Mit 1968-Retro-Monat soll Schwung ins Kufsteiner "Kiss" kommen

Zwei Teile des "Kiss", vom Fischergries aus gesehen.
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KUFSTEIN (nos). Von 2004 bis 2012 wurde daran geplant und gebaut, schon zu Weihnachten 2011 zog das erste Handelsunternehmen als Mieter ein. Rund 25 Millionen betrug das Gesamtinvestitionsvolumen für das "Kiss", das Kufsteiner Innenstadt Shoppingcenter am Unteren Stadtplatz sowie die dazugehörigen weiteren Gebäude am Fischergries. "Das mussten wir alles in dieser Zeit vorfinanzieren, das muss man erstmal stemmen können", sagt Eigentümer Johann Höger, als er die Entstehungsgeschichte des Projekts Revue passieren lässt. Europaweit hätten 60 Architekten beteiligten sich damals am Architekturwettbewerb beteiligt, die historische Fassade des jahrhundertealten "Gasthof Auracher" zu erhalten kostete allein rund 700.000 Euro, so Höger, der das Jahr 2013 als eigentliches Eröffnungsjahr des Shoppingcenters sieht.
Nun, fünf Jahre später, will das "Kiss" durchstarten und rechnet mit einem großen Zuwachs an Händlern, die bald einziehen sollen: "Leider konnten wir es bis heute nicht so füllen und gestalten, wie es sein sollte", erklärt der Eigentümer, "aber bis zum Spätherbst und auf Weihnachten planen wir mit guten Geschäften zu starten". Dann sollen 90 Prozent aller Flächen vermietet sein – wobei hierbei nicht nur die 7.000 Quadratmeter Ladenflächen gemeint sein dürften, sondern auch Büroräume und Wohnungen des insgesamt 10.000 Quadratmeter großen Areals eingerechnet sind, denn "das ehemalige Kolpinghaus funktioniert ja, da sind 100 Prozent der Flächen belegt", so Höger, "und die Parkgarage wird auch gut angenommen. Es war nicht alles falsch. Der Park am Fischergries mit dem Springbrunnen ist auch sehr gelungen".
Momentan seien es acht gewerbliche Mieter, das Infobüro des Tourismusverbandes (TVB) "Kufsteinerland" eingerechnet, die im "Kiss" einen Standort bezogen haben, erklärt Höger. Und gerade der Einzug des TVB sorgte zumindest für einen spürbaren Frequenzanstieg im "Mall"-Bereich: Rund 2.000 Personen durchqueren das "Kiss" mittlerweile täglich. "Mehrere, auch große" Händler sollen nun bald neu ins Center einziehen, man stehe am Ende der Verhandlungen, "unterschrieben ist noch nichts", sagt Johann Höger, "wir sind aber zuversichtlich."

Unvermögen, Konkurrenz und Krise

Warum auch fünf Jahre nach "Fertigstellung" der Mall – die meisten zu vermietenden Flächen befinden sich in einem Semi-Rohbau-Zustand – das Interesse der Händler an den Geschäftsräumen noch immer schwächelt, erklärt sich Höger anhand verschiedenster Gründe: "Das war sicher zu einem Teil auch eigenes Unvermögen und fehlende Erfahrung im Einkaufscenterbereich." Doch auch später engagierte professionelle Makler bissen sich hier die Zähne aus, wie der Eigentümer weiter ausführt. Zudem fiel in die Bauzeit die Weltwirtschaftskrise 2008, aufgrund derer Viele vor Investitionen zurückschreckten. "Die Aufträge waren schon vergeben, das war nicht mehr zu stoppen. Wir haben dann dahingewurschtelt von Jahr zu Jahr", zeigt sich der Inhaber selbstkritisch. Die großflächigen Handelsketten, die zumeist schon Filialen in Wörgl betreiben, winkten für Kufstein ab, da sich sich damit selbst Konkurrenz schaffen würden, meint Höger, und der Onlinehandel zwinge ohnehin viele "stationäre" in die Knie. Zudem entstand kurz zuvor mit den "Kufstein Galerien" in direkter Nähe ein weiteres Einkaufscenter. "Die Galerien waren früher fertig und da haben sich dann die Großen niedergelassen, die wollten eben früher aufsperren", führt er weiter aus.
Mittlerweile sei der Markt in Kufstein "gesättigt", glaubt Höger: "im Handel und wahrscheinlich auch in der Gastronomie" sei in Kufstein mittlerweile der Plafond erreicht, "da gibt es nur noch Verdrängungswettbewerb".
Dennoch lässt es der Eigentümer nicht an Zweckoptimismus vermissen: "Ich bin noch immer überzeugt, dass das 'Kiss', gerade hier in der Fußgängerzone und bester Zentrumslage, funktioniert! Ich vertraue auf Kufstein und seine Marke, das wird sich noch weiter entwickeln." Darum habe er auch bereits mehrere Angeboten von interessenten ausgeschlagen, die ihm das "Kiss" abkaufen hätten wollen.

Fünf Wochen lang Retro-Veranstaltungen

Fünf Jahre nach der Eröffnung des "Kiss" soll nun gefeiert und eingeweiht werden, und zwar mit einer Reminiszenz an die "Tradition des Hauses": "Das Auracher ist ja eine Legende in Kufstein, seit beinah 400 Jahren", meint Höger. Als im "Tanzcafé Auracher" zum Fünf-Uhr-Tee geladen wurde, sei der Untere Stadtplatz "der Nabel von Kufstein" gewesen, schwärmt er. Um an diese Zeiten zu erinnern, hat sich das "Kiss" eine mehrwöchige Retro-Veranstaltungsreihe ausgedacht und lädt dabei auch wieder zum Tanz um fünf Uhr nachmittags."Wir wollen diese Zeit plakativ wieder darstellen, mit Ausstellungen, Vorführungen, Kunst und Live-Musik", erklären Höger und Mitorganisator Wolfgang Berle. Fünf Wochen lang ist dann ein buntes Programm im Innen- und Außenbereich des "Kiss" geplant, dabei dreht sich alles rund um das Jahr 1968.

"Love Peace Motto 1968" im Kiss – 24. August bis 30. September

  • ab 24. August: Ausstellungen mit Bildern und Filmen, sowie "spezielle Speisen und Getränke"
  • 26. August: "Harley Club Tirol" kommt ins "Kiss", Live Musik, "68-er"-Bekleidung wird prämiert
  • 31. August: Herbstfest im "Kiss"
  • 2. September: Fünf-Uhr-Tee mit Live Musik
  • 7. September: Live Musik
  • 8. September: US Cars & Oldies mit Live Musik, Motto Outfit 1968-70
  • 9. September: Fünf-Uhr-Tee mit Live Musik
  • 14. September: Vorführung des Film- und Video Club Kufstein, abends
  • 15. September: Autoshow mit Oldie-Club, Käferclub und Live Musik
  • 16. September: Fünf-Uhr-Tee mit Live Musik
  • 21. September: Live Musik
  • 23. September: Fünf-Uhr-Tee mit DJ Jacky D
  • 30. September: Fünf-Uhr-Tee mit Live Musik
Zwei Teile des "Kiss", vom Fischergries aus gesehen.
Eigentümer Johann Höger und Mitorganisator Wolfgang Berle planen einen Monat lang Retro-Veranstaltungen rund um das Jahr 1968 im "Kiss".
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