Problematische Situation in der Glan
Algenplage sorgt für viel Unmut
- Bei der Nelson-Mandela-Brücke wachsen die Algen derzeit auf Hochtouren. Anrainer sind verunsichert.
- Foto: MeinBezirk.at/Michael Kurz
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Trockenheit begünstigt Algenpopulation in der Glan. Experten beruhigen: "Es besteht keine Gefahr für Fische".
KLAGENFURT. Die anhaltende Trockenheit macht derzeit vielen Lebewesen zu schaffen. Neben der Landwirtschaft, die sich bereits auf einige Ernteausfälle im Sommer einstellt, haben auch viele Kärntner Flüsse einen neuen Tiefststand erreicht. Laut aktuellen Zahlen des Hydrografischen Dienstes des Landes Kärnten weist die Glan an der Messtation der Professor-Deutschgasse in Klagenfurt einen Wasserstand von 154 Zentimeter auf, bei der Station Zell sind es sogar nur 48 Zentimeter (Stand: 11. Mai, 8 Uhr). "Der Wasserstand der Glan ist derzeit sehr tief, aber wir haben noch nicht den historischen Tiefststand erreicht", erklärt Erich Eibensteiner, Geschäftsführer des Wasserverbandes Glan.
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Hohe Algenpopulation
Diese Entwicklung führt derzeit auch zu einem verstärkten Algenaufkommen im Fluss. Gerade bei der Nelson-Mandela-Brücke, auf Höhe des Interspar-Markts in der Durchlaßstraße, hat die Algenpopulation in der letzten Zeit stark zugenommen. Laut Martin Konar von der Abteilung für Umwelt, Naturschutz und Klimaschutzkoordination des Landes Kärnten handelt es sich hier um eine Geldgrünalge namens Vaucheria: "Die Ursachen dieser starken Vermehrung liegen einerseits in dem äußerst geringem Niederschlag, wodurch keine höhere Wasserführung eintritt und keine Sedimentbewegungen stattfinden. Andererseits ist mit dem Temperaturanstieg im Gewässer ein vermehrtes Wachstum möglich, was durch zusätzliche Nährstoffeinträge, wie etwa Fichtenpollen begünstigt wird", betont Konar. Für die Algen bestehen dadurch stabile Bedingungen, um langfristig zu wachsen.
Anrainer schlagen Alarm
Unter den angrenzenden Anrainern sorgt das verstärkte Algenwachstum ebenso für viel Unmut. "Wenn man sich die Situation bei der Nelson-Mandela-Brücke ansieht, ist meiner Meinung nach zu befürchten, dass das Algenproblem, sofern es nicht in den Griff bekommen wird, zu einem Fischsterben im Sommer führen könnte. Aktuell sieht man vor lauter Algen teils nicht einmal mehr die Steine in der Glan", zeigt sich ein Anrainer empört.
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Keine Gefahr für Fische
Daher stellt sich nun die Frage, wie es den Fischen in der Glan nun weitergeht? In der Glan leben bis zu 20 verschiedene Fischarten, darunter Karpfen, Barben und Äschen. "Der Fisch wird immer von Einleitungen in ein Gewässer gefährdet, wenn der Sauerstoff gezehrt wird, d.h. wenn man z.B. Gülle, Jauche oder Ähnliches in den Fluss einlassen würde, dann zehrt das natürlich am Sauerstoff", so Eibensteiner. Durch das verstärkte Algenaufkommen seien die Tiere jedoch nicht gefährdet. "Die Algen betreiben Photosynthese, und nehmen den Sauerstoff aus der Luft auf. Somit sind sie keine ernst zu nehmenden Konkurrenten für die Fische", ergänzt der Geschäftsführer des Wasserverbands. Eine mögliche Lösung für das erhöhte Algenvorkommen wären daher ausreichende Niederschläge, da dies den Abtransport der Algen im Fluss fördern würde. Tritt dieser demnächst ein? "Es ist flächendeckender Niederschlag zu erwarten. Verbreitet sind zehn bis zwanzig Liter pro Quadratmeter möglich. Das ist nach der trockenen Phase schon eine Entspannung, auch wenn es sich nur um einen kurzen Durchgang des Tiefs handelt", so Martin Ortner von der GeoSphere Austria.
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