City-Bus-Chaos
Wörgls Politik fordert "Comeback" der alten Linienführung

Gemeinderat Christopher Lentsch (FWL), zweiter Vizebürgermeister Roland Ponholzer (WFW), Gemeinderätin Iris Kahn (Wörgler Grüne) und Stadtrat Christian Kovacevic (LHW) wollen in Sachen City-Bus-Problematik nicht länger tatenlos zusehen. (v.l.). | Foto: Nimpf
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  • Gemeinderat Christopher Lentsch (FWL), zweiter Vizebürgermeister Roland Ponholzer (WFW), Gemeinderätin Iris Kahn (Wörgler Grüne) und Stadtrat Christian Kovacevic (LHW) wollen in Sachen City-Bus-Problematik nicht länger tatenlos zusehen. (v.l.).
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Die neue Linienführung des City-Busses in Wörgl sorgt für Frustration. Die politischen Fraktionen fordern eine Rückkehr zur alten Regelung und kritisieren die mangelnde Verantwortung des Bürgermeisters.

WÖRGL. Seitdem in Wörgl mit 9. September die Linienführung des City-Busses geändert wurde, ist das Entsetzen in der Stadtgemeinde groß. Durchaus verständlich. Denn wenn man zum Beispiel vom Ortsteil Söcking bis zum Einkaufszentrum M4 mit dem City-Bus fahren will, braucht man hin und retour jetzt vier Stunden, wobei die Wegstrecke bei lediglich rund 5 Kilometern liegt. Das ist nur eines vieler Beispiele, die die neue Linienführung mit sich bringt. 

Fraktionen wollen nicht tatenlos zusehen

Die City-Bus-Thematik in Wörgl ist längst zu einem heißen politischen Thema geworden, weshalb Iris Kahn (Wörgler Grüne), Roland Ponholzer (Wir für Wörgl), Christian Kovacevic (Liste Hedi Wechner) und Christopher Lentsch (Freiheitliche Wörgler Liste) zur gemeinsamen Pressekonferenz luden. Sie möchten nicht weiter tatenlos zusehen. Besonders Gemeinderätin Iris Kahn zeigte sich empört darüber, zu Unrecht als Hauptverantwortliche für die Probleme dargestellt zu werden. Denn die Firma Lüftner hat in einem Schreiben vom Juli 2023 darauf hingewiesen, dass das Unternehmen mit Personalmangel kämpft und von Wörgl dringend Maßnahmen gefordert. Entgegengesetzt der jetzt kommunizierten Stellungnahme (MEINBEZIRK KUFSTEIN berichtete).

"Um den Fahrbetrieb aufrecht erhalten zu können ist es unabdingbar, die Betriebszeiten umgehend zu reduzieren. (...) Mit dieser Maßnahme können wir auch der derzeitigen Personalkanppheit entgegenwirken und einen möglichen Totalausfall der einen oder anderen Linie verhindern",

heißt es in dem Schreiben von Lüftner vom 20. Juli 2023. Jetzt aber will die Firma davon nichts mehr wissen und sagt, dass die Umstellung des City-Busses nicht auf deren Fahrermangel zurückzuführen ist. Kahn bestätigt, dass der Fahrermangel das zentrale Problem war, nie ging es um Einsparungen. Sie habe ihre Aufgabe als politische Vertreterin ernst genommen und wichtige Verbesserungen angestoßen, darunter die Errichtung neuer Haltestellen und die Überarbeitung des Streckennetzes. 

"Der Bürgermeister hat letztendlich damit reagiert, dass er mir die Referentenstelle entzogen hat. Aber auch das lässt sich belegen, dass das in keinem unmittelbaren Zusammenhang zu den City-Bus-Vorkommnissen steht",

sagt Kahn.

Iris Kahn (Wörgler Grüne) las Auszüge aus dem Schreiben der Firma Lüftner vor, vom 20. Juli 2023. | Foto: Nimpf
  • Iris Kahn (Wörgler Grüne) las Auszüge aus dem Schreiben der Firma Lüftner vor, vom 20. Juli 2023.
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"Rote Karte"

Stadtrat Christian Kovacevic empfindet es als besonders ärgerlich, dass Informationen bei der Gemeinderatssitzung im Dezember 2023 bezüglich der Änderungen beim City-Bus unvollständig oder falsch kommuniziert wurden. Denn das führte dann zu einem einstimmigen Beschluss. Für ihn ist heute – ein dreiviertel Jahr später – klar, dass es anders hätte laufen müssen. Außerdem kritisiert der Stadtrat die "Schuldzuweisungen" von Bürgermeister Michael Riedhart scharf.

"Bei jeder Kleinigkeit – wenn irgendwo eine Mini-Rutsche eröffnet wird – stellt sich der Bürgermeister hin und sagt 'Ich als Bürgermeister habe das gemacht'. Aber bei jeder Kleinigkeit die schlecht läuft, dann sind meistens die Referenten schuld",

ärgert sich Kovacevic. Er zeigt überdies auf, dass viele von der schlecht angekündigten Umstellung schwer betroffen sind und viele Bürgerinnen und Bürger sich mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen fühlen. "Es braucht jetzt klare Daten und Taten. Wir erwarten ein Konzept, das uns zurück in die ursprüngliche Planung führt, bis die Gesamtsituation geklärt ist", fordert Kovacevic endlich Lösungen. Auch Gemeinderat Christopher Lentsch schließt sich der Meinung seiner Kollegen an. Riedhart dürfe nicht ständig einen "Sündenbock" suchen und müsse Verantwortung übernehmen, anstatt andere ständig zu beschuldigen.

"Riedhart sucht einen Sündenbock und das soll Iris Kahn sein. Es ist ganz klar für mich, ich zeige dem Bürgermeister die Rote Karte",

untermauert Gemeinderat Lentsch.

Für Gemeinderat Christopher Lentsch (FWL) ist klar, Bürgermeister Michael Riedhart bekommt von ihm die "Rote Karte". | Foto: Nimpf
  • Für Gemeinderat Christopher Lentsch (FWL) ist klar, Bürgermeister Michael Riedhart bekommt von ihm die "Rote Karte".
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"Schuldzuweisungen sind völlig fehl am Platz", betont auch der zweite Vizebürgermeister der Stadt, Roland Ponholzer. Er hat bereits Kontakt zur Firma Lüftner aufgenommen, jedoch bleibt die Zusammenarbeit bisher vage. Die Antwort des Unternehmens auf seine Anfrage: Sie seien derzeit in Gesprächen mit den Verantwortlichen, könnten weiter aber dazu nichts sagen.

"Die Situation wird von Monat zu Monat schlechter, das können und werden wir nicht akzeptieren",

damit fordert Ponholzer konkrete Lösungen und die Rückkehr zur alten Linienführung mit halbstündigen Taktungen.

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