Kärntens klimafreundliche Lebensmittel
Vernetzung für bessere Ernährung
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Am 21. Oktober trafen sich Produzenten, Gastronomen und Interessierte im Weissensee Haus in Techendorf, um über klimafreundliche Lebensmittel im Tourismus und in der Gemeinschaftsverpflegung zu diskutieren. Organisiert vom Klimabündnis Kärnten, bot die Veranstaltung einen praxisnahen Überblick über regionale und nachhaltige Ernährungskonzepte und setzte den Fokus auf Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Gastronomie.
TECHENDORF. Petra Obernosterer vom Klimabündnis Kärnten leitete die Veranstaltung ein: "Essen ist viel mehr als Ernährung. Essen ist Leidenschaft, Kultur und Identität!" Mit dieser Maxime wurde deutlich, dass nachhaltige Ernährung nicht nur ökologische Vorteile hat, sondern auch die regionale Kultur stärkt.
Begrüßung und Einblicke aus dem Tourismus
Thomas Michor, Geschäftsführer von Tourismus Weissensee, betonte die Bedeutung nachhaltiger Konzepte in tourismusintensiven Regionen: "Wir am Weißensee sind eine tourismusintensive Gemeinde, daher ist es interessant zu schauen, wie wir diese Thematik der Nachhaltigkeit, achtsamer Umgang mit Natur und Lebensmitteln, umsetzen." Roland Sint, Geschäftsführer der NLW Tourismus Marketing GmbH, ergänzte die Begrüßung, bevor das Programm mit Fachvorträgen und praxisnahen Einblicken startete.
Kulinarik trifft Nachhaltigkeit
Eckart Mandler von Slow Food Kärnten eröffnete den inhaltlichen Teil der Veranstaltung und thematisierte die Bedeutung von Slow Food und nachhaltigem Tourismus. Anschließend berichteten Evelyn Matejka und Tom Burger von der Franz Fischer Hütte über ihre Philosophie eines „Huttensommers ohne Fußabdruck“: Ernährung, Gesundheit, Nachhaltigkeit und das einfache Leben standen dabei im Mittelpunkt.
Verkostung regionaler Produkte
Bei der Verkostung regionaler Produkte konnten die Teilnehmende die Vielfalt und Qualität der Kärntner Lebensmittel hautnah erleben. Elisabeth Buchacher vom Gailtaler Almkäse betonte: "Der Gailtaler Almkäse ist ein Produkt, das wir das ganze Jahr über schmecken können. Aber durch den Käse wird auch die Almlandschaft gepflegt – durch die Kühe auf der Alm wird die Biodiversität erhöht. Ohne die Kühe ginge unsere Almlandschaft verloren." betont sie. "Jeder Liter Milch, den wir produzieren, ist mit Arbeit und Wertschätzung verbunden. Wir Menschen müssen wieder beginnen bewusst zu leben und zu essen und zu verstehen, was dahinter steckt. Wir produzieren naturnahe Lebensmittel und es ist wichtig, dass diese kleinstrukturierte Landwirtschaft unterstützt wird."
Vielfalt als Grundlage
Zerza Bauer, Landwirt mit vielfältigem Betrieb: "Wir sind eine sehr breit aufgestellte Landwirtschaft, haben ca. 40 Rinder und bauen 15 verschiedene Sorten Kartoffeln an. Viele Produkte werden bei uns selbst hergestellt und werden ab Hof verkauft. Das ist die Überlebensstrategie unseres Betriebes – nur von Milch alleine kann man nicht überleben."
Vom Acker auf den Teller
Im weiteren Verlauf diskutierten Hans Madrisch vom Biohof Madritsch-Halder und Rene Robitsch von Taufrisch Kärnten die Logistik regionaler Lebensmittel und deren Weg in die Gastronomie. Anna Strobach, Gründerin des Vereins Zukunft Essen, zeigte auf, wie gesunde, schmackhafte und nachhaltige Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen umgesetzt werden kann. Paula Mullmann vom Projekt Netzwerk Kulinarik im Nationalpark Hohe Tauern präsentierte Best-Practice-Beispiele für regionale Kooperationen. Die Podiumsdiskussion brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen und beleuchtete die Herausforderungen und Chancen einer klimafreundlichen Lebensmittelversorgung.
Vernetzung schafft Mehrwert
Der Vernetzungstag in Weissensee zeigte eindrucksvoll, wie regionale Lebensmittel, nachhaltige Produktion und Gastronomie Hand in Hand gehen können. Die Veranstaltung war nicht nur ein Forum für Austausch und Inspiration, sondern machte auch die Verantwortung sichtbar, die jeder Betrieb – von der Alm bis zum Teller – trägt. Für die Teilnehmer:innen wurde klar: Nur durch Zusammenarbeit und bewusste Entscheidungen lassen sich regionale, nachhaltige und klimafreundliche Ernährungskonzepte langfristig erfolgreich umsetzen.
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