sexualisierte Gewalt
Es reicht! Sexualisierte Gewalt ist kein Einzelfall!
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Frauen*vernetzung Tirol: „Es reicht! Sexualisierte Gewalt ist kein Einzelfall – sie ist ein gesellschaftliches Problem.“
Die bekannt gewordenen Ermittlungen gegen einen 44-jährigen Mann in Tirol, der seine Partnerin wiederholt betäubt und vergewaltigt haben soll, erschüttern weit über den Einzelfall hinaus. Besonders alarmierend ist der Verdacht, dass sich der Beschuldigte in Online-Netzwerken bewegt haben soll, in denen sexualisierte Gewalt verherrlicht, dokumentiert und ausgetauscht wird.
Für die Frauen*vernetzung Tirol zeigt dieser Fall einmal mehr: Gewalt gegen Frauen, Lesben, inter*, trans, nicht-binäre und agender Personen entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck patriarchaler Gewalt und wird durch gesellschaftliche Strukturen und Denkmuster getragen. Schweigen, Wegsehen und digitale Räume begünstigen Gewalt gegen Frauen, Lesben, inter*, trans, nicht-binäre und agender Personen, indem Täter einander bestärken und Frauen* und Mädchen* zu Objekten degradieren.
„Nicht die dunkle Gasse ist der gefährlichste Ort – für viele Frauen ist es das eigene Zuhause. Dieser Fall macht auf erschütternde Weise sichtbar, dass die größte Bedrohung oft dort lauert, wo Frauen eigentlich sicher sein sollten.“
Die Frauen*vernetzung Tirol ruft deshalb zur Kundgebung am Montag, 20. Juli 2026, an der Annasäule auf. Die Demonstration richtet sich nicht nur gegen einen mutmaßlichen Täter, sondern gegen ein System, das Betroffene immer noch zu oft allein lässt, Täter zu selten konsequent verfolgt und patriarchale Gewalt ermöglicht.
Klare politische Forderungen
Die Frauen*vernetzung Tirol fordert von der Bundesregierung und den zuständigen Behörden entschlossenes Handeln:
- Nur Ja heißt Ja. Sexuelle Selbstbestimmung ist nicht verhandelbar.
- Die Scham muss die Seite wechseln. Nicht Betroffene dürfen sich rechtfertigen müssen, sondern Täter.
- Mehr finanzielle Unterstützung für Gewaltschutzeinrichtungen. Frauenhäuser, Gewaltschutzzentren und Beratungsstellen brauchen dauerhaft ausreichende finanzielle Mittel statt bloßer Solidaritätsbekundungen.
- Der Besitz von Vergewaltigungsvideos muss konsequent strafrechtlich verfolgt werden. Wer solche Aufnahmen besitzt, konsumiert oder weiterverbreitet, trägt zur Aufrechterhaltung sexualisierter Gewalt bei.
- Konsequenter Kampf gegen Online-Vergewaltiger-Netzwerke. Digitale Plattformen dürfen keine Rückzugsorte für Täter sein. Ermittlungsbehörden müssen personell und technisch so ausgestattet werden, dass sie diese Netzwerke effektiv zerschlagen können.
- Österreich muss sich an der internationalen Operation MEDUSA beteiligen, um grenzüberschreitende Netzwerke, die sexualisierte Gewalt organisieren, dokumentieren oder verbreiten, konsequent zu verfolgen.
- Mehr Prävention und Bildungsarbeit zu Konsens, patriarchaler Gewalt und geschlechtsspezifischer Gewalt.
- Solidarität statt Schweigen
Die Frauen*vernetzung Tirol richtet ihren Dank an jene Betroffenen, die trotz enormer Belastungen den Mut finden, Anzeige zu erstatten und auszusagen.
„Jede Person, die spricht, riskiert Anfeindungen, Zweifel und Retraumatisierung. Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, ihr zuzuhören, ihr zu glauben, sie zu schützen und konsequent an ihrer Seite zu stehen. Wegschauen schützt Täter – Solidarität schützt Frauen*, Lesben, inter*, trans, nicht-binäre und agender Personen.“
Die Kundgebung soll ein deutliches Zeichen setzen: Gegen sexualisierte Gewalt. Gegen Täter-Netzwerke. Gegen patriarchale Gewalt. Für den Schutz von Frauen, Lesben, inter*, trans, nicht-binären und agender Personen. Und für eine Gesellschaft, in der Gewalt niemals normalisiert wird.
Montag, 20. Juli 2026
19:00 Uhr
Annasäule, Innsbruck
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