26.04.2016, 13:53 Uhr

80.000 Kärntner leiden unter Verkehrslärm

"Verkehrslärm macht krank", warnt der VCÖ. (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

"Dauerhafter Verkehrslärm macht krank", warnt der Verkehrsclub Österreich.

Fast 80.000 Kärntner fühlen sich durch den Lärm des Straßenverkehrs belästigt mach der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufmerksam. Dauerhafter Verkehrslärm macht krank und kann zu Herz-Kreislaufstörungen führen. Jetzt fordert der VCÖ Maßnahmen zur Verringerung des LKW-Verkehrs und eine stärkere Förderung des Gehens und Radfahrens im Ort.

In rund 150.000 Kärntner Wohnungen und Häusern ist es zu laut

"Verkehrslärm ist nicht nur ein Ärgernis, Verkehrslärm macht krank", so VCÖ-Experte Markus Gansterer. Der internationale Tag gegen Lärm findet morgen statt. Rund 150.000 Kärntner geben an, dass sie in ihrer Wohnung unter zu viel Lärm leiden. Der Verkehr ist Hauptgrund dafür, dass es im Wohnumfeld zu laut ist besagen die Daten der Statistik Austria. Den Verkehr geben zwei Drittel der lärmbelästigten Personen als Verursacher an. Zu den weiteren Lärmquellen zählen Baustellen, Lokale, Nachbarn oder Freizeit- und Tourismuseinrichtungen.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

In Kärnten gibt es jedoch starke Unterschiede zwischen Stadt und Land. Jeder vierte Ober- und Unterkärntner sagt, dass es in seinem Wohnumfeld zu laut ist. In Klagenfurt und Villach hingegen jeder dritte. In den ländlichen Regionen ist der Anteil des Verkehrs als größte Lärmquelle größer als in der Stadt. Sieben von zehn Bürgern in Unterkärnten geben den Verkehr als Hauptursache an, in Oberkärnten sogar mehr als 80 Prozent. Nur 60 Prozent hingegen sind es im Raum Klagenfurt und Villach.

Verkehrslärm kann krank machen

Der VCÖ macht aufmerksam, dass innerhalb des Verkehrs der KFZ-Verkehr die größte Lärmquelle ist. Rund 80 Prozent der lärmbelästigten Kärntner geben als Ursache LKW's, Autos, Mopeds oder Motorräder an. Der dauerhafte Verkehrslärm versetzt den Körper in einen Stresszustand und kann Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Herzinfarkte verursachen. Kinder die neben verkehrsreichen Straßen wohnen haben zudem verstärkt Konzentrationsprobleme und dadurch auch schulische Lernprobleme.

Bessere Logistik könnte Problem lösen

Stakr zugenommen hat in den vergangenen Jahren vor allem der LKW-Verkehr. Durch eine bessere Logistik, eine Ausweitung der LKW-Maut und mehr betrieblichen Gleisanschlüssen kann innerhalb von Österreich der LKW-Verkehr reduziert werden. Eine Abschaffung der Steuerbegünstigung auf Diesel in Österreich ist laut VCÖ ebenfalls wichtig. "Die großen Lkw fahren alle mit Diesel. Der Lkw-Verkehr profitiert am meisten von dieser Steuerbegünstigung. Da Dieselabgase noch dazu sehr gesundheitsschädlich sind, ist dieses Steuerprivileg umso unverständlicher", sagt VCÖ-Experte Gansterer.

Maßnahmen auf EU-Ebene

Der VCÖ fordert zudem verstärkte Maßnahmen auf EU-Ebene. Der LKW-Fahrer zahlt derzeit nur einen Bruchteil der Kosten, die durch Straßenabnützung, Abgase, Lärm und Unfälle verursacht werden. Der VCÖ fordert zudem auch eine EU-weite Mindestmaut für LKW.

Fußgänger nd Radfahrer können die örtliche Wirtschaft stärken

Durch eine fußgänger- und radfahrerfreundliche Verkehrsplanung im Ortsgebiet kann laut VCÖ der Verkehrslärm reduziert werden. Je weniger Autos im Ortsgebiet fahren, destoo ruhiger wird es. Wird im Ort viel zu Fuß gegangen oder mit dem Rad gefahren, stärkt das die örtliche Wirtschaft und die Nahversorger, weist der VCÖ auf einen weiteren Vorteil hin.
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