Teichtmeister-Fall
Weil Empörung hier nicht angebracht ist
- Sozialarbeiterin Sabrina Felscher (Abt. 4 Soziale Sicherheit): "Auch Frauen werden zu Täterinnen."
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Information für Eltern, Kinder und Jugendliche auf einen Blick: So handeln Sie beim Verdacht von Kindesmissbrauch oder Gewalt gegen Kinder/Jugendliche richtig. Es gibt auch Anlaufstellen für pädosexuelle Männer. Selbst Frauen können zu Tätern werden.
KLAGENFURT. Der Fall Teichtmeister hat eines gezeigt: Großteils reagierten Gesellschaft und Medien mit Empörung. Nur wenige Berichte zeigten Lösungen auf und ließen tiefer blicken. Noch dazu entstand vielfach der Eindruck, dass Kindesmissbrauch ein Problem sei, mit dem die Kunstszene zu kämpfen hätte. "Insbesondere beim Thema sexuelle Gewalt gilt es nicht nur die fremden Täter im Außen zu fokussieren, sondern auch zu bedenken, dass sexuelle Gewalt, insbesondere Hands-on-Taten, zumeist im sozialen Nahfeld durch Familienmitglieder oder Bekannte erfolgen. Ebenso bedeutet dies, dass auch Frauen sexuelle Gewalt ausüben", sagt Sabrina Felscher von der Fachstelle Kinderschutz des Landes Kärnten. Generell gilt: Gewalt gegenüber Kindern wird unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer und kultureller Zugehörigkeit, Religion, sexueller Orientierung oder Fähigkeiten ausgeübt.
Was ist normal?
Stellt sich die Frage: Wie kann Gewalt verhindert werden? Zum einen braucht es erwachsene Personen, die Kinder ernst nehmen, aber auch niederschwellige Anlaufstellen sowie öffentliche Kinder- und Jugendhilfe. Wesentlich ist auch das Wissen um die eigene Sexualität. "Kinder/Jugendliche müssen wissen, was ,normal‘ ist und wann es zu Grenzüberschreitungen kommt", erklärt Felscher.
So reagieren Sie richtig
Besteht der Verdacht auf Kindesmissbrauch, wissen viele nicht, wie sie richtig reagieren. Es kann vorkommen, dass Verdachtsfälle nicht ernst genommen werden, zudem besteht die Angst, rufschädigend zu agieren. "Bleiben Sie ruhig und nehmen Sie die Aussagen des Kindes/des Jugendlichen ernst. Als nächsten Schritt wenden Sie sich an die Kinderschutzzentren, wo Sie weitere Informationen bekommen. Sollte sexuelle Gewalt im Familienverband ausgeübt worden sein, wenden Sie sich auch an die Kinder- und Jugendhilfe", sagt Felscher. Die Kinder- und Jugendhilfe sollte auch kontaktiert werden, sollte der vermeintliche Missbrauch durch das engere und nähere Feld nicht ernst genommen werden.
Kein Täter werden
Ein sensibles Thema: Was, wenn ich merke, dass ich pädosexuelle Tendenzen in mir verspüre? Die gute Nachricht: Wer dies erkennt und an sich arbeiten will, bekommt anonym Hilfe. Die Plattform "Nicht Täter werden" unterstützt pädophile Männer dabei, dass sie erst gar nicht zu Tätern werden.
Zur Sache
Kostenlose Elternbildungsangebote finden Interessierte hier.
Öffentliche Kinder- und Jugendhilfe: Tel.: +43 (0) 50 536 (ins Referat für Jugend und Familie verbinden lassen), Magistrat Klagenfurt: Tel.: 0463/537 48 51, Magistrat Villach: Tel.: 04242/205 38 00.
Tools, News, FAQs, Elternratgeber, oder "Frag Barbara" auf www.saferinternet.at.
Beratung bei Verdacht auf Gewalt, Informationen über Kommunikation mit dem Kind/Jugendlichen auf www.kisz-ktn.at.
Beratung, Notfallnummern und Information auf www.rataufdraht.at.
Auf www.ombudsmann.at können ungewollten Fotos im Internet gelöscht werden.
Meldestelle für Kinderpornografie und Nationalsozialismus www.stopline.at,
Beratungsstelle für pädosexuelle Männer www.nicht-taeter-werden.at.
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