LEADER
Nahversorgung und Coworking boomen

Das Thema Nahversorgung boomt – auch in Form von Selbstbedienungsangeboten wie etwa bei Familie Zaunmair in Micheldorf.
2Bilder
  • Das Thema Nahversorgung boomt – auch in Form von Selbstbedienungsangeboten wie etwa bei Familie Zaunmair in Micheldorf.
  • Foto: Weymayer
  • hochgeladen von Martina Weymayer

Die aktuelle LEADER-Förderperiode wurde bis 2022 verlängert. Zahlreiche Projekte stehen in den Startlöchern.

BEZIRKE KIRCHDORF, STEYR-LAND. "LEADER" ist ein EU-Programm, mit dem innovative Vorhaben im ländlichen Raum gefördert werden. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten Konzepte für die jeweiligen Regionen und begleiten förderwürdige Projekte bei der Umsetzung. 20 LEADER-Regionen gibt es derzeit in OÖ – mit den Regionen Nationalpark Kalkalpen und Traunviertler Alpenvorland auch zwei im Gebiet Steyr-Kirchdorf.

Ursprünglich hätte die aktuelle Förderperiode im Jahr 2020 auslaufen sollen. Man hat sich jedoch für eine Übergangsfrist von zwei Jahren, bis 2022, entschlossen. "Wir haben nun zwei Jahre länger Zeit und haben zusätzliches Geld zur Verfügung", freuen sich die beiden Leadermanager Josef Wolfthaler und Felix Fößleitner.

Trotz Corona gibt es viele gute Projektideen, zum Beispiel in Sachen Nahversorgung. Sie ist derzeit – im wahrsten Sinne des Wortes – in aller Munde. "Gerade bei uns im Süden ist das Thema Nahversorgung ganz groß", so Fößleitner. "Das hat sich eindeutig verstärkt. Die Leute sind jetzt noch offener gegenüber regionalen Produkten als vorher." Auch im Norden, dem Traunviertler Alpenvorland, ist die Nahversorgung ein Thema, wenn auch nicht ganz so stark. "Hier ist einfach in der Vergangenheit schon sehr viel passiert", hat Josef Wolfthaler eine Erklärung. Aktuelle Projekte und Best-Practice-Beispiele gibt es in beiden Regionen, von St. Ulrich und Gaflenz über Kremsmünster und Sierning bis Klaus und Windischgarsten. Auch die Selbstbedienungsangebote werden immer mehr.

Coworking im Trend

Aber nicht nur die Nahversorgung boomt. Dasselbe trifft auch auf das Thema Coworking zu. Verschiedene Trends wie etwa das Home office haben den Boom noch verstärkt. In Sierning gibt es "das Franzi", in Kirchdorf die "Schmiede10". In Kremsmünster wird im Juli der Coworking Space „Eins“ eröffnet. Einige weitere Projekte sind geplant. "Wie bei den Nahversorgern, gibt es auch beim Coworking die unterschiedlichsten Varianten. Der Bedarf steigt, mobiles Arbeiten wird nach der Pandemie weiterhin ein Thema bleiben", so die beiden Leadermanager, die hinzufügen: "Ein nachhaltiger Betrieb von Coworking ist – vor allem im ländlichen Raum – noch sehr neu. Es muss noch erprobt werden, man muss langfristig funktionierende Modelle entwickeln."

Transnationales Projekt "Eisenwurzen Scouts"

Der Verein „Kulturregion Eisenwurzen OÖ“ mit Sitz in Steinbach an der Steyr startet 2021 ein transnationales Projekt mit der LEADER Region Südschwarzwald und der Universität Freiburg. Gemeinsam mit den 30 Eisenwurzen-Museen und Schaubetrieben plant man eine Qualitätsoffensive in der regionalen Kulturvermittlung. "Interessierte Einheimische werden zu Eisenwurzen Scouts ausgebildet", erklärt Kulturmanager Oliver Rath. Diese Scouts entwickeln mit Hilfe des Konzepts der „heritage interpretation“ neue Museumstouren, Führungen und Rundgänge. "Daraus entstehen vermarktbare Packages für den Tourismus – Kulturschauspiel genannt. Unser regionales Kulturerbe soll für alle Besucher und Gäste emotional erlebbar und für den Tourismus noch besser vermarktbar werden."

Ab Herbst werden zusätzlich „Interpretationsbegleiter“ ausgebildet, die mit Jugendlichen, vor allem Lehrlingen aus der Metallindustrie und HTL-Schülern, in partizipativen Projekten deren Zugang zum kulturellen Erbe erschließen. "Ziele sind die Förderung der Identifikation mit der Region, dem Beruf und dem Ausbildungsbetrieb, die Identifikation junger Menschen mit der Arbeit der ausbildungsnahen Museen sowie die Vernetzung mit den führenden regionalen Wirtschaftsbetrieben", so Oliver Rath.

"Zusammenhalt ist entscheidend"

Christian Dörfel, Obmann der LEADER-Region Nationalpark Kalkalpen, sagt: „Der Zusammenhalt der Region ist entscheidend für eine erfolgreiche gemeinsame Entwicklung in Steyr-Kirchdorf. Schon bisher war das unsere Stärke. Gesicherte Nahversorgung, mehr regionale Produkte, neue Arbeitsformen wie etwa Coworking, das Leerstandsthema und ein Fortschreiben der Digitalisierung mit sinnvollen Anwendungen am Land sind Antworten auf die Covid-Krise aus der Region heraus, die wir fortführen und verstärken wollen."

Bewerbung auch für nächsten Förderzeitraum

Die beiden Regionen bewerben sich wieder für den Förderzeitraum 2023 bis 2029. Der Obmann der Region Traunviertler Alpenvorland, Franz Schillhuber, ergänzt: "Es ist wichtig zu gestalten, denn die Zeit bleibt nicht stehen. Darum möchten wir auch künftig LEADER nutzen, um innovative Projekte zu unterstützen und unsere Region positiv zu entwickeln."

Das Thema Nahversorgung boomt – auch in Form von Selbstbedienungsangeboten wie etwa bei Familie Zaunmair in Micheldorf.
Zu den FoodCoops im Bezirk gehört unter anderem ´s Gartl in Windischgarsten.

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen