13.09.2014, 10:34 Uhr

Holz spart Herzschläge - auch in Schulklassen

(Foto: Holzcluster Steiermark)
KLAUS (str). Die Schule beginnt wieder. Für viele Kinder ist das eine große Belastung und Herausforderung. Schultage sind lang und es fehlt oft an Erholung während dem Schuljahr. Dass Bewegung und richtige Ernährung helfen mit Stress umgehen zu lernen, ist bekannt. Doch was wäre wenn die Einrichtung der Schulräume bereits stressmindernd wirken könnte? Joanneum Research forscht seit nun mehr als zehn Jahren an der beruhigenden Wirkung von Holz. Bei kontrollierten Untersuchungen konnte so bereits 2003 festgestellt werden, dass sich Massivholz positiv auf Befinden, Beanspruchung und Erholungsfähigkeit der Studienteilnehmer auswirkt. Vor allem die Wirkungen von Zirbenholz stachen dabei hervor. Denn Zirbenholz verbessert die Schlafqualität und bewirkt eine niedrigere Herzrate bei körperlichen und mentalen Belastungen. Ebenso vermindert Zirbe in der Einrichtung Wetterfühligkeit. Diese Erkenntnis hatte auch Auswirkungen auf einen Betrieb im Bezirk: Die Tischlerei Bernegger stellt ihre Naturholzbetten aus Massivholz her und produziert Gesundheitsmatten aus Rosskastanie und eben Zirbenholz. Durch die Kombination der Wirksamkeit des Rosskastanienholzes gegen Wasseradern und Erdstrahlen und die die Herzfrequenz verringernde Wirkung des Zirbenholzes kann so einem erholsamen Schönheitsschlaf nichts mehr im Wege stehen. Nach einer Nacht im Zirbenbett gaben übrigens auch viele der Untersuchungspersonen an sich extrovertierter, offener und geselliger zu fühlen. Das erklärt jetzt im Nachhinein vielleicht auch, weshalb früher Gaststuben so oft aus Zirbenholz hergestellt waren.

Holz in der Schule

Nun verglich Joanneum Research vier Schulklassen, von denen zwei jeweils mit massiven Holzwerkstoffen ausgestattet waren (Boden, Decke, Schränke, Wandpaneele und Leuchten). Vor allem bei der Herzfrequenz zeigten sich im Vergleich zu Klassen mit Standartausrüstung markante Unterschiede: Die Herzfrequenz senkte sich im Laufe des Vormittags und so konnten die Kinder im Durchschnitt 8.600 Herzschläge am Tag einsparen. Das bedeutet eine Einsparung von zwei Stunden Herzarbeit. Ein niedrigerer Herzschlag trägt natürlich wesentlich zu einer längeren Lebenserwartung bei. Ebenso zeigte sich eine höhere Aktivität des Vagustonus, jenem Nerv, der das Herz schützt. Außerdem gaben die Schüler der Holzklassen im Vergleich zu den Kontrollklassen seltener an von Lehrern angeschrien zu werden, sich ignoriert oder lächerlich gemacht zu fühlen und die Aggressivität der Schüler war geringer. Vor allem Mädchen sprachen besonders stark auf Holz an. Bei Buben war der Effekt zwar auch vorhanden aber nicht derartig ausgeprägt.

Viele weitere Vorteile

Selbst im Brandfall wird Holz keine große Gefahr zugeschrieben. Im Gegenteil sogar: Denn Holz brennt kontrolliert, langsam und berechenbar. Ebenso verbessert Holz die Luftqualität und vermindert Schadstoffe in der Atemluft innerhalb von wenigen Stunden auf ein Zehntel. Fußböden aus Holz sind ebenso hygienisch und vor allem lärm- und wärmedämmend, was in Schulen besonders hilfreich sein kann. Außerdem kann in einem Holzbau die Raumtemperatur um zwei Grad abgesenkt werden ohne dass der Raum dadurch weniger behaglich ist. Denn alleine die warme Holzoberfläche lässt das Wohlbefinden gleichbleiben. Vor allem speichern Holzoberflächen Feuchtigkeit und geben sie bei trockener Luft wieder ab. So bleibt das Raumklima durchgehend das ganze Jahr über gleich.
Übrigens: Innerhalb von vierzig Sekunden wächst genügend Holz in Österreich um ein Einfamilienhaus damit errichten zu können.
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