Grund- statt Hochwasserproblem
Radfelder "haben Hausaufgaben gemacht", meint Bgm Auer

"Kein Hoch-, sondern ein Grundwasserproblem" ortet Radfelds Bgm Josef Auer in seiner Gemeinde.
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  • "Kein Hoch-, sondern ein Grundwasserproblem" ortet Radfelds Bgm Josef Auer in seiner Gemeinde.
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Hochwasserschutz Unteres Unterinntal, Haltung der Gemeinde Radfeld

RADFELD (red). Aufgrund der Hochwassersituation wurde Radfelds Bürgermeister Josef Auer, dessen Gemeinde Vorbehalte gegen den Hochwasserschutzverband im Unteren Unterinntal vorbringt, von mehreren Medien kontaktiert. In einer Aussendung nahm er zur Kritik Stellung, die auf Radfeld einprasselte.

"Laut dem Plan vom Land  – und der anderen sechs beteiligten Gemeinden am Inn von Brixlegg bis Wörgl sowie TIWAG, Landesstraßenverwaltung, ASFINAG und ÖBB- Infrastruktur – müsste Radfeld eine Fläche von 140,8 ha als Retentionsfläche zur Verfügung stellen", will Auer richtig gestellt sehen, "weil darüber immer wieder unrichtige Zahlen transportiert werden".

Die Hochwassersituation der vergangenen Tage habe für Auer gezeigt, dass
"auch westlich von Innsbruck Retentionen bzw. Wasserrückhaltemaßnahmen absolut notwendig" seien. "Das wurde vom Land bisher immer anders dargestellt und von den Gemeindevertretern der anderen Gemeinden offensichtlich als 'gegeben' hingenommen", moniert Auer. "Alle Inntalgemeinden müssten sich eigentlich solidarisieren und Rückhaltemaßnahmen in den Seitentälern fordern, was ja auch für die Bewohner der Seitentäler ein großer Vorteil wäre, weil dadurch ja auch Schäden in den Seitentälern stark reduziert werden könnten", meint der Radfelder Bürgermeister. 
Radfeld hatte in den letzten Tagen "eigentlich kein Hochwasserproblem sondern ein Grundwasserproblem", so Auer weiter. "Durch ein Retentionsgebiet direkt am Dorf würde sich die Grundwassersituation bei uns aber noch deutlich mehr verschlechtern, was ja einer der Gründe für unsere Ablehnung des Projekts ist und war."

"Bei der letzten Gemeinderatssitzung am 6. Juni hat sich der Radfelder Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen, dass wir gegen einen Zwangsbeitritt rechtliche Schritte ergreifen werden", führt Josef Auer aus. Er hält zudem fest: "Nicht die Gemeinde Radfeld und auch nicht die Radfelder Grundeigentümer sind die 'Verhinderer', wir legen uns auch nicht quer und wir pokern auch nicht! Wir würden ja sogar einer Retentionsfläche östlich vom Maukenbach zustimmen, womit wir immer noch das Doppelte wie Kundl zu den Retentionsflächen beitragen würden. Wir lassen uns aber auch nicht vorführen und auch nicht bevormunden, noch dazu mit Nachteilen, bei denen wir sogar 'über Gebühr' mitzahlen sollen. Auch die Radfelder Bevölkerung hat ein Recht auf Schutz. In diesem Sinne arbeitet unser gesamtes Gemeinderatsgremium und wird dies auch weiterhin tun!"

"Ich kann der Stadtgemeinde Wörgl keine Vorschriften machen, ich mache mir aber Gedanken. Ich würde über einen mobilen Hochwasserschutz nachdenken und auch auf Wörgler Boden Retentionen bauen. Faktum ist, dass in Wörgl – von Stadt und Land – große Fehler begangen wurden und diese nun durch andere, auf deren Kosten, repariert werden sollen. Das ist aber wohl nicht umsetzbar. Stadt und Land sollten auch einmal ganz offen darüber reden, was 2005 zur Katastrophe in Wörgl geführt hat. Das wäre schon einmal ein guter Schritt. Der Wörgler Bevölkerung zu suggerieren, dass alles nur von Radfeld abhängt, ist ebenfalls der falsche Ansatz", findet Auer.

Er rät den "Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern anderer Gemeinden, die sich z.B. noch nicht eingehend mit der sogenannten 'Blöschl Studie' auseinander gesetzt haben", dies zu tun. "Wir in Radfeld haben auf alle Fälle unsere Hausaufgaben gemacht!"

"Kein Hoch-, sondern ein Grundwasserproblem" ortet Radfelds Bgm Josef Auer in seiner Gemeinde.
Josef Auer, Bgm von Radfeld

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