Diese acht Unterkünfte im Bezirk sollen die TSD schließen

Sachspendensammlung in Walchsee: Georg Neuschmied (li.) und Thomas Ouschan.
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  • Sachspendensammlung in Walchsee: Georg Neuschmied (li.) und Thomas Ouschan.
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BEZIRK KUFSTEIN (nos). Die Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) soll neu ausgerichtet werden. Die Neuausrichtung soll eine Ersparnis von 5,5 Millionen Euro bringen. Die Neuerungen betreffen Sachkosteneinsparungen, die Auflassung von Flüchtlingsunterkünften und Personalmaßnahmen, so Landeshauptmann Günther Platter.
Vorgelegt wurde im Zuge dessen auch ein Schließungskonzept für zahlreiche in Betrieb befindliche Unterkünfte – betroffen seien vor allem jene, bei denen ein befristetes Mietverhältnis bestehe, darunter finden sich acht im Bezirk Kufstein, drei davon haben mehr als 30 Plätze (Walchsee, Breitenbach und Kufstein).
Kleinere Wohneinheiten sollen "nach Möglichkeit" an Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte weitergegeben werden, meint das Land Tirol.

Das sind die acht Einrichtungen der TSD im Bezirk Kufstein

Betroffen von der Schließung sind die Unterbringung an der Wildbichlerstraße in Ebbs, die Standorte "Strabag" und "Therapiezentrum" in Walchsee, das Quartier am Thierseer Bäckenbichl, in der alten Volksschule von Breitenbach, das "Heim" in Kufstein und zwei Wohngemeinschaften in Wörgl.

"Hoffnung" sieht darin FPÖ-Nationalratsabgeordnete Carmen Schimanek in einer Presseaussendung: „Man versucht sich wohl nun in Schadensbegrenzung und versucht nicht genutzte Kapazitäten, wie leerstehende Wohneinheiten, abzustoßen. In diesem Zuge bietet es sich an auch das Transitlager aufzulassen, anstatt dort weiter sinnlos Steuergelder hineinzustecken.“ Aber auch das Eröffnen von neuen Einrichtungen, wie das von der FPÖ so genannte „Integrations-Hostel“, einem geplanten Handwerks-Qualifikations-Internat mit Wohnplätzen und Werkstätten im Ebbser Ortsteil Waldeck, sollte laut Schimanek "tunlichst vermieden" werden: „Derzeit sind einfach keine neuen Kapazitäten von Nöten. Es wäre unverantwortlich noch mehr Geld für unnötige Projekte zu verschwenden!", glaubt die Wörglerin. Sie präsentierte sich mit Landesparteisekretär Christofer Ranzmaier, dem Ebbser Ortsparteiobmann Hermann Plattner und Kufsteins Stadtparteiobmann Kurt Mayer jüngst als Speerspitze der Anrainerproteste in Waldeck, wo auch Mayer wohnt.

„Platter muss nun ein Machtwort sprechen, er ist der Einzige der dieses Projekt noch verhindern kann. Es ist nicht zulässig, dass in einem Ortsteil mit 70 Einwohnern in Summe bald 40 Asylwerber untergebracht werden sollen“, so Schimanek.
Die Siedlung Waldeck ist Teil der Ebbser Ortschaft Eichelwang und liegt direkt an der Stadtgrenze zu Kufstein. Eichelwang zählt rund 880 Einwohner, etwa 80 davon leben in Waldeck.

Die Freiheitlichen meinten zur Geschäftsführung der TSD, sie solle sich "zuerst um die vielen offenen Baustellen" (Rechnungshofbericht, Budget, Gewerkschaft) kümmern, bevor sie neue Projekte beginnt. Für das bereits angemietete Objekt in Waldeck könne sich Schimanek "vorstellen, dass ein anderes Sozialprojekt gefunden wird".
Landesparteisekretär Christofer Ranzmaier kritisiert die Vorgehensweise der TSD: „Es hat absolut System bei der TSD, dass über die Anrainer drübergefahren wird und diese vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Diese Tiroler Sozialen Dienste sind weder sozial, noch haben sie viel mit Tirolern zu tun, außer dass sie mit Herzenslust deren Steuergeld mit beiden Händen zum Fenster hinauswerfen.“ Er meint, dass die FPÖ vorhabe, einen Misstrauensantrag gegen die verantwortliche Landesrätin Baur einzubringen.
Der FPÖ-Stadtparteiobmann von Kufstein und Mitorganisator der Anrainerproteste im Ebbser Waldeck, Kurt Mayer, bemängelt, dass die TSD bereits viele ungenutzte Kapazitäten habe und deshalb den Standort "gar nicht brauche": „Die Unterkunft in Erl, welche für 50 Leute gebaut wurde, ist derzeit nur mit 14 Personen belegt. Dann haben wir noch das Transitlager Kufstein, welches um teures Steuergeld errichtet wurde und nun schon über ein Jahr komplett leer steht. Da wundert man sich schon, warum dann mit aller Gewalt hier noch ein neues Projekt umgesetzt werden muss. Es wäre wesentlich klüger, die vorhandenen Kapazitäten ordentlich zu nützen, als hier noch ein weiteres Objekt anzumieten!“

Sachspendensammlung in Walchsee: Georg Neuschmied (li.) und Thomas Ouschan.
Die Freiheitlichen – im Bild v.l.: Ortsparteiobmann Hermann Plattner, Landesparteisekretär Christopher Ranzmaier, NAbg Carmen Schimanek und Stadtparteiobmann Kurt Mayer – fordern im Zuge der TSD-Reorganisation neue Einrichtungen "tunlichst" zu vermeiden.

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