30.06.2017, 07:00 Uhr

Im Wasser liegt die Gesundheit

Schwimmen im Allgemeinen als eine sehr gesunde Sportart. Am gesündesten ist dabei das Rückenschwimmen. (Foto: Schwimmklub Zirl)
BEZIRK (bfl). Das Wasser ist in aller Munde und gerade im "Wasserschloss" Tirol eine unmittelbare Erfrischungsquelle. Dabei dient es aber nicht nur als Durstlöscher – auch beim Schwimmen und Kneippen zeigen sich positive Wirkungen des kühlen Nasses auf den Menschen. Vorsicht ist dann geboten wenn das Wasser durch Keime verunreinigt ist.

Wasser vs. "Mineral"
Die Qualität und Zusammensetzung des Wassers unterscheiden sich von Region zu Region. Im Bezirk findet sich, wie in ganz Tirol, in der Leitung eher kalkhaltiges Wasser. Muss jemand auf seinen Ionenhaushalt achten, sollte er nicht zu viel Wasser aus der Leitung trinken, sagt Dr. Susanne Schmidt, Ärztin im Vier Sterne Superior Gesundheitsresort DAS SIEBEN. Kohlensäurehaltiges Mineralwasser ist grundsätzlich ebenso zu empfehlen, allerdings hat es einen gewissen Säurespiegel und kann Sodbrennen verursachen. Egal ob aus der Leitung oder der Flasche, grundsätzlich gilt: Ein Erwachsener Mensch sollte täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zu sich nehmen. Gerade bei Hitzewellen im Sommer ist es wichtig einer Dehydrierung entgegenzuwirken, da der Körper durch Atmen, Urinlassen und Schweißbildung Wasser verliert.

Nasser Sport ist gesund
Wenn es um die sportliche Betätigung geht, gilt Schwimmen im Allgemeinen als eine sehr gesunde Sportart. Es fördert das Herz-Kreislauf-System und auch der Herzmuskel wird trainiert. Bei Venenproblemen wirkt das Wasser fast wie eine "Stützstrumpfhose", sagt Dr. Schmidt. Wer allerdings Bandscheibenprobleme hat, sollte das Brustschwimmen meiden und auf andere Schwimmarten wie Rückenschwimmen oder Kraulen umsteigen. Dabei gilt aber immer die goldene Regel nicht mit vollem Magen zu Schwimmen, da dies eine Belastung für den Herzkreislauf darstellt. Auch bei einer Kälteempfindlichkeit kann der schnelle Gang in kalte Gewässer zu einem Schock führen. Gesund ist laut Dr. Schmidt hingegen das Kneippen, denn es hat für die Gefäße in den Beinen einen positiven Trainingseffekt. Nicht nur die Lympfgefäße pumpen besser, auch die Venen profitieren davon, da der Kältereiz die Gefäße im Bein aktiviert. Durch die Straffung der Venen wirkt das Kneippen auch der Bildung von Krampfadern entgegen.

Abduschen oberstes Gebot
Hautirritationen nach dem Baden können durch verschiedene Ursachen entstehen, wie zum Beispiel bei stark verschmutztem Wasser. Gerade gegen Ende des Sommers hin, wenn die Wassertemperaturen eher hoch sind, können Kolibakterien und sonstige Bestände im Wasser auftreten. Aber auch bei chlorhaltigen Gewässern ist Vorsicht geboten, denn diese können unter gewissen Umständen Dermatiden (Hautentzündungen) auslösen. Wenn der Chlorgehalt zu hoch ist, kann das zu Hautreizungen führen.
Auch Fälle der sogenannten Badedermatitis oder "Zerkariendermatitis" sind in den letzten Jahren vereinzelt in Badeseen im Bezirk aufgetreten. Die Badedermatitis ist eine allergische Reaktion und entsteht durch Larven eines Saugwurms, die über Entenkot in das Wasser gelangen. Der Mensch wird von den Larven (Zerkarien) nur "versehentlich" befallen. Die dadurch entstehenden juckenden Flecken sind aber im Normalfall harmlos und heilen nach zehn bis zwanzig Tagen ab.
"Grundsätzlich überträgt jeder Vogelkot leicht Bakterien", sagt Dr. Schmidt. Als Badegast sollte man versuchen kein Wasser zu schlucken und sich unbedingt nach dem Schwimmen abzuduschen – eine Maßnahme die Schmidt auch dringend bei Chlorwasser empfiehlt. Durch das Abduschen kann die Hautoberfläche gereinigt und potentielle Eindringlinge entfernt werden.
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