03.02.2016, 10:42 Uhr

5-jähriges Bestehen der Selbsthilfegruppe „Lebenslang, doch endlich frei“

Selbsthilfegruppe "Lebenslang, doch endlich frei" für Betroffene von sexuellem Missbrauch in der Kindheit und Vergewaltigung in Wörgl feiert ihr 5jähriges Bestehen.
Wörgl: Tiroler Stuben | Wörgl: Seit nunmehr 5 Jahren betreut die Selbsthilfegruppe „Lebenslang, doch endlich frei“ in Wörgl Betroffene von sexuellem Missbrauch in der Kindheit und von Vergewaltigung. Gegründet wurde diese Gruppe am 09.02.2011 von Christine Deutschmann mit Unterstützung des Dachverbandes SelbstHilfe Tirol. Im Jahr 2013 übergab sie die Leitung an Frau Alexandra Salvenmoser. Es handelt sich dabei um eine reine Betroffenengruppe, in der jede(r) Einzelne den Rahmen, die Struktur und die Inhalte des Treffens mitgestalten kann und soll und deren Ziel es ist, sich gegenseitig zu helfen und für einander da zu sein.

Veränderungen:

Auf Wunsch der aktuellen Teilnehmerinnen werden zukünftig jedoch nur noch Frauen aufgenommen werden. Dies bedeutet keinesfalls, dass Männer nicht ebenso dringend Hilfe benötigen würden, doch arbeiten sie in abweichender Form an sich wie Frauen. Es wäre daher notwendig und ratsam, sich in einer eigenen Gruppe für Männer zu treffen, doch dafür müsste sich jemand finden, der eine solche Gruppe gründen würde.

Statistik:

Innerhalb der Gruppe wurde eine Statistik erhoben, die im Gegensatz zu öffentlichen Statistiken die Dunkelziffer besser aufzeigen kann, da nicht alleine nur angezeigte Verbrechen einfließen. Daraus ergibt sich, dass 31% der Kinder im Alter bis zu 5 Jahren, 79% der 6-12 Jährigen und 52% der 13-16 Jährigen Opfer sexueller Gewalt werden. Hier wird aufgrund der prozentuellen Aufteilung ersichtlich, dass sich sexueller Missbrauch in fast allen Fällen über mehrere Jahre erstreckt. Lediglich 24% der Täter stammen nicht aus dem familiären Umfeld. Zur Anzeige werden aufgrund von Scham und Angst lediglich 17% der Verbrechen gebracht und davon kommt es gerade mal in 7% der gemeldeten Fälle zu einer gerichtlichen Verhandlung. Solche Fakten zeigen einmal mehr auf, wie wichtig Selbsthilfegruppen und das Brechen dieses Tabuthemas sind.

Wichtigkeit regelmäßiger Treffen:

In diesen ersten Jahren besuchten 32 Männer und Frauen diese Gruppe und fanden einen vertrauten Rahmen um in Gesprächen an der Aufarbeitung ihrer Traumatas arbeiten zu können. Dieser Schritt heraus aus der Isolation ist für alle eine Herausforderung, doch dürfen inzwischen viele schöne Erfolge in der Gruppe verzeichnet werden. Die einzelnen Personen finden Verständnis, persönliche Erfahrungen anderer und werden gestärkt und unterstützt. Um solch schwerwiegende Verletzungen an der Seele erfolgreich heilen zu können, ist es enorm wichtig, möglichst regelmäßig an den Treffen teil zu nehmen und eventuell parallel dazu eine Therapie zu machen. In der Gruppe erfährt man durch den Austausch und der Diskussion über Themen viel Wissen über Therapieformen und darüber, was anderen weiter geholfen hat.

Die Gruppe trifft sich im Abstand von zwei Wochen in den Räumlichkeiten des Sozialsprengels Wörgl. Diesem sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank für die kostenlose Unterbringung erbracht.

Bei Interesse an einer Teilnahme

sind eine Anmeldung und ein Erstgespräch bei Frau Alexandra Salvenmoser notwendig. Kontaktdaten finden Sie auf der Homepage: http://www.freundeskreis-victoria.at/lebenslang/index.php beim Dachverband SelbstHilfe Tirol unter 0512-577198 oder www.selbsthilfe-tirol.at.
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renate krska aus Neubau | 03.02.2016 | 18:10   Melden
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Alexandra Salvenmoser aus Kufstein | 03.02.2016 | 19:07   Melden
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Maria Mifka aus Telfs | 23.02.2016 | 11:23   Melden
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Alexandra Salvenmoser aus Kufstein | 23.02.2016 | 11:34   Melden
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Maria Mifka aus Telfs | 02.03.2016 | 16:18   Melden
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Alexandra Salvenmoser aus Kufstein | 02.03.2016 | 16:30   Melden
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