Sperre bereits ab November
Salztorbrücke muss aus Sicherheitsgründen abgerissen werden
- Die Salztorbrücke muss ab November 2026 für den Pkw- und Lkw-Verkehr gesperrt werden. Ab 2028 soll mit dem Neubau begonnen werden
- Foto: Matthias Pandrea/MeinBezirk
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Eine der wichtigsten Überquerungen am Donaukanal zwischen der City und der Leopoldstadt steht vor Veränderungen. Die Salztorbrücke nähert sich laut Stadt dem Ende ihrer technischen Lebensdauer. Wie es mit der mehr als 60 Jahre alten Brücke weitergehen soll, erläutern die Verantwortlichen der Stadt am Freitag bei einem Hintergrundgespräch.
Aktualisiert am 25. September um 12.27 Uhr
WIEN/INNERE STADT/LEOPOLDSTADT. Tag für Tag verbindet die Salztorbrücke die Innere Stadt mit der Leopoldstadt. Rund 12.000 Fahrzeuge rollen derzeit täglich über die Brücke. Dazu kommen etwa 3.000 Radfahrer und 6.100 Fußgänger.
Ab Dienstag, 10. November, ist für den Individualverkehr vorerst Schluss: Pkw und Lkw müssen sich dann eine andere Route über den Donaukanal suchen. Grund dafür ist der technische Zustand der mittlerweile fast 65 Jahre alten Spannbetonbrücke, die dann aus Sicherheitsgründen gesperrt wird.
Nach umfangreichen Untersuchungen und der Bewertung durch eine Expertenkommission hat die Stadt nun entschieden, den Autoverkehr vorsorglich von der Brücke zu nehmen. Anfang 2028 soll schließlich der Abbruch beginnen. Der Neubau ist ab Anfang 2029 vorgesehen.
Umwege sollen überschaubar bleiben
„Die Sicherheit der Wienerinnen und Wiener steht für uns an erster Stelle. Wir beobachten und prüfen die Salztorbrücke seit vielen Jahren sehr intensiv und gehen keinerlei Risiko ein", erklärt Wolfgang Strenn, Leiter der MA 29 – Brückenbau und Grundbau. Auf Empfehlung der Expertenkommission steht die Brücke dann nur noch Fußgängerinnen und Fußgängern, Radlerinnen und Radlern sowie dem Citybus 2A zur Verfügung.
- Wolfgang Strenn, Abteilungsleiter der Stadt Wien – Brückenbau und Grundbau, Patrick Huber von der TU Wien und Christian Zant, Verkehrskoordinator der Stadt Wien, erläuterten die Details zur weiteren Vorgangsweise.
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Der motorisierte Individualverkehr wird auf die umliegenden Roßauer–, Augarten– und Marienbrücke umgeleitet. "Die geringe Belastung durch Radfahrer:innen, Fußgänger:innen und dem Citybus liegt weit unter der vom Belastungstest kalibrierten Belastung, die Brücke kann daher sicher genutzt werden", erklärt Strenn.
Beim Hintergrundgespräch ging Verkehrskoordinator Christian Zant von einem zusätzlichen Zeitaufwand von ungefähr drei bis fünf Minuten aus. „Im Vorfeld werden wir in der Koordination besonders darauf achten, dass die Verkehrsmaßnahmen gut mit den notwendigen Vorhaben im Umfeld abgestimmt sind."
Sensoren hören gebrochene Drähte
Besonderes Augenmerk liegt auf der Konstruktion der in Wien einzigartigen Spannbetonbrücke. Im Inneren befinden sich insgesamt 680 Drähte aus hochfestem Spannstahl. Um die Tragfähigkeit der Konstruktion sicherzustellen, kommt die sogenannte Schallemissionsanalyse zum Einsatz. Bricht ein Spanndraht im Inneren des Betons, entsteht ein Schallsignal, das von den Sensoren registriert und räumlich zugeordnet werden kann.
- Nach Untersuchungen der Expertenkommission soll die Brücke der geringeren Last durch den Verkehr stand halten.
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Patrick Huber, Professor an der TU-Wien, erklärte, dass bei den Messungen bereits einzelne Drahtbrüche detektiert wurden. Entscheidend sei allerdings, an welchen Stellen diese auftreten. Zusätzlich wurde die Brücke im Juni einem Belastungstest unterzogen.
Ausschreibung beginnt heuer
„Die Untersuchungen zeigen, dass die Salztorbrücke nach derzeitigem Kenntnisstand unter engmaschigem Monitoring und bei reduzierter Verkehrslast noch weiter sicher genutzt werden kann", stellt Huber fest. Wie die Nachfolgerin der Salztorbrücke aussehen wird, steht derzeit nicht fest.
Noch heuer soll jedenfalls die Ausschreibung für das Bauprojekt starten. Dabei geht es nicht nur um die Gestaltung, sondern auch um Bauweise, Kosten und die Frage, wie die Auswirkungen auf Verkehr und Schifffahrt möglichst gering gehalten werden können.
Auch die genaue Lage des neuen Tragwerks wird Teil der Planungen sein. Für eine Brücke dieser Größenordnung rechnet die MA 29 derzeit grob mit eineinhalb bis zwei Jahren Bauzeit ab Beginn der Neuerrichtung.
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