Kärntner Immobilienmarkt
„Interessenten heute gut informiert“
- Geschäftsführer der IGEL Immobilien GmbH Bernhard Gelbmann richtet Wünsche an die Politik.
- Foto: Marta Gillner
- hochgeladen von Sabine Hartlieb
Bernhard Gelbmann, Geschäftsführer der IGEL Immobilien GmbH, über die aktuelle Marktsituation sowie die Herausforderungen.
Wie präsentiert sich der Immobilienmarkt derzeit?
Die Bilanz der letzten Zeit fällt unterschiedlich aus, je nachdem welchen Teilbereich man betrachtet. Bei der Neubautätigkeit stehen fast alle Bauträger massiv auf der Bremse. Die Gesamterrichtungskosten, Steuern und Nebenkosten, überbordende Behördenauflagen und teilweise völlig veraltete Raum- und Stadtplanungsvorgaben lassen eine seriöse Kalkulation kaum noch zu. Die Immobilienbranche ist voll mit Experten, die genau wüssten, an welchen Schrauben zu drehen wäre, aber sie werden von der Politik leider nicht gehört. Dies wird uns in den nächsten Jahren vor weitere Probleme wie Wohnungsmangel und steigende Preise stellen. Die ersten Auswirkungen merkt man bereits bei den Gebrauchtimmobilien. Allerdings muss auch klar festgehalten werden, dass Kaufinteressenten heute erfreulicherweise sehr gut informiert sind und keine Fantasiepreise mehr akzeptieren. Umso wichtiger sind eine korrekte Markteinschätzung und ein seriöser Verkauf über einen renommierten, idealerweise regionalen Makler. Der Mietmarkt profitiert andererseits von der Lage am Kaufmarkt. Mieten, die sich irgendwann niemand mehr leisten kann, sind nicht im Sinne der Immobilienbranche. Auch im Mietwohnungsbereich haben alle gesetzlichen Eingriffsversuche der letzten Zeit nicht zu den gewünschten Effekten geführt.


Welche Hürden gibt es am Immobilienmarkt?
Es ist sehr wichtig, zukünftige potentielle Immobilienverkäufer über die ständig steigende Steuerbelastung im Immobilienbereich aufzuklären. 2027 bringt wieder eine massive Erhöhung der Immobilienertragsteuer, und diese Erhöhung wird nicht die letzte gewesen sein. Gerichtsgebühren wurden mit 01. Juli erneut erhöht, eine Erhöhung der Grundsteuer steht uns ebenso bevor. Die Wohnbauförderung andererseits wurde durch die eigens erfundene „Kaufpreisobergrenze“ für Wohnungskäufer schon vor Jahren quasi abgeschafft und somit wird einer sehr großen und relevanten Bevölkerungsgruppe der Zugang zu einer Förderung, die jeder selbst mitträgt, verwehrt. Bei diesem Thema wären ein sofortiges Umdenken und die Förderung von Personen, die in die heimische Wirtschaft investieren, nötig.
Welche Immobilien sind derzeit gefragt?
Es gibt Nachfrage im Stadtgebiet wie auch am Land, von Baugrundstücken über Ein- und Mehrfamilienhäuser und natürlich Wohnungen. Wichtig sind eine korrekte Preisfindung und ein seriöses Angebot mit allen relevanten Unterlagen.
Welche Tipps für Kauf oder Miete würden Sie Kunden geben?
Der bestgemeinte Tipp sowohl für Käufer als auch für Verkäufer ist: Der beste Zeitpunkt ist heute! Für Käufer wird das Angebot knapper und die Preise werden sicher nicht mehr sinken. Auf Verkäufer warten ungewisse steuerliche Auswirkungen. Eine gefragte Mietwohnung zu einem fairen Preis bekommt heutzutage der Interessent, der Lohn- und Bonitätsnachweise inklusive aller für einen Vermieter relevanten persönlichen Informationen spätestens bei der Besichtigung zur Hand hat und für den ein seriöses Auftreten inklusive Verlässlichkeit und Flexibilität selbstverständlich sind.
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