01.10.2017, 16:30 Uhr

"Think before you ink!"

Verena Hindinger, Tätowiererin in Kirchdorf. (Foto: Mayrhofer)

Wie wichtig es wirklich ist, sich gut mit seinem Wunsch-Tattoo auseinanderzusetzen, wird unterschätzt. Oft wird das Motiv schon unmittelbar nach dem Stechen bereut. Manchmal auch erst nach ein paar Jahren.

ein Beitrag von Lehrlingsredakteurin Tina Mayrhofer

KIRCHDORF. „Das Problem liegt gerade bei jungen Kunden darin, dass sie sich noch im Selbstfindungsprozess befinden. Was ihnen jetzt gefällt, finden sie in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr schön. Dass ein Tattoo wirklich für immer bleibt, wird oft nicht realisiert“, sagt Verena Hindinger, die Besitzerin des Tattoostudios „Immortal Ink“ in Kirchdorf.

Ein weiteres Problem ist, dass man sich gerade in jungen Jahren sehr oft noch nicht sicher ist, wo einen der Berufswunsch einmal hinführt. „Nach wie vor ist es leider so, dass in einigen Berufsgruppen Tattoos nicht gerne gesehen werden. Deshalb ist es wichtig, sich Tattoos nicht unbedingt gleich an sichtbare Stellen, wie zum Beispiel den Unterarmen, machen zu lassen“, so Hindinger.

Hygiene und Zwischenmenschliches

Sich für den Tätowierer zu entscheiden, der am billigsten ist, ist ganz und gar nicht ratsam. Schöne Tattoos kosten viel Geld. Bei der Wahl des Studios soll außerdem auf Hygiene – nachgewiesen beispielsweise durch Hygienezertifikate – und das Zwischenmenschliche zwischen Tätowierer und Kunden geachtet werden.

Dass Tattooentfernungen sehr teuer, schmerzhaft und oft auch mit unschönen Narben verbunden sind, wird leider gar nicht bedacht. Auch das „Covern“ (Überdecken mit einem neuen Tattoo) ist kein Leichtes. Die Auswahl des Motives obliegt hier beinahe ausschließlich dem Tätowierer, denn nicht jedes Motiv lässt zu, dass man von dem alten Tattoo später nichts mehr sieht.

Heikel: Trendmotive

Trendmotive sind ebenfalls ein heikles Thema. Oft werden Motive aus dem Internet gesucht, die momentan modern sind. „Ich steche keine ‚Trendtattoos´. Jeder Kunde soll sein individuelles Tattoo haben, weil jeder Mensch ein Unikat ist. Das soll sich auch in den Motiven widerspiegeln“, so Hindinger.
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