Ärger um illegales Parken
Wildparker sorgen für Ärger in der Aichatstraße in Hall
- Anrainer Thomas Mair zeigt auf die Einfahrt seines Hauses, in der regelmäßig Fahrzeuge wenden. Durch die fehlende Wendemöglichkeit und die abgestellten Fahrzeuge fühlt er sich in seiner Zufahrt und Nachtruhe beeinträchtigt.
- Foto: Kendlbacher
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
Seit rund einem Dreivierteljahr kämpfen vier Anrainer in der Aichatstraße in Hall in Tirol mit einer zunehmend schwierigen Verkehrssituation. Eine ursprünglich zugesagte zweispurige Straße und ein Wendeplatz fehlen bis heute.
HALL. Seit dem Einzug der Bewohner der neu errichteten Wohnanlage in der Krajncstraße/Aichatstraße klagen die Anrainer über zunehmende Probleme mit parkenden Fahrzeugen. Besonders betroffen sind die Häuser Aichatstraße 12, 14, 16 und 18. Bei der Bauverhandlung im Oktober 2024 sei den Anrainern laut deren Angaben zugesichert worden, dass die derzeit einspurige Zufahrtsstraße zweispurig ausgebaut und ein Wendeplatz errichtet werde. Beide Maßnahmen wurden bislang jedoch nicht umgesetzt.
Autos parken auf dem Feld
Die vorhandenen drei Besucherparkplätze auf der Nordseite der Wohnanlage reichen nach Angaben der Anrainer insbesondere abends und an Wochenenden nicht aus. Immer wieder würden Fahrzeuge deshalb auf dem nördlich angrenzenden Feld abgestellt, obwohl dort das Parken nicht erlaubt ist. Die schmale Straße und der fehlende Wendeplatz verschärfen die Situation zusätzlich. Autofahrer würden teilweise in den Einfahrten der Anrainer wenden. Durch die Fahrzeuge im Feld werden Schlamm, Erde und Schmutz in die Einfahrten getragen beziehungsweise gefahren. Auch für Zulieferer, wie die Post oder Heizöllieferanten sowie dem Landwirten komme es immer wieder zu Problemen bei der Zufahrt. „An Wochenenden stehen oft bis zu zehn Autos im Feld. Speziell am Abend ist das zu- und Abfahren der Autos belastend für uns.Außerdem sollte die Zufahrt für Blaulichtorganisationen frei bleiben. Durch die Autos wird dies erschwert", so der betroffene Anrainer Thomas Mair, bei einem Lokalaugenschein. Auch Schäden an seinem aufgestellten Pöller und an der Dachrinne habe es bereits gegeben. Die Anrainer wünschen sich, dass die Stadt Hall endlich reagiert und Halte- und Parkverbotstafeln aufstellt, einen Umkehrplatz errichtet sowie mehr Kontrollen durch die örtliche Polizei stattfinden. Mit ihrem Anliegen haben sich die Betroffenen bereits mehrfach an die Stadt gewandt, bislang jedoch ohne Erfolg. MeinBezirk hat bei der Stadt Hall nachgefragt.
Verstärkte Kontrollen
Auf MeinBezirk-Anfrage erklärt die Stadt Hall, dass die Wohnanlage mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts abgeschlossen sei. Die Anpassung der Straße sei aufgrund der notwendigen Erschließung der Besucherparkplätze erfolgt. Gleichzeitig sei die Straße so ausgeführt worden, dass sie mit einem möglichen künftigen Ausbau kompatibel sei. Einen Wendeplatz auf öffentlichem Grund sieht die TIGEWOSI nicht vor. Besucher der Wohnanlage könnten auf dem Grundstück der TIGEWOSI wenden. Für Fahrzeuge, die nicht mit der Wohnanlage in Zusammenhang stehen, gelte dies jedoch nicht. „Das Wenden und Parken auf privaten Flächen könne zudem eine Besitzstörung darstellen", heißt aus dem Rathaus. In der schriftlichen Stellungnahme wird auch festgehalten: „Die derzeitige Straßenbreite decke die erforderliche Verkehrskapazität grundsätzlich ab. Die aktuellen Probleme entstünden insbesondere durch widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge, Wendemanöver und teilweise blockierte Zufahrten. Ebenso verweist die Stadt auf frühere Planungen: In der Vorperiode sei ein Ausbau der Straße im Zusammenhang mit einer geplanten Sportanlage auf den nördlich gelegenen Feldern vorgesehen gewesen. Dieses Projekt werde von der derzeitigen Stadtführung jedoch nicht weiterverfolgt." Bezüglich des illegalen Parkens verweist die Stadt auf die Bestimmungen der österreichischen Straßenverkehrsordnung 1960 (StVO). Die Kontrollen und Streifentätigkeiten im betreffenden Bereich wurden bereits verstärkt. In zivilrechtlicher Hinsicht rechtswidriges Parken auf privaten Grundflächen muss von den Betroffenen gegebenenfalls selbst zivilrechtlich geahndet werden. Weitere Maßnahmen werden geprüft. Eine zusätzliche Beschilderung allein wird aus Sicht der Stadtgemeinde voraussichtlich keinen nachhaltigen Erfolg bringen, heißt es. „Wir verstehen den Unmut der betroffenen Anrainer und nehmen die Situation ernst. Die Stadtgemeinde ist bemüht, gemeinsam mit den zuständigen Stellen eine nachhaltige und praktikable Lösung zu finden", heißt es.
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