Brennernordzulauf
Rosenheim will für Trassenzulauf vorerst Bestandsstrecke evaluieren

Auf Bitten der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig kam Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Montag, den 21. Jänner für Gespräche nach Rosenheim.
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Deutscher Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer präsentiert in Rosenheim Ergebnisse von Gespräch zum Thema Brennernordzulauf: Neben einer Verengung auf fünf Trassenvorschläge bis 5. Juli will man vor allem die Bestandsstrecke prüfen.

ROSENHEIM/BEZIRK (bfl). Im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Verlauf des Tages zeigte sich Andreas Scheuer (CSU) am Montag, den 21. Jänner in Rosenheim. Der deutsche Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur war auf Bitten der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig in die bayerische Stadt angereist, um die Vorgehensweise zur geplanten nördliche Zulaufstrecke ("Brennernordzulauf") für den Brennerbasistunnel zu besprechen.
Gemeinsam mit dem Landrat, der Rosenheimer Oberbürgermeisterin, sowie 46 Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und Vertretern von 14 Bürgerinitiativen setzten sie sich im Rosenheimer Landratsamt "an einen Tisch".
Begleitet wurden die Gespräche im Vorlauf allerdings von einer Demonstration durch Bürgerinitiativen und Gegner der geplanten Trasse, bei der Montagvormittag rund 3.000 Menschen in einem "Sternmarsch" in Rosenheim aufmarschierten. 

Verengung auf "fünf plus eins" Vorschläge

Die Ergebnisse der Gespräche präsentierte Scheuer gemeinsam mit Ludwig, der Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sowie dem Landesrat Stv. Josef Huber direkt nach dem Besprechungsende. "Es war heute ein sehr breites Meinungsspektrum und vor allem auch ein sehr breites Feld an Teilnehmern mit unterschiedlichen Herangehensweisen und Anliegen", so Scheuer.
Der vorläufige Plan, den der Verkehrsminister vorstellte, sieht eine Vorgangsweise in mehreren Schritten vor. Schneller als von der Deutschen Bahn bisher geplant, nämlich bis 5. Juli dieses Jahres, sollen nun weitere Erhebungen gemacht und die derzeit 100 Möglichkeiten und Überlegungen für eine neue Trassenführung auf "fünf plus eins" minimiert werden. Das bedeutet fünf Trassenvarianten und dazu die genaue Begutachtung der Bestandsstrecke.
Eine Verbesserung soll an der Bestandsstrecke vor allem beim Lärmschutz kommen, gleichzeitig sollen die Bürgerinitiativen konkrete Verbesserungsvorschläge vorbringen. Aber auch die geplante Verknüpfungsstelle in der Region, die viergleisig und oberirdisch verlaufen würde, soll noch einmal geprüft werden.

Vier Szenarien für Bestandsstrecke präsentiert

Scheuer legte zudem Zahlen zu mehreren Zukunftsszenarien vor, die zeigen sollen was auf die Region hinsichtlich dem Verkehrsaufkommen auf Schiene bis 2030 und 2050 zukommen wird. Diese, betont Scheuer jedoch, seien keine Prognosen sondern reine Annahmen und sollen helfen zu beurteilen, ob ein Ausbau in Form eines Neubaus notwendig sei.
Scheuer beleuchtete vorerst die Szenarien bis 2030. Derzeit habe man auf der Bestandsstrecke 185 Züge  – ohne zusätzlichen technischen Ausbau könne man Kapazitäten von zusätzlichen 75 Zügen abwickeln. Kommt die digitale Ausstattung der Schiene, das sogenannte ETCS System (European Train Control System), mit ins Spiel, ist eine Kapazität von zusätzlich 135 Zügen zum jetzigen Bestand möglich. Demnach könne man zum derzeitigen Bestand mit der Aufstockung maximal eine Kapazität von 320 Zügen erreichen. Ab 2030 komme man in den intensivsten Szenarien hinsichtlich der Kapazität auf 511 Züge.

Konzentration auf Bestandsstrecke

Demnach wird nicht nur rund um die Neubaustrecke weiter "erhoben". Vorerst will man sich vor allem auf die Bestandsstrecke konzentrieren, bevor man eine "eventuelle" Neubaustrecke genauer unter die Lupe nimmt – so lautete der Tenor von Seiten der CSU Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig.
Die Kernforderung der Bürgerinitiativen sowie von Ludwig ist, sich zuerst die Kapazitätserweiterung auf der Bestandsstrecke anzusehen. "Bevor wir neue Flächen verbrauchen und neue Trassen schlagen, müssen wir zunächst sehen, wie wir mit der Bestandsstrecke umgehen, und wie wir sie kapazitär erweitern", so Ludwig. Sie wolle die Region in die Lage versetzen zu entscheiden und abzuwägen hinsichtlich einer Neubaustrecke. Die Situation im Landkreis Rosenheim sei nicht dieselbe wie jene in Tirol, sagt Ludwig. Während in Tirol durch den Brennerbasistunnel grundsätzlich alle Bürger entlastet wurden, würden in der bayerischen Region einige zusätzlich und "neu" belastet – dies vor allem durch die geplante Verknüpfungsstelle. 
"Wir werden eine maximale Zufriedenheit nicht herstellen können bei einer so großen Herausforderung, aber wir bemühen uns mit den Bürgern zusammen ein Ergebnis zu verhandeln", sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

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