Lugeck-Schüsse
Festnahme sieben Jahre nach Mafia-Mord in Wiener City
- Kurz vor Weihnachten 2018 fielen in der Wiener Innenstadt Schüsse, ein Opfer verstarb. Jetzt wurde ein Verdächtiger in Rimini festgenommen.
- Foto: APA-Images / KURIER / Gilbert Novy
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Eine Bluttat erschütterte Wien und Österreich im Jahr 2018. Am Lugeck wurde ein damals 31-Jähriger kaltblütig und wie aus dem Nichts erschossen, ein 23-Jähriger schwer verletzt. Nach intensiver Zielfahndung der Experten aus Wien gelang es jetzt, einen 33-Jährigen im italienischen Rimini festzunehmen. Er soll den Abzug gedrückt haben.
WIEN/RIMINI. Nur drei Tage vor Weihnachten 2018 knallte es plötzlich heftig in der Flaniermeile Lugeck/Wollzeile. Unweit der Schnitzel-Institution Figlmüller wurden damals auf zwei Männer geschossen. Ein damals 31-Jähriger überlebte die Tat am helllichten Tage nicht, sein 23-jähriger Begleiter wurde schwerstens verletzt.
Früh wurde vermutet, dass die Schüsse in Verbindung mit der organisierten Kriminalität stehen könnten. Wurden sie doch quasi wie aus dem Nichts und völlig heimtückisch abgegeben. Fast siebeneinhalb Jahre nach der Tat konnte von den Wiener Zielfahndern jetzt ein Verdächtiger ausgeforscht werden, wie das Bundeskriminalamt berichtet.
Festnahme in Italien
Dabei soll es sich um einen 33-Jährigen handeln. Er wie auch das getötete Opfer sollen montenegrinische Staatsbürger sein. Der Mann wurde im italienischen Rimini ausfindig gemacht und von den örtlichen Behörden am Montag, 11. Mai, festgenommen.
- Am 21. Dezember 2018 wurde die Wiener Innenstadt zum Schauplatz mutmaßlicher Clanmorde.
- Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
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Die Festnahme erfolgte aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft Wien erwirkten Europäischen Haftbefehls sowie einer internationalen Festrahmenordnung wegen des Verdachts des Verbrechens des Mordes sowie versuchten Mordes, informiert das Bundeskriminalamt.
"Die Festnahme des Tatverdächtigen ist ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Besonders die enge Zusammenarbeit zwischen der Ermittlungsgruppe 'AG ACHILLES', der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes und unseren internationalen Partnerdienststellen war für diesen Fahndungserfolg entscheidend", erklärt dazu Andreas Holzer, der Direktor des Bundeskriminalamtes.
Wohl im Skaljari-Clan
Der Festgenommene wird dem sogenannten Skaljari-Clan zugerechnet. Zusammen mit weiteren Mittätern soll er auf seinen Landsmann beim Lugeck im Dezember 2018 die Schüsse eröffnet haben. Das Opfer wiederum soll im sogenannten Kavac-Clan gewesen sein. "Die Tat wird den seit Jahren andauernden gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den montenegrinischen Clanstrukturen 'Kavac' und 'Skaljari' zugeordnet. Mehrere mutmaßliche Mittäter sollen mittlerweile selbst Opfer tödlicher Gewalttaten geworden sein."
Die Zielfahndung nach dem jetzt Festgenommenen läuft seit Ende 2023. Neben den Mord-Vorwürfen aus Wien verdächtigen die montenegrinischen Behörden den 33-Jährigen auch wegen des Verdachts des Suchtmittelhandels sowie der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation mittels internationaler Fahndungsnotierung ("Red Notice") gesucht, erklärt man beim Bundeskriminalamt.
- Die Schüsse ereigneten sich um 13.30 Uhr am 21. Dezember 2018.
- Foto: APA-Images / APA-Grafik
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Die mehrjährigen internationalen Ermittlungen sowie die enge Kooperation der beteiligten Behörden führten schließlich zur Lokalisierung des Gesuchten in Italien, schildert man. Ende 2025 wurden nochmals operative Maßnahmen in Italien intensiviert.
Diese führten dann zur Ausforschung eines konkreten Aufenthaltsortes. Am Montagnachmittag erfolgte dann der Zugriff auf eine Wohnung in Rimini. Die weiteren Ermittlungen werden von Österreich aus in enger Abstimmung mit den internationalen Partnern geführt.
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