28.10.2016, 11:04 Uhr

Bürger-Debatte mit der Wörgler Politik

Rund 30 Gemeindebürger lauschten den Ausführungen der Stadtpolitiker.

Etwa 30 Wörgler kamen zur ersten Gemeindeversammlung in der neuen Legislaturperiode. Verkehr und Hochwasserschutz waren große Themen.

WÖRGL (loa). Etwa 30 Gemeindebürger folgten am Donnerstagabend, 27. Oktober, der Einladung der Wörgler Stadtpolitik zur Gemeindeversammlung im Veranstaltungszentrum Komma. Bürgermeisterin Hedi Wechner (SPÖ/Liste Wechner) berichtete dabei zuerst über das bereits Getane: Vom Umbau der Stadtpolizei, dem Ausbau des Kindergarten Mittelwegs bis hin zum Umbaubeginn des Seniorenheimes, welches im nächsten Jahr fertiggestellt wird.

Die Zukunftsprojekte der "Energiemetropole"

Auch zukünftige Vorhaben riss die Stadtchefin an: So wird das Stadtamt sukzessive barrierefrei gemacht, die Erweiterung der SPAR-Zentrale sowie der Ausbau des Rot-Kreuz-Gebäudes. Angeschnitten wurde auch die für das nächste Jahr geplante Gründung eines Wasserverbandes, ein neues Tierkrematorium, das Projekt eines Feuerwehrhauses, diverse Straßenverkehrsprojekte wie die Sanierung der Bahnunterführung und Umgestaltung der Bahnhofstraße sowie das Mega-Wohnbauprojekt Südtiroler Siedlung - die BEZIRKSBLÄTTER berichteten erst kürzlich.

Die Wörgler sprachen über ihre Sorgen

Danach waren die Bürger dran: So sprach Wechner von einer "verzwickten Situation" in Sachen Tennisanlagen. Man habe derzeit kein Geld für eine neue Anlage, sei aber mit dem Land in Gespräch um mögliche Plätze zu adaptieren, betonte sie. Eine Bürgerin kreidete das "Chaos" beim Areal rund um die Landesmusikschule. So wunderte sich die Wörglerin über fehlende Parkplatz und den fehlenden Lift. Ihrer Meinung sei auch das neue, dortige Kopfsteinpflaster nicht behindertengerecht - der Stadtbaumeister sah dies freilich anders und auch die Bürgermeisteirn betonte: "Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen". Fragen gab es auch zur Wildparkerei von Lkw-Fahrern, dem löchrigen Asphalt am Bahnhofsvorplatz und fehlender Beleuchtung in einer Unterführung.

Ein Gemeindebürger machte auch den Hofer-Auftritt im Komma - die BEZIRKSBLÄTTER berichteten - zum Thema, und stellte der Bürgermeisterin verwundert die Frage: Warum den Hofer "mit Pauken und Trompeten willkommen geheißen" werden musste? Die Stadtchefin antwortete: "Nicht die Stadt hat Hofer eine Bühne geboten, sondern die FPÖ, die den Veranstaltungsaal angemietet hat". Nationalratsabgeordnete und Gemeinderätin Carmen Schimanek (FPÖ) fragte gar zurück, was denn genau das Problem sei? Und auch Wechner betonte mit Verweis auf die Tätigkeit von Hofer als dritter Nationalratspräsident: "Für eine Privatperson machen wir nicht so einen Aufwand. Es steht mir nicht zu, wen auszugrenzen. Und wäre Alexander Van der Bellen gekommen, hätte ich es genauso gemacht".

Wechner zu Finanzen: "Die finanzielle Manschette wird enger".

Die Bürgermeisteirn ging auch auf die Finanzen ein: "Es ist damit zu rechnen , dass wir uns den Gürtel enger schnallen müssen". Die Schere zwischen den laufenden Einnahmen und laufenden Ausgaben werde immer größer, erzählte Wechner. Gerade auch bei den sozialen Ausgaben gab es eine Steigerung der Kosten. An Rücklagen hat die Stadt Wörgl derzeit 9 Mio. Euro. Die Schulden machen 22 Mio. Euro aus, davon 12 Mio. Euro wegen der ehemaligen Wörgler Infrastruktur GmbH. Weiters haftet die Stadt für 16 Mio. Euro - 11 Mio. Euro entfallen dabei auf das Wave und die Stadtwerke.

Hochwasserschutz: Wörgl muss mit zwölf bis 15 Mio. Euro rechnen

Und auch einen Dauerbrenner sprach die Stadtchefin dann an: den schon seit langem geplanten Hochwasserschutz. Wörgl werden dabei hohe Zahlungen erwarten, befürchtet Wechner und sprach von 48 Prozent der Kosten des künftigen Wasserverbandes. Nach einer "Milchmädchenrechnung" der Bürgermeisterin müsste die 13.000-Einwohner-Gemeinde zwischen 12 und 15 Mio. Euro schulten. "Das ist ein Brocken, den die Stadt nicht alleine stemmen kann". Ein Bürger mahnte später bei Thema Hochwasserschutz die Stadt an: "Lasst euch nicht über den Tisch ziehen".
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