21.10.2014, 18:00 Uhr

Grüner Daumen auch im Winter

Uwe Rimmele
NÖTSCH (nic). Kräuterspirale, Hochbeet und Balkonkasten sind bei Gartenfreunden beliebt. Viele züchten daheim die eigenen Kräuter für Suppe, Braten & Co. Doch was macht man mit den verbleibenden Pflanzen jetzt, wo die kalte Jahreszeit naht?

Wenige überwintern
"Es gibt nur wenige Kräuterpflanzen, die man wirklich überwintern kann," sagt Uwe Rimmele. Der Nötscher war einst der jüngste Gärtnermeister Kärntens. und kennt sich mit dem würzigen Grünzeug bestens aus. Rosmarin und Thymian kann man, mit Vlies oder Zweigen geschützt, über den Winter bringen.
"Die Pflanzen brauchen Licht und dürfen nicht vertrocknen," verrät der Experte. "Das Gießen ist daher ganz wichtig, selbst bei Frost." Nachbar und Kunde Franz Fendre ist als Mitglied im 'Club der Kärntner Köche' selbst Experte, vor allem wenn es um den Einsatz der schmackhaften Kräuter in den Speisen geht. "Rosmarin und Basilikum zählen zu meinen Lieblingskräutern," sagt der Pensionist, der Betriebsküchenchef der Kärntner Tourismusschulen war.

Einfrieren erwünscht
Er greift gern die Tipps von Uwe Rimmele auf. Doch statt die Kräuter aus dem eigenen Balkonkasten jetzt zu ernten und zu trocknen, bevorzugt Fendre die Frost-Variante. Die küchenfertigen Mischungen landen portionsweise im Gefrierfach.
Für den Gärtnermeister, der im Frühjahr alle Kräuter, die er in seinem Betrieb anbietet, selbst aus österreichischem Saatgut aussät, sind Import-Pflanzen, die das ganze Jahr über erhältlich sind, keine Alternative. "Die werden ganz schnell gezüchtet und sind kaum geschmackintensiv," beklagt er. "Die Pflanzen aus dem eigenen Garten haben eine ganz andere Qualität."
Selbst Kräuter sind ein wenig der Mode unterworfen. Daher gibt es immer wieder Neuheiten, wie das leckere Pilzkraut, Stevia oder Mojito-Minze. "Mansche Kunden bestellen spezielle Neuheiten bei uns, die wir dann auch gerne anbieten," verspricht Rimmele.
Wer einmal im Sommer den Duft der frischen Kräuter im Garten oder Balkon gerochen hat, mag nicht mehr darauf verzichten. Das Geheimnis sind ätherische Öle, die sich beim Zerreiben der Blätter entfalten.
Zum Glück brauchen die grünen 'Geschmacksbomben' nur wenig Platz und gedeihen auch im Blumentopf prächtig. Da kann man sich schon jetzt aufs nächste Frühjahr freuen.

Zur Person:
Name: Uwe Rimmele (Bild)
Familienstand: Single
Beruf: Gärntnermeister, Lehrlingsausbilder und Prüfer bei der Lehrabschlussprüfung, Übernahme des Betriebes vom Großvater
Gründungsjahr: 1949
Größe: 3000 Quadratmeter Zuchtfläche für Gemüsepflanzen, Kräuter und Blumen
Alter: 32 Jahre, war der jüngste Gärtnermeister Kärntens
Wohnort: Nötsch im Gailtal
Hobbies: Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Nötsch, Betreuung der Wetterstation auf dem Dobratsch und einer eigenen Wetterstation, Amateurfunk, Musik und Mitglied beim MGV Nötsch

Tipps vom Experten:
• Nur wenige Kräuter sind zur Überwinterung geeignet, unter anderem Rosmarin und Thymian.
• Kräuter brauchen einen geschützten Platz, Licht und Wasser zum Überwintern.
• Kräuter im Garten sollten jetzt, soweit sie noch gut sind, abgeerntet werden.
• Man kann sie dann zusammen binden und zum Trocknen an einem kühlen, trockenen Ort aufhängen. Später können sie in der Küche verwendet werden.
• Man kann Kräuter auch pflücken, waschen und küchenfertig verarbeiten, Mischungen erstellen sowie diese dann portionsweise einfrieren.
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