ortszentrum soll eine weitere Begegnungszone mit einer Beschränkung auf 20 km/h folgen. "Es ist sinnvoll, wenn die Fußgänger mehr Platz bekommen", ist der Bürgermeister überzeugt. "Dabei schimpfen die Leute zuerst meist wie die Rohrspatzen, dann werden solche Projekte aber doch gut angenommen." Verhandlungen mit der Landesstraßenverwaltung laufen hier bereits.

Gleiches Recht für alle

Damit auch die Schüler künftig sicherer unterwegs sind, gibt es komplett neue Bodenmarkierungen im Bereich der Schule, um Fahrer besser auf Übergänge aufmerksam zu machen. Für Öffi- und Radfahrer werden laufend Bushäuschen ausgetauscht und mit Fahrradabstellplätzen kombiniert. "Wir wollen Leute motivieren, dass sie auf Rad und Bus umsteigen", sagt Hemetsberger. Den Zuschuss der Gemeinde zu den Jahreskarten nehmen bereits 130 Grödiger in Anspruch. Doch der Bürgermeister sieht darin nicht die alleinige Lösung: "Man muss von der so genannten Zwangsbeglückung wegkommen und zur Kenntnis nehmen, dass die Autos immer mehr werden." Dabei müssten alle Ortsteile gleichermaßen berücksichtigt werden. Schützenhilfe erhält der Ortschef von der Verkehrsplattform Grödig, einem überparteilichen Bürger-Zusammenschluss.

Autobahnanschluss am Wunschzettel

Bereits seit Hemetsberger sein Amt innehat, kämpft er zudem für einen Autobahnanschluss im Ortsteil Eichet. "Dafür bin ich bereits zu zig Ministern gelaufen und immer wieder abgeblitzt", sagt er. Die Asfinag selbst sei an dem Anschluss nicht interessiert, doch für den Wirtschaftsstandort Grödig sei es eine Existenzfrage. Die Kosten für den Vollanschluss in Höhe von ca. neun Millionen Euro müsste die Gemeinde tragen. Verhandlungen mit Heinz Schaden, Bürgermeister der Stadt Salzburg, seien gut verlaufen.

Obus bis zum Herbst?

Besser – und vor allem schneller – läuft es hier mit dem Anschluss der Gemeinde an das Obusnetz der Salzburg AG. Hier fehle nur noch ein letzter Brocken: die Betriebskosten. "Da müssen wir noch nachverhandeln, weil es aktuell so für die Gemeinde nicht zu stemmen wäre", sagt Hemetsberger. Konkret soll hier die Linie fünf bis zum geplanten betreuten Wohnen in St. Leonhard geführt werden. Dabei werden die Busse bis zur Autobahn an der Oberleitung hängen, dann mittels Batterie bis zur Endstation fahren, wo sie während der Pause kurz nachgeladen werden, bevor es wieder retour geht. Eine Entscheidung müsse hier bis zum Herbst fallen.

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