"Blue Chip"verkauft
Künftig Panzer statt Solarzellenfertigung in Güssing
- Das frühere Fabriksgebäude wird in Zukunft zur Stationierung der neuen Pandur-Panzer genutzt, erklärt Bataillonskommandant-Stellvertreter Philipp Krobath.
- Foto: Martin Wurglits
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In der einstigen, aber seit 14 Jahren ungenutzten Solarpaneele-Fabrik Blue Chip werden nach dem Umbau die neuen Panzer "Pandur Evolution" untergebracht.
GÜSSING. Solarzellen werden in der Europastraße ganz sicher nie mehr gefertigt. Denn die ehemaligen Produktionshallen des 2011 pleite gegangenen Herstellers Blue Chip haben einen neuen Besitzer gefunden. Das Bundesheer hat die rund einen halben Kilometer von der Montecuccoli-Kaserne gelegene Immobilie kürzlich erworben.
Bis zu 100 Panzer
Das Heer ist mit steigendem Platzbedarf konfrontiert. Güssing ist nämlich neben Straß und Zwölfaxing eine von drei ostösterreichischen Garnisonen, in denen die neuartigen Pandur-Panzer stationiert werden. "Wir haben bereits vier Stück hier bei uns, bis zum Jahr 2032 sollen es rund hundert dieser Fahrzeuge sein", erklärt Major Philipp Krobath, stellvertretender Kommandant des Jägerbataillons 19.
Umfassende Umbauten
Zum einen muss auf dem Kasernengelände selbst umgeplant und umgebaut werden, damit die Pandur-Panzer stationiert und standesgemäß gewartet werden können. Zum anderen gilt das noch viel mehr für die ehemalige Blue-Chip-Immobilie. "Die Planungen haben begonnen und werden schätzungsweise ein Jahr dauern. Denn das Industriegebäude mit seiner Umgebung muss baulich so adaptiert werden, dass es allen militärischen Sicherheitsanforderungen entspricht", erläutert Krobath.
- Die einstige Produktionshalle von Blue Chip ist riesig.
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Das gilt sowohl für den Verwaltungstrakt als auch für die riesige ehemalige Produktionshalle, die für Abstell-, Lager-, Wartungs- und Reparaturzwecke entsprechend umgewandelt werden soll. "Zu einem Pandur Evolution gehören bis zu 600 lose Teile, wir brauchen also Platz", stellt Krobath fest.
Individuell einsetzbar
Die Fahrzeuge selbst sind österreichische Fabrikate und haben kein einheitliches Aussehen. Sie sind so konstruiert, dass sie für unterschiedlichste Einsatzzwecke gerüstet werden können. Dazu zählen unter anderem Mörserkampfsysteme, mobile Flugabwehr, Drohnenabwehr oder elektronische Kampfführung.
- Das Industriegebäude muss baulich so adaptiert werden, dass es allen militärischen Sicherheitsanforderungen entspricht.
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Verbunden mit der Stationierung der Pandur-Panzer ist auch eine Aufstockung des Personals. In Güssing werden daher zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, so Krobath.
2007 bis 2011
Die Firma Blue Chip Energy produzierte in Güssing nur wenige Jahre. 2007 erfolgte der Spatenstich, 2011 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Mit gut 78 Millionen Euro Passiva war es in diesem Jahr die mit Abstand größte Pleite im Burgenland. Zu den besten Zeiten waren 140 Mitarbeiter im Werk beschäftigt.
Im 2014 erwarb die Kärntner Firma AE 111 den Betrieb aus der Konkursmasse. Zu einer Neuaufnahme der Produktion oder einer anderen Nutzung kam es aber elf Jahre lang nicht.
Die Vorgeschichte:
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