Bezirke Güssing/Jennersdorf
Ernte verdorrt auf südburgenländischen Äckern
- Kukuruzacker zwischen Bocksdorf und Rauchwart ohne jedes Grün. Bei allen Herbstkulturen drohen massive Ernteeinbußen bis hin zum Totalausfall.
- Foto: Martin Wurglits
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Die Hitze und der fehlende Regen wirken sich auf die Landwirtschaft in der Region fatal und existenzbedrohend aus.
GÜSSING/JENNERSDORF. Die Trockenheit hat ihren absoluten Höhepunkt mit Temperaturen über 40 Grad zwar wahrscheinlich überschritten, aber von Entspannung kann keine Rede sein. Die Hitze hält an, die dringend benötigten Niederschläge bleiben weiter aus.
"Resignation" breitet sich aus
In der Landwirtschaft macht sich mittlerweile nicht mehr Sorge, sondern "Resignation" breit, schildert Christian Reicher, Leiter der Landwirtschaftskammer für die Bezirke Güssing und Jennersdorf. Die Ernteprognosen sind fatal, die wirtschaftlichen Folgen für die Betriebe kaum zu verkraften. Wir haben Christian Reicher um seine Einschätzungen für die einzelnen Kulturen gebeten:
1. Mais
Die Trockenheit führt zu keiner oder zu einer sehr schlechten Befruchtung. Je nach Lage sind Verluste von 20 Prozent bis zum Totalausfall zu erwarten. Im Schnitt dürfte sich der Verlust um 50 Prozent bewegen.
2. Soja
Die Pflanzen beginnen, ihre Blüten abzuwerfen. Eine Pflanze bildet bis zur Ernte in der Regel 25 bis 30 Schoten aus, derzeit sind es oft nur zehn. Die Ernteausfälle dürften bei mindestens 30 Prozent liegen.
- Die schlechte Getreideernte und drohende Ernteausfälle bei Herbstkulturen lassen bei Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich (links) und Kammerdirektor Martin Burjan die Forderung nach einem Dürre-Maßnahmenpaket laut werden.
- Foto: Landwirtschaftskammer
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3. Kürbis
Die Früchte leiden unter massivem Sonnenbrand und beginnen zu faulen. Sogar Hasen kommen mittlerweile auf der Suche nach wasserhaltigem Grün auf die Felder und knabbern die Kürbisse an.
4. Grünland
Der dritte Grünschnitt ist bei uns komplett verloren, teilweise ist auch der zweite Schnitt nicht verwertbar. Heu ist zur Mangelware geworden. Es fehlen große Mengen an Grünmasse für die Tierfütterung. Die Bauern beginnen daher, Ferkel und Kälber zu verkaufen.
5. Weinbau/Obstbau
Wein ist eine sehr trockenresistente Kultur. Die Pflanzen haben aber mit höherem Insekten- und Schädlingsbefall zu kämpfen, weil die Tiere auf der Suche nach Flüssigkeit sich auf Früchte verlegen.
6. Forstwirtschaft
Die Bäume beginnen, das Laub abzuwerfen. Neuaufforstungen gehen ein. Forstschädlinge haben bei geschwächten Bäumen leichteres Spiel als bei gesunden Bäumen.
- Kukuruzacker bei Heugraben.
- Foto: Martin Wurglits
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"Den Betrieben in unserer Region war es in den letzten Jahren kaum möglich, Reserven aufzubauen. Wenn jetzt eine Missernte dazukommt, geht es für viele ans Eingemachte", fürchtet Reicher.
Kaum Niederschlag im Sommer
Wie wenig Regen in den letzten Wochen vom Himmel gefallen ist, zeigte ein Blick auf die Messstationen.
Niederschlagssummen im Zeitraum vom 11. Juli bis 9. August:
- Bonisdorf 43,1 mm
- Deutsch Kaltenbrunn 36,8 mm
- Glasing 12,6 mm
- Heiligenkreuz 20,1 mm
- Neumarkt an der Raab 26,8 mm
- St. Michael 23,3 mm
- Wörterberg 24,6 mm
(Quelle: Wasserportal Burgenland)
Bezirk Oberpullendorf, Niederschlagssummen vom 12. Juli bis zum 10. August:
- Deutschkreutz 12,8 mm
- Frankenau 15,7 mm
- Karl 34,2 mm
- Kobersdorf 29,4 mm
- Lutzmannsburg 12,2 mm
- Nebersdorf 10,3 mm
- Nikitsch 14,3 mm
- Oberpullendorf 11,2 mm
- Ritzing 44,9 mm
(Quelle: Wasserportal Burgenland)
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