Expertentipps aus Freistadt und Schönau
Auch im Herbst ruft der Garten nach fleißigen Händen
- Klara und David, die Juniors der Gärtnerei Viehböck in Schönau, sind mit vollem Einsatz dabei.
- Foto: Viehböck
- hochgeladen von Jennifer Wiesmüller
Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und die ersten kuscheligen Pullis wandern aus den Schränken: Es herbstlt. Doch im Garten kehrt noch keine Ruhe ein. Simone Hennerbichler aus Freistadt und Karina Viehböck aus Schönau wissen, was im Herbst zu tun ist.
FREISTADT, SCHÖNAU. "Klassiker, die bis in den späten Herbst gedeihen, bevor der erste starke und dauernde Frost kommt sind etwa Zuckerhut, Radicchio, Endivie, Kohlrabi, Karotten und Rote Rüben", sagt Simone Hennerbichler von der Gärtnerei Hennerbichler in Freistadt. "Vogerlsalat, Grünkohl, Asia-Salate, Winterportulak, Lauch, Pastinake und Petersilienwurzeln trotzen selbst tiefen Temperaturen und ermöglichen auch im Winter eine laufende Ernte." Wer im Frühling gleich ganz vorn dabei sein will, kann auf den sogenannten Überwinterungsanbau setzen. Dabei werden Kulturen bereits im Herbst als Jungpflanzen ausgesät oder gepflanzt. Sie überstehen die kalte Jahreszeit in einer Ruhephase und starten im Frühjahr mit einem Wachstumsvorsprung. "Im ungeheizten Glashaus können beispielsweise im September oder Oktober Winterspinat, Kopfsalat, Radieschen oder Frühlingszwiebeln angebaut werden", erklärt Simone Hennerbichler. Auf Freiflächen kann es für Winterknoblauch, Wintersteckzwiebeln, Vogerlsalat und Winterkohl von September bis November ab in die Erde gehen. Aber es ist Fingerspitzengefühl gefragt:
"Die Pflanzen sollten vor dem Winter weder zu groß noch zu klein sein. Zu große Pflanzen sind anfälliger für Frostschäden, während zu kleine Jungpflanzen möglicherweise nicht ausreichend Wurzeln bilden können, um gut durch die kalten Monate zu kommen."
Pflanzen vor Wind und Kälte schützen
Wenn der kalte Wind durch den Garten pfeift, sollte man seinen Pflanzen ausreichend Schutz bieten: "Beete kann man mit Laub, Stroh oder Mulch isolieren. Das hält den Frost etwas ab und man kann länger und leichter ernten. Beim Pflanzen im Hochbeet hat man den Vorteil, dass sich diese leichter erwärmen und im Herbst langsamer auskühlen. Kräuter sollte man mit Sand vor Staunässe schützen, zudem kann man sie mit Reisig abdecken, um Kahlfrost zu vermeiden." Abgeerntete, gesunde Pflanzenreste könne man auf dem Kompost verwerten – kranke Pflanzenreste sollten hingegen nicht kompostiert werden.
- Simone Hennerbichler teilt ihr Wissen unter dem Namen "gartenhenne" auch auf Instagram.
- Foto: Hennerbichler
- hochgeladen von Jennifer Wiesmüller
Das richtige Winterquartier finden
"Empfindliche Kübelpflanzen wie Oleander, Zitrus oder manche mediterranen Kräuter sollte man rechtzeitig vor den ersten stärkeren Frösten ins Winterquartier bringen", erklärt Karina Viehböck von der Gärtnerei Viehböck in Schönau.
"Vor dem Einräumen die Pflanzen unbedingt auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren und gegebenenfalls behandeln."
Die Expertin aus Schönau empfiehlt, Winterquartiere je nach Pflanzenart auszuwählen. Es gäbe Pflanzen, die wollen es hell und kühl, andere brauchen es frostfrei und etwas wärmer. "Im Winter muss man grundsätzlich weniger gießen. Immergrüne Pflanzen sollte man an frostfreien Tagen aber gelegentlich kontrollieren und bei Bedarf bewässern, denn sie verdunsten auch im Winter Wasser. Staunässe aber bitte unbedingt vermeiden. Gedüngt wird in der Ruhephase normalerweise nicht."
Unterschlupf für die tierischen Gartenbewohner
Karina Viehböck ist es auch ein Anliegen, dass die Tierwelt gut über den Winter kommt: "Gerade im Herbst können wir unseren Garten so gestalten, dass Tiere während der kalten Jahreszeit geeignete Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten finden. Dazu gehören beispielsweise Laub- und Reisighaufen, Totholz oder stehen gelassene Stauden." An einem trockenen, sonnigen und möglichst windgeschützten Platz könne man zudem Insektenhotels aufstellen. "Bitte nicht jede Spinne, jedes Insekt oder jede Raupe entfernen. Viele Arten sind wichtige Bestandteile des natürlichen Gartenökosystems und können bei der Schädlingsregulierung helfen."
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