Politologin rechnet mit mehr Untergriffen im Kärntner Wahlkampf

Kurze Verschnaufpause am Arnulfplatz: Schon bald geht für die Landtagswahl der nächste Wahlkampf los
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  • hochgeladen von Gerd Leitner

KÄRNTEN (gel). Seit Donnerstag steht das endgültige Ergebnis der Nationalratswahl – mit dem Sieger Sebstian Kurz und seiner Volkspartei – fest. Die Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle, Professorin an der FH in Villach, analysiert die Folgen für die Kärnter Parteien – schließlich stehen Anfang März die Landtagswahlen ins Haus.
Keinen Zweifel hegt Stainer-Hämmerle, dass sich die Bundespolitik auch auf Kärnten auswirkt. Welche Partei nun Vorteile hat, steht für sie aber noch nicht fest. "Es hängt davon ab, wie sich die Politiker bei den kommenden Koalitionsverhandlungen schlagen", sagt sie. Sie spricht damit eine Unentschlossenheit der SPÖ an, oder, dass die Vertreter der FPÖ zu handzahm sein könnten.

Kanzler muss nicht Vorteil sein

Ob der künftige Bundeskanzler ein Vorteil für seine Partei in Kärnten ist, steht für die Expertin ebenfalls nicht fest. "Kurz ist mit den Erwartungshaltungen konfrontiert, jetzt muss er liefern", sagt sie. "Das kann mit März bröckeln." Es stelle sich auch die Frage, ob Kurz Veränderungen in der Landespartei anstrebt.
Eher einen Vorteil sieht Stainer-Hämmerle, wenn die Lavanttalerin Elisabeth Köstinger Landwirtschaftsministerin werden sollte. "Sie kann dann den Kärntner Bauern helfen – mit Förderungen etwa."
Tatsache ist, dass die Wähler stärker bereits sind, zu wechseln – zwischen Parteien und auch den Ebenen Bund oder Land. Gerade die Grünen würden das zu spüren bekommen. "Sie hatte immer eine schlechte Behaltequote von Wählern", so Stainer-Hämmerle. "Sie haben auch die kritischsten Wähler." Der Grünen würden ihre Wähler Fehler nicht verzeihen, die SPÖ-Wähler stimmen trotz Fehlern am Ende für Rot.
Das Dilemma von Rolf Holub und seinen Leuten ist auch, dass "ihre Themen nicht mehr oben auf der Agenda stehen". "Umwelt, Überwachung und Korruption – das wird sich bis März auch nicht ändern", glaubt sie. Gerade aber die Grünen würden wieder einen Skandal zu Mobilisierung benötigen. Bei einer ähnlichen Zuspitzung auf den Spitzenkandidaten wie im vergangenen Wahlkampf, ist Holub als Frontmann ein Vorteil. Obwohl: "Er ist kein neues Gesicht mehr", so Stainer-Hämmerle.

Kein Amtsbonus mehr

Insgesamt glaubt sie nicht, dass die Spitzenkandidaten ähnlich im Vordergrund stehen werden. "Das ist in Kärnten fast nicht möglich, weil der direkte Kontakt in einem kleinen Land ein entscheidender Faktor ist."
Einen großen Vorteil leitet sie für Landeshauptmann Peter Kaiser nicht ab. "So etwas wie einen Amtsbonus gibt es eigentlich nicht mehr", so Stainer-Hämmerle. Das Problem der SPÖ könnte sein, dass ihr bei Platz eins "der Koalitionspartner abhanden kommt, und sie in die Opposition muss".

Druck auf Kärntner FPÖ

Geht es um die FPÖ, so rechnet sie mit "den größten Zugewinnen". "Eigentlich müssten die 32 Prozent von der Nationalratswahl die Messlatte für Gernot Darmann sein", sagt sie. "Liegt das Ergebnis darunter, war es der Spitzenkandidat."
Den Grund für die Zugewinne bei der FPÖ sieht sie in der "Konsolidierung am rechten Rand" nach dem Aus von BZÖ und dem Team Stronach. "Sie hatten gemeinsam rund 17 Prozent der Stimmen", so Stainer-Hämmerle. Am ehesten könne Gerhard Köfer und das Team Kärnten den Zulauf zur FPÖ stoppen – "17 Prozent werden sie aber wohl nicht machen."
Geht es um den Wahlkampf, rechnet Stainer-Hämmerle mit harten Bandagen. "Es wird zu mehr Ausrutschern in der ersten Reihe kommen", ist sie überzeugt. "Dahinter wird es gleich schmutzig wie dieses Mal – Facebook ist nicht aufhaltbar."

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Kathrin Stainer-Hämmerle: "Es wird Ausrutscher in der ersten Reihe geben. Und Facebook ist ohnehin nicht aufhaltbar."

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