Pädagogen-Mangel in den Kindergärten

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INNSBRUCK. „Wir haben die Aufgabe, für jedes Kind der Stadt einen Platz im städtischen Kindergarten bereitzustellen“, fordert GR Angie Eberl (SPÖ) vom zuständigen Referenten Vizebgm. Christoph Kaufmann (FI). Dieser relativiert die Vorwürfe.

Die Liste der Vorwürfe von GR Angie Eberl gegenüber Vizebgm. Christoph Kaufmann ist lang. Sie fordert unter anderem mehr ganztägig geöffnete städtische Kindergärten, mehr Sommerkindergärten, kleinere Gruppen und dadurch einen massiven Ausbau der Betreuungsplätze.

„Vizebgm. Christoph Kaufmann soll endlich von seinem konservativen Bild weggehen und all seine Kraft dafür einsetzen, die Kinderbetreuung in Innsbruck auszubauen. Vielen Frauen oder Alleinerziehenden ist es nicht möglich, arbeiten zu gehen, weil sie nicht wissen, wo sie ihre Kinder lassen sollen. Dass sich beispielsweise die Eltern in Igls nun selbst eine Betreuung aufbauen müssen, ist ein Witz“, poltert SPÖ-GR Angie Eberl. „Außerdem sind viel zu wenige PädagogInnen in Innsbruck eingestellt, sie sind vollkommen überfordert“, wirft Eberl vor.

Eltern wollen Wahlmöglichkeit
Vergangenes Jahr waren 2.926 Kinder in Kindergärten, davon 1.895 in städtischen. Vizebgm. Kaufmann sieht den Bedarf für mehr Kindergärten aber nicht: „Die heutige Struktur der Kindergärten hat sich über die Jahre entwickelt. Die Eltern wollen diese Wahlmöglichkeit haben. Wir unterstützen die Privaten auch mit 1,4 Mio. Euro“, so Kaufmann. In Sachen Sommerbetreuung wartet Kaufmann mit acht geöffneten Kindergärten auf: „Mehr Kindergärten können aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften nicht geöffnet werden. Es hat aber bisher kein Kind gegeben, das keinen Platz im Sommer gefunden hat.“

Pädagogensuche bis 2012
Ein Punkt gibt aber zu denken. Bis 2012 dürfen nicht mehr als 20 Kinder in einer Gruppe sein. Dafür braucht es mehr PädagogInnen. Kaufmann räumt ein: „Teilweise gibt es schon unterjährig Probleme Personal zu finden. Die pädagogische Hochschule bewirbt diesen Beruf aber stark. Ich bin optimistisch, dass es bis 2012 genug PädagogInnen gibt.“ Auch einige Räumlichkeiten werden bereits ausgebaut.

Sprengelregelung muss kommen
In einem sind sich Vizebgm. Kaufmann und GR Eberl aber einig. Beide erachten die Einführung von Kindergarten-Sprengeln als sinnvoll. „Früher oder später wird es ohne Sprengelregelung nicht mehr gehen, nicht nur wegen der sozial unterschiedlichen Schichten, sondern auch weil die Kinder bereits im Kindergarten mit der zukünftigen Volksschule in Verbindung kommen sollen. Derzeit wird diese Regelung aber noch nicht schlagend“, so Kaufmann.

Zur Sache:
28 städtische Kindergärten gibt es in Innsbruck, davon haben alle bis auf einen auch nachmittags geöffnet. Die letzten zwei Kindergärten ohne Mittagstisch sollen diesen nun auch bekommen. Das Thema wird diese Woche im Stadtsenat behandelt. Für die städtischen Kindergärten werden dieses Jahr 10,6 Mio Euro ausgegeben.

Autor:

Verena Kretzschmar aus Innsbruck

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