Meinrad Schuhmacher
Innsbruck verliert einen Teil seines sozialen Gewissens
- Mit Meinrad Schuhmacher verliert Innsbruck einen sozial hochengagierten Menschen.
- Foto: alt-katholiken.org
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Meinrad Schuhmacher war lange Zeit Jugendseelsorger, Dorfpfarrer und Seelsorger der altkatholischen Gemeinde Tirol. Bekannt ist Schumacher als Gründer des z6 sowie als „Häfn- Pfarrer“. Sein Leben wurde durch sein soziales Engagement geprägt. Jetzt ist Meinrad Schuhmacher verstorben.
INNSBRUCK. Meinrad Schumacher wurde 1935 in Innsbruck geboren und studierte in München und Innsbruck Philosophie und Theologie. Bis 1976 war er Jugendseelsorger in Innsbruck, dann Religionslehrer, Mitarbeiter im Blindenapostolat und Dorfpfarrer. 1987 erfolgte der Übertritt zur altkatholischen Kirche.
z6-Gründer
Im subkulturarchiv.at ist über die Geschichte des z6 und das Wirken von Meinrad Schumacher nachzulesen: Der Beginn des z6 kann mit 1968 datiert werden. Damals ist der Pfarrer Meinrad Schumacher als Stadtjugendseelsorger beauftragt. Es gibt in Innsbruck kaum Angebote für junge Menschen, deshalb versucht er 1969 die verschiedenen Jugendlichen in den Stadtteilen der Stadt Innsbruck über die „Aktion 14“ zu erreichen. Schumacher zielt in der Zeit der „Schulentlasstagen“ auf die 14-15-jährigen Schulabgänger_innen ab, die vor ihrem Einstieg ins Berufsleben stehen. Im selben Jahr entsteht in Pradl der „Mädchenclub“, der auch als die Geburtsstunde der offenen Jugendarbeit des Z6 gesehen werden kann. In der Folge wird der Treffpunkt „Club 4/5/6“ am Domplatz 9 eröffnet. In dieser Zeit entsteht der Wunsch bei vielen Jugendlichen nach etwas Größerem, an einem Ort, an dem sich die verschiedenen Gruppen von Jugendlichen treffen können.
- Meinrad Schuhmacher gilt als Gründer des z6.
- Foto: subkulturarchiv.at
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Zollerstraße 6
Schumacher kann über Bischof Paulus Rusch ein leerstehendes Jugendheim der Pfarre Wilten für seine Vorhaben gewinnen und ein christliches Jugendzentrum in der Zollerstraße 6 errichten. Noch heute verweist der Name z6 darauf. Die Zielgruppe sind vor allem Jugendliche aus dem Arbeitermilieu, ganz in Gegensatz zum Kennedyhaus der Marianischen Kongregation, welches auch als die MK bekannt ist. Denn diese richtet sich vor allem an Mittelschüler_innen. In der Zollerstraße bleibt das z6 vier Jahre. Inzwischen gewinnt das z6 an so großer Popularität, dass zeitweise über 500 Jugendliche das Jugendzentrum besuchen. Doch 1974 beschliesst der gleiche Bischof, der die Örtlichkeit ermöglichte, die Schlösser des z6 auszutauschen. Ihm passte nicht welche Jugendlichen dort verkehren. Denn das Engagement von Schumacher für Randgruppen und sozial gefährdete Jugendliche ist nicht nur ihm, sondern vielen Katholik_innen ein Dorn in Auge. Deshalb wird der Entschluss gefasst, einen weltlichen Verein als Träger der Einrichtung zu gründen. Unter der neuen Leitung von Jussuf Windischer und neuer Adresse findet das Z6 in einer ehemaligen Backstube im Keller der Andreas-Hofer-Straße 11 ein neues Zuhause für viele Jugendliche in Innsbruck und Umgebung.
- Meinrad Schuhmacher (3. v. r. stehend) erhielt 2015 das Sozialehrenzeichen der Stadt: Christine Oppitz-Plörer (M) sowie die Andreas Wanker (1.v.l. hinten), Gerhard Fritz (2.v.l. hinten) und Ernst Pechlaner (1.v.r. hinten) gratulierten den Verdienstkreuz- und SozialehrenzeichenträgerInnen.
- Foto: IKM
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Die Jugendzentren
International erreichte der Wunsch nach selbstbestimmter Freizeitgestaltung in aufsichtsfreien Räumen 1973/74 ihren Höhepunkt. In Tirol schrieb die TT 1976: "In den letzten zwei Jahren wird der Ruf aktiver Jugendlicher nach Jugendzentren, die nicht von kirchlichen oder politischen Stellen geleitet werden, immer größer." Zu dieser Zeit bestanden in Tirol elf Jugendclubs. Ausführlich beschreiben Sommerauer und Schlosser die Entwicklungen und Stationen der einzelnen Zentren und Treffpunkte in Innsbruck. Der Konflikt zwischen Bischof Paul Rusch und Siegmund Kripp wird ebenso in Erinnerung gerufen, wie die einzelnen Stationen des Z6 von der Zollerstraße über die Andreas Hofer Straße in die Dreiheiligenstraße. Bereits am 8. Dezember 1968 wurde das Jugendzentrum St. Paulus eröffnet. Das erste Jugendzentrum, das die Stadt Innsbruck in Zusammenarbeit mit dem Verein Jugend und Gesellschaft errichtete, war der Jugendtreff in der Pradler Straße im Jahr 1979. Lange diskutiert wurde das Jugendzentrum O-Dorf, ehe es am 17. Dezember 1981 eröffnet wurde. Am 16. September 1988 öffnete der "Activ-Club" als Jugendzentrum in Hötting-West seine Türen, musste aber bereits nach sieben Monaten wieder schließen. 1990 zog das Jugendzentrum wieder in die Räumlichkeiten im Kolpinghaus, eher 2001 ein eigenes Kinder- und Jugendzentrum errichtet wurde.
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