Woipertouringer lebt drei weitere Jahre

Der Vereinsvorstand arbeitet weiter für die Natur im Brixental: Hannes Sandbichler, Franz Heim, Martin Antretter, Bgm. Paul Sieberer und Stefan Astner (v. li.).
  • Der Vereinsvorstand arbeitet weiter für die Natur im Brixental: Hannes Sandbichler, Franz Heim, Martin Antretter, Bgm. Paul Sieberer und Stefan Astner (v. li.).
  • Foto: Brigitte Eberharter
  • hochgeladen von Johanna Schweinester

BRIXENTAL (be). Die Interessen der Grundbesitzer und der Naturnützer unter einen Hut zu bringen ist nicht einfach. Im Verein Netzwerk Naturraum Brixental sind alle Interessensvertreter seit fast zehn Jahren vereint und das soll zumindest drei weitere Jahre so bleiben.
Bei der Generalversammlung waren die Vertreter des Netzwerks versammelt: Die Gemeinden, der Forst, die Jagd, die Grundbesitzer, der Alpenverein. Das vermehrte Bedürfnis der Einheimischen und Gäste sich auf Tourenskiern, mit Schneeschuhen oder einfach beim Wandern die Natur zu nützen, führte ursprünglich zur Gründung des Vereins, denn immer mehr Probleme hatten sich ergeben. Es wurden Wildruhezonen und freiwillige Schutzgutflächen festgelegt und in Tourenkarten eingearbeitet, Parkplätze wurden errichtet und die Bevölkerung über die Notwendigkeit informiert, dass auch das Wild seinen Lebensraum braucht, der möglichst nicht betreten werden soll.

Bestrafen statt reden?

Gerade der heurige Winter hat jedoch gezeigt, dass nicht alles eitel Wonne ist. Durch die hervorragende Schneelage wurden mehr Tourengeher als je zuvor registriert. „Man trifft sie an Stellen, wo man vor 2-3 Jahren niemandem begegnet ist. Die Waldschäden sind so groß, wie ich sie in meiner 30-jährigen Tätigkeit nie gesehen habe“, sagt Franz Heim von der Bezirksforstinspektion Kitzbühel. Bezirksjägermeister Martin Antretter will nun bei der Behörde einen Antrag einbringen, dass Schutzgutflächen in Wildruhezonen umgewandelt werden. „Die Leute lassen sich teilweise von Schutzzonen nicht beeindrucken. Vielleicht müssen wir wirklich einmal den Kuschelkurs verlassen“, meint Antretter.

Konkret geht es den Beiden darum, dass Naturnützer, welche in eine derartige Zone eindringen und damit verursachen, dass das Wild fliehen muss, auch behördlich angezeigt und bestraft werden können. Denn durch das Fliehen aus den Regionen, in denen vielleicht sogar eine Wildfütterung besteht, verursacht das Wild an anderen Plätzen enorme Waldschäden, weil sie bei der Suche nach Nahrung Bäume verbeißen.

Ruhezonen klarer kennzeichnen

Obmann Bgm. Paul Sieberer steht nach wie vor vehement hinter der ursprünglichen Idee, dass nicht gestraft werden sollte, sondern dass gemeinsam ein Weg zur Einsicht gefunden wird. Bedauerlicherweise ist es ja in erster Linie die heimische Bevölkerung, die auf die Hinweise des vom Verein ins Leben gerufenen Woipertouringers nicht Acht nimmt. Edi Welebil vom Alpenverein Brixental beobachtet, dass die Aufstiegsrouten sehr wohl ausgewählt werden. Die Routen vom Berg hinunter sind jedoch diejenigen, bei denen die Ruhezonen nicht beachtet werden. Dieter Stöhr, Projektleiter beim Land Tirol, meinte, dass es Sinn machen würde, wenn in gewissen Abfahrtsbereichen Tafeln aufgestellt würden, die ein klares Verbot anzeigen.

Verein bemüht sich weiter um Einigkeit

Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass der Verein weiter bestehen und aktiv sein sollte. Da die infrastrukturellen Maßnahmen in den vergangenen Jahren erstellt wurden, folgt nun die Überlegung, für eine bessere Umsetzung zu sorgen und dafür auch Geld zu investieren. Erste Überlegungen gibt es insofern, als man mit den Waldaufsehern möglicherweise Partner findet, die dafür sorgen, dass die Hinweistafeln und dergleichen saisongerecht aufgestellt werden und dies auch kontrollieren. Dafür sollten sie auch finanziell entschädigt werden.

Autor:

Johanna Schweinester aus Kitzbühel

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